Bei den X. Olympischen Winterspielen 1968 in Grenoble fanden sieben Wettbewerbe im Skilanglauf statt. Diese galten gleichzeitig als 27. Nordische Skiweltmeisterschaften. Neben olympischen Medaillen wurden auch Weltmeisterschaftsmedaillen vergeben. Austragungsort war Autrans mit einem provisorischen Skistadion südlich des Dorfes.

Bilanz

Medaillenspiegel PlatzLand20x20px|Gold20x20px|Silber20x20px|BronzeGesamt142172221531––14–1235–2256––12Gesamt77721

Medaillengewinner

Männer

DisziplinGoldSilberBronze15 km Harald Grønningen (NOR) Eero Mäntyranta (FIN) Gunnar Larsson (SWE)30 km Franco Nones (ITA) Odd Martinsen (NOR) Eero Mäntyranta (FIN)50 km Ole Ellefsæter (NOR) Wjatscheslaw Wedenin (URS) Josef Haas (SUI)4 × 10 km Staffel

Frauen

DisziplinGoldSilberBronze5 km Toini Gustafsson (SWE) Galina Kulakowa (URS) Alewtina Koltschina (URS)10 km Toini Gustafsson (SWE) Berit Mørdre (NOR) Inger Aufles (NOR)3 × 5 km Staffel

Ergebnisse Männer

15 km Olympiasieger 1964: Eero Mäntyranta (FIN) / Weltmeister 1966: Gjermund Eggen (NOR). PlatzLandAthletZeit (min)1Harald Grønningen47:54,22Eero Mäntyranta47:56,13Gunnar Larsson48:33,74Kalevi Laurila48:37,65Jan Halvarsson48:39,16Bjarne Andersson48:41,17Pål Tyldum52:54,48Odd Martinsen52:58,89Waleri Tarakanow53:10,710Kalevi Oikarainen53:22,111Walter Demel49:38,418Josef Haas50:34,819Flury Koch50:37,220Karl Buhl50:38,129Gerhard Grimmer51:22,130Albert Giger51:26,631Andreas Janc51:29,833Gert-Dietmar Klause51:51,635Konrad Hischier52:06,437Peter Thiel52:07,838Helmut Gerlach52:21,839Klaus Ganter52:30,042Heinrich Wallner52:53,647Ernst Pühringer53:23,051Walter Sailer54:12,5 Datum: 10. Februar 1968, 08:30 Uhr Höhenunterschied: 214 m; Maximalanstieg: 74 m; Totalanstieg: 490 m 75 Teilnehmer aus 25 Ländern, davon 72 in der Wertung.

Als erster der Favoriten nahm der Norweger Grønningen die Strecke in Angriff. Lufttemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt hatten die Loipe ein wenig aufgeweicht, wodurch die tieferen Startnummern einen leichten Vorteil besaßen. Der später gestartete Finne Mäntyranta lag nach 5 km noch hinter Grønningen zurück, wies aber bei der 10-km-Zwischenzeit einen Vorsprung von 9,6 Sekunden auf. Grønningen war auf den letzten 5 km der Schnellste, überholte Mäntyranta und hatte am Ende einen Vorsprung von 1,9 Sekunden. Der Schwede Larsson lag nach 10 km noch auf dem 6. Platz, konnte aber drei Ränge gutmachen und gewann die Bronzemedaille.

30 km Olympiasieger 1964 und Weltmeister 1966: Eero Mäntyranta (FIN).

