mini|Bernd Schäfer, 1982 Bernd Schäfer, eigentlich Ernst Bernhard Schäfer, (* 14. Februar 1927 in Leipzig; † 25. April 1983 in Wuppertal) war ein deutscher Schauspieler. Er spielte viele Jahrzehnte an verschiedenen deutschsprachigen Bühnen, zuletzt am Staatstheater Wiesbaden und den Wuppertaler Bühnen. Im Fernsehen war er in Filmen und Serien zu sehen u. a. im Tatort.
Leben Seine ersten Theatereindrücke erhielt Bernd Schäfer als Schüler in Dresden, wohin seine Familie, als er noch Kind war, von Leipzig umgezogen war und er dort oft ins Theater ging. Doch erst als er mit seinen Eltern 1940 nach Berlin zog, und seine Schwester dort zur Schauspielerin ausgebildet wurde, erwachte in ihm der Wunsch, zur Bühne zu gehen. Er ging zunächst auf die Schauspielschule Bochum und später in die Ausbildung ans Schillertheater in Berlin unter Heinrich George. 1944 wurde Bernd Schäfer zum Kriegseinsatz einberufen. Zunächst in einem Werk, in dem Funkgeräte gebaut wurde, später dann als Soldat.
Bernd Schäfer begann seine Karriere nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 am Theater Wittenberg. 1947 wechselte er ans Theater Cottbus und spielte dort u. a. Karl Moor in Die Räuber von Friedrich Schiller und Orest in Goethes Iphigenie auf Tauris. Weitere Stationen seiner Bühnenlaufbahn führten ihn 1949 an die Theaterstiftung Dessau, 1951 ans Staatstheater Dresden, 1952 ans Nationaltheater Weimar, 1953 und 1955 ans Landestheater Tübingen, 1955 an die Städt. Bühnen Dortmund, 1956 an die Landesbühne Hannover, 1957 an die Städt. Bühnen Ulm, 1957 an die Vereinigten Bühnen Graz, 1959 an die Städtische Bühnen Nürnberg-Fürth und schließlich 1969 ans Staatstheater Wiesbaden. In der Spielzeit 1979/1980 holte ihn Hellmuth Matiasek an die Wuppertaler Bühnen, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1983 spielte. Seinen letzten großen Erfolg feierte er dort als Don Quijote in der Musical-Adaption Der Mann von La Mancha.
In den damals noch üblichen Rollenfächern spielte Schäfer zunächst als „Jugendlicher Held“ und später als „Charakterdarsteller“ alle großen Rollen des klassischen und modernen Theaters. Seit 1968 spielte er auch in Fernsehfilmen und -serien mit u. a. Operation Walküre aus dem Jahr 1971. Bekannt wurde er an der Seite von Hansjörg Felmy und Willy Semmelrogge im Essener Tatort, wo er von 1974 bis 1980 deren Vorgesetzten Scheffner spielte.
Im Herbst 1968 wurde Bernd Schäfer an den Städtischen Bühnen Nürnberg Opfer einer vermeintlich politisch motivierten Nichtverlängerung seines Arbeitsvertrages, die scheinbar aufgrund seiner Teilnahme und seiner Aussagen im Rahmen von Demonstrationen gegen die Notstandsgesetze von 1968 ausgesprochen wurde. Es folgte eine öffentliche Debatte in der Presse, die auch den damaligen Generalintendanten Karl Pschigode sowie den Oberbürgermeister Andreas Urschlechter mit einbezog. Diese Debatte, in der Bernd Schäfer selbst nie angehört wurde, führte schließlich dazu, dass die Nichtverlängerung zurückgenommen und ihm eine Verlängerung seines Engagements angeboten wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte er aber bereits ein Engagement am Staatstheater Wiesbaden angenommen.
Schäfer war zuletzt in vierter Ehe mit der Kostümbildnerin Rita Schäfer, geb. Tappe, verheiratet. Er hat aus drei Ehen drei Kinder. Sein jüngster Sohn Michael Schäfer (* 1974 in Wiesbaden) ist ebenfalls Schauspieler und Regisseur.
Kurz vor seinem geplanten Umzug in die Nähe Wiesbadens für ein Engagement am Wiesbadener Staatstheater starb Bernd Schäfer am 25. April 1983 in seinem Wuppertaler Haus an Herzversagen.
Filmographie Tatort 1974: Der Mann aus Zimmer 22, Folge 46 1974: Acht Jahre später, Folge: 39 1974: Zweikampf, Folge: 41 1975: Treffpunkt Friedhof, Folge: 56 1976: Abendstern, Folge: 68 1976: Fortuna III, Folge: 64 1976: Zwei Leben, Folge: 061 1977: Flieder für Jayczek, Folge: 72 1977: Spätlese, Folge: 75 1978: Rechnung mit einer Unbekannten, Folge: 87 1979: Die Kugel im Leib, Folge: 95 1980: Schönes Wochenende, Folge: 118 1980: Der Zeuge, Folge: 111
Filme 1968: Die Reiter 1969: Alte Kameraden 1969: Al Capone im deutschen Wald 1969: Der Tanz des Sergeanten Musgrave 1970: Das Haus Lunjowo 1970: Durch die Wolken 1971: Die sich Christen nennen 1971: Arsène Lupin - La chimère du calife 1971: Operation Walküre 1971: Die Äneis - Episode 1.2 1972: Die rote Kapelle 1973: Die merkwürdige Lebensgeschichte des Friedrich Freiherrn von der Trenck - Die Gruft 1973: Frühbesprechung - 2x Lima 1973: Wenn alle anderen fehlen 1974: Unter Ausschluß der Öffentlichkeit - Kindesaussetzung 1975: Ein deutsches Attentat 1975: Vorsicht Falle! Nepper, Schlepper, Bauernfänger 1976: Münchnerinnen 1979: Unternehmen Rentnerkommune - kleines Lebewesen mit vier Buchstaben 1982: Ein Fall für zwei - Brandstiftung
Theater (Auswahl) Gorki, Maxim - Die Feinde Grillparzer, Franz - Medea Goethe, Johann Wolfg. - Iphigenie auf Tauris Goethe, Johann Wolfg. - Faust Lenz, Leo - Fünf Frauen um Adrian Shakespeare, William - Viel Lärm um nichts Goethe, Johann Wolfg. - Egmont Miller, Arthur - Alle meine Söhne Schiller, Friedrich - Die Karlsschüler Schiller, Friedrich - Maria Stuart Schiller, Friedrich - Kabale und Liebe Schiller, Friedrich - Die Räuber Lessing, Gotthold Ephraim - Emilia Galotti Shakespeare, William - Der Widerspenstigen Zähmung Shakespeare, William - Viel Lärm um Nichts Shakespeare, William - Wie es euch gefällt Hauptmann, Gerhart - Die Weber Wassermann / Leigh - Der Mann von La Mancha Schwarz, Jewgeni - Der Drache Bruckner, Ferdinand - Früchte des Nichts Gogol, Nikolai - Der Revisor
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