mini|hochkant|Otto Pech ca. 1930 mini|hochkant=0.5|Poster Skatkarten (1920) Otto Pech (Künstlername Pix) (* 4. September 1882 in Altenburg; † 3. August 1950 ebenda) war ein deutscher Bildhauer, Grafiker und Illustrator.
Leben Pech arbeitete nach seiner Schulzeit als Schriftsteller und Reisebegleiter beim Botaniker Wilhelm Benecke. Später erhielt er ein Stipendium für das Studium an der Münchner Kunstgewerbeschule und wurde dort von 1898 bis 1903 in Zeichnen und Bildhauerei ausgebildet.
Bereits 1902 nahm er von München aus an dem Wettbewerb für den Altenburger Skatbrunnen teil. Unter 37 Einsendungen war sein Entwurf war einer von drei prämierten; zur Ausführung kam jedoch einer der beiden anderen.Deutsche Bauzeitung, 36. Jahrgang 1902, Nr. 99 (vom 10. Dezember 1902), S. 363. (Notiz zum Wettbewerbs-Ergebnis) Im Jahr 1903 schloss er seine Ausbildung als Meisterschüler ab und fertigte eine Reliefplastik Herzogs Ernst I. von Sachsen-Altenburg zu dessen 50. Regierungsjubiläum.
In den folgenden Lehr- und Wanderjahren ist er in Lichte, Oeslau und Karlsruhe nachweisbar. Im Jahr 1904 heiratete Otto Pech seine aus Altenburg stammende Frau, die beiden gemeinsamen Kinder Otto August und Eva wurden 1905 und 1909 geboren. Nach Studienreisen von 1905 bis 1906 kehrte er nach Altenburg zurück und war in den kunstgewerblichen Metallwerkstätten von Otto Seyffart tätig. Im Jahr 1908 folgte seine Selbständigkeit als Bildhauer und Grafiker.
mini|hochkant|„Schwarzer Peter“ (1919) Pech war Mitglied im Altenburger Kunstgewerbeverein und wurde 1909 Kurator am Lindenaumuseum. Auch am Landestheater Altenburg war er ab 1913 als künstlerischer Beirat tätig. Er wirkte am plastischen Schmuck des Altenburger Bismarckturms mit, der 1914–1915 nach Entwurf des Architekten Alfred Wanckel (1855–1925) entstand. Von 1915 bis 1918 war er zum Kriegsdienst einberufen und unter anderem in Russland eingesetzt.
1919 gründete Otto Pech die Altenburger Kunsthütte (A-Ku-Hü), vom gleichen Jahr an bis zu seinem Tod arbeitete er für die Altenburger Spielkartenfabrik und entwarf bereits im ersten Jahr seine deutschlandweit bekannte Tierkartenserie Schwarzer Peter mit 32 Karten plus der Peterkarte (wahrscheinlich angelehnt an die Anzahl der Spielkarten eines Skatblatts), die bis heute von der Altenburger Spielkartenfabrik hergestellt wird.
1920 wurde er Mitglied in der Freimaurerloge Archimedes zu den drei Reißbrettern. Ab 1921 entwarf er verschiedene Notgeldserien für die Stadt Altenburg. Auch schuf er in diesem Jahr Notgeldentwürfe für die Stadt Schmölln. Pech gestaltete grafisch die Deutschen Skatkongresse in Altenburg und wirkte an der Skatheimat auf dem Altenburger Schloss (der Keimzelle des Skatmuseums) mit; er machte Altenburg als Skatstadt bekannt und war weltweit als Skatmaler berühmt.
Anlässlich des 11. Skatkongresses in Altenburg wurde im Landestheater Altenburg das von Otto Pech geschriebene zweiaktige Theaterstück Skat uraufgeführt:
1932 schuf er das neue Wappen der Stadt Schönebeck (Elbe). 1935 gestaltete er Plakate zur 750-Jahr-Feier von Altenburg (Barbarossafestspiele). Sechs Jahre später starb seine Frau, für die er die Grabstele schuf. Mit den Illustrationen zum Kartenspiel Eier-Peter entstand ab 1948 eines seiner letzten Werke, das aber durch seinen Tod kurz danach nicht mehr zur Drucklegung kam. Erst im Jahr 2000 wurde das Kartenspiel posthum in Altenburg gedruckt. Neben einer ständigen Ausstellung über sein Leben und Werk in der Skatheimat im Residenzschloss AltenburgPech auf der Website des Residenzschlosses Altenburg würdigten mehrere Sonderausstellungen in den Jahren 2010Referenz zur Ausstellung 2010, 2011Referenz zur Kabinettsausstellung 2011 und 2018 im Schloss- und Spielkartenmuseum Altenburg das Lebenswerk Pechs.