PlatzLandAthletZeit (h)1Franco Nones1:35:39,22Odd Martinsen1:36:28,93Eero Mäntyranta1:36:55,34Wladimir Woronkow1:37:10,85Giulio Deflorian1:37:12,96Kalevi Laurila1:37:29,87Kalevi Oikarainen1:37:34,48Gunnar Larsson1:37:48,19Walter Demel1:37:49,210Anatoli Akentjew1:37:52,415Gerhard Grimmer1:38:46,019Gert-Dietmar Klause1:39:30,528Denis Mast1:41:58,830Konrad Hischier1:42:26,131Karl Buhl1:42:52,232Flury Koch1:43:06,935Fritz Stüssi1:43:57,836Axel Lesser1:44:16,237Helmut Unger1:44:47,938Ernst Pühringer1:44:51,040Franz Vetter1:45:11,246Herbert Steinbeißer1:46:31,248Karl-Heinz Scherzinger1:47:08,750Hansjörg Farbmacher1:49:43,3 Datum: 7. Februar 1968, 08:30 Uhr Höhenunterschied: 275 m; Maximalanstieg: 90 m; Totalanstieg: 990 m 66 Teilnehmer aus 22 Ländern, davon 63 in der Wertung.

Der 30-km-Lauf war die erste Entscheidung dieser Winterspiele, zurückzulegen waren zwei Schleifen von 10 und 20 km Länge. Die Favoriten hatten durchwegs hintere Startnummern gewählt. Der italienische Zollwachbeamte Franco Nones hatte bald einen beachtlichen Vorsprung, doch niemand glaubte, dass er dieses Tempo durchhalten würde. Er legte die ersten 10 km am schnellsten zurück und lag 21,7 Sekunden vor Woronkow und 28,4 Sekunden vor Eero Mäntyranta. Bis zur nächsten Zwischenzeit bei 20 km kam der Finne bis auf 4,2 Sekunden an den Italiener heran, während der Norweger Odd Martinsen bereits einen Rückstand von 32,3 Sekunden aufwies. Es deutete auf eine erfolgreiche Titelverteidigung durch den Finnen hin. Doch auf dem letzten, meist bergab führenden Abschnitt konnte sich Nones nochmals steigern: Er lief wiederum die klare Bestzeit und realisierte den ersten Olympiasieg eines Langläufers aus einem Alpenland (und war erster nichtskandinavischer Goldmedaillengewinner in einer Einzelkonkurrenz, nachdem 1956 es der Staffel der Sowjetunion gelungen war, überhaupt erstes Gold eines Landes außerhalb Skandinaviens zu erobern). Mäntyranta baute ab, Martinsen nahm ihm auf dem letzten Teilstück fast eine Minute ab und stieß auf den zweiten Platz vor.

50 km Olympiasieger 1964: Sixten Jernberg (SWE) / Weltmeister 1966: Gjermund Eggen (NOR). PlatzLandAthletZeit (h)1Ole Ellefsæter2:28:45,82Wjatscheslaw Wedenin2:29:05,53Josef Haas2:29:14,84Pål Tyldum2:29:26,75Melcher Risberg2:29:37,06Gunnar Larsson2:29:37,27Jan Halvarsson2:30:05,98Reidar Hjermstad2:31:01,89Walter Demel2:31:14,410Assar Rönnlund2:31:19,313Andreas Janc2:32:32,223Alois Kälin2:36:40,825Gert-Dietmar Klause2:36:52,533Helmut Gerlach2:41:55,834Franz Vetter2:43:51,137Franz Kälin2:44:29,743Siegfried Weiß2:46:53,4

Datum: 17. Februar 1968, 08:30 Uhr Höhenunterschied: 248 m; Maximalanstieg: 70 m; Totalanstieg: 1480 m 51 Teilnehmer aus 18 Ländern, davon 47 in der Wertung.

Zurückzulegen war zweimal eine Runde mit einer Länge von 25 km. Der Norweger Reidar Hjermsted lag bei 15 km in Führung, gefolgt von seinem Landsmann Ole Ellefsæter und dem Schweden Assar Rönnlund. Nach Hälfte der Strecke übernahm Ellefsæter die Führung, während Hjermsted und Rönnlund weit zurückfielen. Bei 40 km kam Pål Tyldum bis auf 40 Sekunden an Ellefsæter heran und lag zwischenzeitlich auf dem zweiten Platz; nur wenig langsamer unterwegs war der Russe Wjatscheslaw Wedenin. Dieser konnte Tyldum noch überholen und gewann die Silbermedaille. Josef Haas, der nach 15 km noch auf dem 12. Platz gelegen hatte, lief auf dem letzten Abschnitt klare Bestzeit, verbesserte sich auf Platz 3 und holte die erste olympische Langlaufmedaille für die Schweiz.

