Hermann Friedrich Nasse (* 30. September 1873 in Obervölklingen; † 1944) war ein deutscher Kunsthistoriker.
Leben Nasse war der älteste Sohn von vier Kindern des Geheimen Rats und Oberbergrats Rudolph (oder Rudolf) Friedrich Nasse (1. Juli 1837 – 2. Dezember 1899) und dessen Frau Anna Caecilie (geborene Poelchau; 16. Februar 1847 – 11. März 1923) sowie ein Enkel des gleichnamigen Mediziners Hermann Nasse (1807–1892) und der ältere Bruder des Ministerialbeamten Arthur Rudolph Wilhelm Anton Nasse (1882–1969). Er schrieb ab 1910 zahlreiche Beiträge für die Zeitschriften Die Kunst und Deutsche Kunst und Dekoration oder die Monatshefte für Kunstwissenschaft. Er besuchte ein humanistisches Gymnasium und schrieb sich erst spät, aus Brandenburg kommend, für ein Studium der Kunstgeschichte im Winterhalbjahr 1915/1916 an der Universität München ein,Verzeichnis der Studierenden. In: Personalstand der Ludwig-Maximilians-Universität München für das Winter-Halbjahr 1915/16. Kgl. Hof- und Unlveraltiitsbuchdruckercl von Dr. C. Wolf & Sohn, Müncben 1915, S. 69–192, hier S. 138 (epub.ub.uni-muenchen.de PDF). an der er am 19. Dezember 1924 mit einer Dissertation über den Augsburger Maler Johann Matthias Kager (1575–1634) promoviert wurde.Seine Forschungen zu diesem Maler publizierte er in mehreren Aufsätzen: Johann Mathias Kager, der Stadtmaler von Augsburg (geb. 1575, gest. 1634), als Zeichner. In: Monatshefte für Kunstwissenschaft. 14, 1921, S. 232–238; Der Augsburger Stadtmaler Michael Karger (1575–1634). In: Zeitschrift des historischen Vereins für Schwaben und Neuburg. 46, 1926, S. 76–132; Johann Michael Karger, des Stadtmalers von Augsburg Leben. In: Repertorium für Kunstwissenschaft. 49, 1928, S. 28–37; Ein Skizzenbuch von Johann Michael Karger. In: Das Schwäbische Museum 4, 1928, S. 33–38. Er lehrte Kunstgeschichte an der Münchener Kunstakademie. Er beschäftigte sich auch mit den Aquarellen Adolf Hitlers, zu denen er 1935 zum einen das Geleitwort zu einer Bildermappe verfasste, in dem er diese Werke überschwänglich lobte,Adolf Hitler – Aquarelle. Bildmappe, Verlag Heinrich Hoffmann. Sieben Lichtdrucktafeln in Farbe, Geleittext von Hermann Nasse. und zum anderen 1936 einen Beitrag in der Zeitschrift Das Bild veröffentlichte.Zu den Aquarellen Adolf Hitlers. In: Das Bild.Monatsschrift für das Deutsche Kunstschaffen in Vergangenheit und Gegenwart. S. 374. Er bescheinigte Hitler, dem zuvor zweimal die Aufnahme an der Akademie verweigert worden war, dass man in den Blättern Seine jüngere Schwester Else Hilde Margaretha Nasse (6. Juli 1876 – 11. April 1967) heiratete am 21. Oktober 1897 den Grafen Siegfried Friedrich Wilhelm Erdmann von Roedern (27. Juli 1870 – 13. April 1954). Die jüngste Schwester Anna Gertrud Marie Nasse (1. August 1878 – 6. Februar 1885) verstarb im Kindesalter.
Veröffentlichungen (Auswahl) Jacques Callot (= Meister der Graphik 1). Klinkhardt & Biermann, Leipzig 1909 (digital.slub-dresden.de). Stefano della Bella – Ein Maler-Radierer des Spätbarocks (= Zur Kunstgeschichte des Auslandes. Heft 104). Heitz, Straßburg 1913. Bildnisse des Velasquez. In: Alexander Koch (Hrsg.): Deutsche Kunst und Dekoration. Band 47: Oktober 1920 – März 1921. Alexander Koch, Darmstadt 1921, S. 179–191 (). Wilhelm Leibl (= Hugo Schmidts Kunstbreviere. 1. Reihe Einzelkünstler Nr. 32). Hugo Schmidt, München 1923. Fra Giovanni Angelico da Fiesole. Allgemeine Verlagsanstalt, München 1924. Deutsche Maler der Frühromantik (= Hugo Schmidts Kunstbreviere. 1. Reihe Einzelkünstler Nr. 34/35). Hugo Schmidt, München 1924. Johann Mathias Kager, der Stadtmaler von Augsburg 1575–1634. Maschinenschriftliche Dissertation. München (106 Seiten). Johann Mathias Kager, der Stadtmaler von Augsburg 1575–1634. Auszug der Dissertation. München 1925 (8 Seiten). Der Bildhauer Wolfgang Prinz Sayn-Wittgenstein-Berleburg. In: Zeitwende. Kultur, Kirche, Zeitgeschehen. 7, Heft 3, 1931, S. 278–279.
Literatur
Christian Fuhrmeister (Hrsg.): […] weil das Aktzeichnen im Gegensatz zur Kunstgeschichte für die Akademie von größter Wichtigkeit ist.‘ Zum Verhältnis von künstlerischer Praxis und Wissenschaft. In: Wolfgang Ruppert, Christian Fuhrmeister (Hrsg.): Zwischen Deutscher Kunst und internationaler Modernität. Formen der Künstlerausbildung 1918 bis 1968. Weimar 2007, S. 110.
Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Kunsthistoriker Kategorie:Hochschullehrer (Akademie der Bildenden Künste München) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1873 Kategorie:Gestorben 1944 Kategorie:Mann