Werk (Auswahl) mini|hochkant|Gebäude der ehemaligen Filiale der Allgemeinen Deutschen Credit-Anstalt in Schmölln mini|Notgeld der Stadt Altenburg, Serie Skatgeld (Vorderseite, 1921) mini|Notgeld der Stadt Altenburg, Serie Prinzenraub (Rückseite, 1921) Skulptur Schneeeule, Serienfertigung durch die Manufaktur Heubach, 1904Referenz auf www.mehlis.eu plastischer Schmuck am Gebäude für die Allgemeine Deutsche Credit-Anstalt in Schmölln, Mittelstraße 14, 1911Joachim Emig: Der Altenburger Prinzenraub 1455. Strukturen und Mentalitäten eines spätmittelalterlichen Konflikts. Sax, Markkleeberg 2008, S. 365. Kartenspiel Deutscher Wiederaufbau, 1919 (nicht gedruckt) Kartenspiel Schwarzer Peter, 1919 Lithografie Alter Fritz, 1920Referenz auf www.lot-tissimo.com Spielkartenblatt Sächsischer Bergbau, um 1920 Spielkartenblatt Kegler, um 1920 Werbeplakat Altenburger Spielkarten, um 1920 Notgeld der Stadt Altenburg, Serie Sächsischer Prinzenraub, 1921 Notgeld der Stadt Altenburg, Serie Altenburger Bauern, 1921 Notgeld der Stadt Altenburg, Serie Altenburger Bauwerke, genannt Skatgeld, 1921 Illustration zur Goethe-Ballade Die erste Walpurgisnacht, 1924 Theaterstück zur Entstehung des Skatspiels, aufgeführt 1927 und 1929 anlässlich der Skatkongresse in AltenburgReferenz zum Theaterstück Sport-Skatspiel anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1928 in Amsterdam, 1928 Illustrationen zu: Cläre Heinze: Noten. Bilderbuch für unsere Kleinen. Lerne spielend Noten lesen. Spielkartenfabrik Altenburg, Altenburg 1929. Lithografie Wikingerschiff, 1930 Traditionswappen für die Papiermacherfachschule Altenburg, 1934Referenz auf geo.viaregia.org Werbeplakat für die Barbarossaspiele, 1935 Entwurf einer Barbarossa-Skulptur für Altenburg, 1935 Illustrationen zu: Arthur Hauenstein: Oster-Ei für unsere Kleinen. Richard Hauenstein, Altenburg 1946. Kartenspiel Eier-Peter, 1948
Literatur Renate Reinhold, Alexander Vogel: Otto Pech. Leben und Werk. Altenburger-Traditions-Verlag, Altenburg 2014, ohne ISBN.
Weblinks
Artikel in der Ostthüringer Zeitung mit Abbildung Pechs Artikel über Pech auf der Website der Leipziger Volkszeitung Artikel über die Barbarossa-Statue von Pech auf der Website der Leipziger Volkszeitung Artikel über Pech auf www.viaregia.org Artikel zur Altenburger Kunsthütte mit Erwähnung Pechs Abbildungen des Altenburger Notgeldes von Pech Artikel zur Ausstellungseröffnung über Pech im Februar 2010 im Schlossmuseum Altenburg Artikel zur Sonderausstellung "Altenburger Kunsthütte" 2018 im Schloss- und Spielkartenmuseum Altenburg
Einzelnachweise
Kategorie:Bildhauer (Thüringen) Kategorie:Grafiker (Thüringen) Kategorie:Illustrator (Deutschland) Kategorie:Person (Altenburg) Kategorie:Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Lindenau-Museums Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1882 Kategorie:Gestorben 1950 Kategorie:Mann