Die Norweger waren die großen Gewinner der Langlaufbewerbe. Bei den 50 km hatten die Läufer Wetterglück: sonniges Wetter, schnelle Spur. Ellefsæter hatte seinen Großangriff nach ungefähr 19 Kilometern gestartet. Die Norweger waren über dessen Sieg nicht sonderlich überrascht, sie wussten, dass er der beste 50-km-Läufer war. Zwar führte vorerst Hjermstad, dann wurde aber Ellefsæter immer schneller, er nahm die steilen, schnellen Abfahrten mühelos; seine Siegerzeit war die schnellste je über 50 km gelaufene Zeit. Enttäuschend waren die Leistungen der Schweden und Finnen, deren Asse während des Rennens fast durchwegs Schwächeanfälle erlitten und keine Chance auf den Sieg hatten. Die Österreicher hatten nur zwei Läufer am Start. Andreas Janc lief trotz ungünstiger Start-Nr. 1 ein erfreuliches Rennen, welches nicht einmal die kühnsten Optimisten von ihm erwartet hatten. Er ließ zahlreiche Asse, darunter Mäntyranta (mit 20 Sekunden), Martinsen, und Akentjew hinter sich. Er lag nach 15 km auf Rang 18, steigerte sich Kilometer 25 auf Rang 15 und konnte mit einem kräftigen Finish auf Rang 13 vorrücken, eine seit 1948 (Josef Gstrein mit Rang 12) nicht mehr gesehene Leistung.«Kronen-Zeitung Wien» vom 18. Februar 1968.«Norweger gewann Schi-Marathon . Andreas Janc lief ganz hervorragend»; »Kleine Zeitung«, Steiermark-Ausgabe vom 18. Februar 1968, S. 24.

4 × 10 km Staffel Olympiasieger 1964: SWE (Karl-Åke Asph, Sixten Jernberg, Janne Stefansson, Assar Rönnlund) / Weltmeister 1966: NOR (Odd Martinsen, Harald Grønningen, Ole Ellefsæter, Gjermund Eggen). PlatzLand / AthletenZeit1Odd MartinsenPål TyldumHarald GrønningenOle Ellefsæter2:08:33,5 h31:57,3 min32:13,8 min32:05,2 min32:17,2 min2Jan HalvarssonBjarne AnderssonGunnar LarssonAssar Rönnlund2:10:13,2 h32:37,0 min32:26,4 min32:24,4 min32:45,4 min3Kalevi OikarainenHannu TaipaleKalevi LaurilaEero Mäntyranta2:10:56,7 h33:00,7 min33:16,0 min32:16,3 min32:23,7 min4Wladimir WoronkowAnatoli AkentjewWaleri TarakanowWjatscheslaw Wedenin2:10:57,2 h32:38,4 min32:32,5 min32:56,4 min32:49,9 min5Konrad HischierJosef HaasFlury KochAlois Kälin2:15:32,4 h34:27,1 min33:02,2 min33:45,9 min34:17,2 min6Giulio DeflorianFranco NonesPalmiro SerafiniAldo Stella2:16:32,2 h34:58,4 min33:55,6 min34:09,9 min33:28,3 min7Gerhard GrimmerAxel LesserPeter ThielGert-Dietmar Klause2:19:22,8 h33:52,1 min34:00,3 min36:46,5 min34:43,9 min8Helmut GerlachWalter DemelHerbert SteinbeißerKarl Buhl2:19:37,6 h34:53,5 min33:42,2 min35:27,1 min35:34,8 min9Jan FajstavrVít Fousek juniorVáclav PeřinaKarel Štefl2:19:51,3 h10Tokio SatōSotoo OkushibaKazuo SatōAkiyoshi Matsuoka2:20:54,8 h11Félix MathieuVictor ArbezPhilippe BaradelRoger Pires2:21:23,0 h12Mike GallagherMike ElliottBob GrayJohn Bower2:21:30,4 h13Heinrich WallnerFranz VetterErnst PühringerAndreas Janc2:22:29,4 h35:42,2 min35:02,6 min36:25,2 min35:19,4 min14Nils SkulbruRolf PettersenEsko KaruDavid Rees2:29:12,7 h15Rızvan ÖzbeyYaşar ÖrenŞeref ÇınarNaci Öğün3:01:52,1 h Datum: 14. Februar 1968, 08:30 Uhr Höhenunterschied: 174 m; Maximalanstieg: 65 m; Totalanstieg: 420 m 15 Staffeln am Start, alle in der Wertung.

In diesem Rennen mit Massenstart legte der Norweger Odd Martinsen den ersten Abschnitt am schnellsten zurück. Er war 39,7 Sekunden schneller unterwegs als der Schwede Jan Halvarsson, der Russe Wladimir Woronkow verlor 41,1 Sekunden. Auch der zweite norwegische Läufer, Pål Tyldum, lief seinen Abschnitt am schnellsten: Nach Hälfte des Rennens hatten die Norweger bereits einen Vorsprung von 52,3 Sekunden, so dass es klar war, dass sie siegen würde, womit Schweden nur mehr darauf bedacht war, Rang 2 zu halten. Harald Grønningen baute den Vorsprung der Norweger auf der dritten Runde auf 71,5 Sekunden aus und Schlussläufer Ole Ellefsæter auf 1:39,7 min. Die Schweden sicherten sich ähnlich deutlich die Silbermedaille. Der finnische Schlussläufer Eero Mäntyranta holte den Russen Wjatscheslaw Wedenin noch ein und auf der Zielgerade lieferten sich beide ein spannendes Duell, das der Finne mit einer halben Sekunde Vorsprung für sich entschied. Österreichs Startläufer Heinrich Wallner teilte wohl aus mangelnder Routine seine Kräfte nicht richtig ein, lief vorerst mit den Assen mit und überforderte sich.

Langlauf Frauen

5 km Olympiasiegerin 1964: Klawdija Bojarskich (URS) (Karriere beendet) / Weltmeisterin 1966: Alewtina Koltschina (URS). PlatzLandAthletinZeit (min)1Toini Gustafsson16:45,22Galina Kulakowa16:48,43Alewtina Koltschina16:51,64Barbro Martinsson16:52,95Marjatta Kajosmaa16:54,66Rita Atschkina16:55,17Inger Aufles16:58,18Senja Pusula17:00,39Stefania Biegun17:03,400Berit Mørdre17:11,912Christine Nestler17:23,513Gudrun Schmidt17:24,314Renate Köhler17:25,516Anna Unger17:30,717Monika Mrklas17:32,525Michaela Endler17:59,229Barbara Barthel18:20,0 Datum: 13. Februar 1968, 9:00 Uhr Höhenunterschied: 100 m; Maximalanstieg: 65 m; Totalanstieg: 170 m 34 Teilnehmerinnen aus 11 Ländern, alle in der Wertung.

10 km Olympiasiegerin 1964 und Weltmeisterin 1966: Klawdija Bojarskich (URS) (Karriere beendet). PlatzLandAthletinZeit (min)1Toini Gustafsson36:45,52Berit Mørdre37:54,63Inger Aufles37:59,94Barbro Martinsson38:07,15Marjatta Kajosmaa38:09,06Galina Kulakowa38:26,77Alewtina Koltschina38:52,98Babben Enger38:54,49Christine Nestler39:07,910Barbro Tano39:09,614Gudrun Schmidt39:22,816Renate Köhler39:27,420Monika Mrklas39:58,222Anna Unger40:36,826Michaela Endler41:01,1 Datum: 9. Februar 1968, 9:00 Uhr Höhenunterschied: 139 m; Maximalanstieg: 70 m; Totalanstieg: 320 m 34 Teilnehmerinnen aus 11 Ländern, davon 32 in der Wertung.