Markersreuth ist ein Gemeindeteil der Stadt Münchberg im Landkreis Hof (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Markersreuth liegt teils im Gemeindegebiet von Münchberg, teils im Gemeindegebiet von Konradsreuth. Sie hat eine Fläche von 14,376 km² und ist in 1244 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 11556,28 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Grund, Hammermühle, Jehsen, Modlitz, Reuthlas, Rothenmühle und Weißlenreuth. Zum Gemeindeteil Markersreuth zählt die Einöde Modlitzmühle.
Geografie Das Dorf liegt am Modlitzbach, einem linken Zufluss des Ulrichsbachs, und ist von Acker- und Grünland umgeben. Im Süden steigt das Gelände zum Hammerberg () an. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Modlitz zur Kreisstraße HO 25 (1,2 km nördlich) bzw. nach Grund (0,9 km südwestlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Schotteneinzel zur Staatsstraße 2461 (1 km nordwestlich).
Geschichte Im Jahr 1373 erwarb der Nürnberger Burggraf Friedrich V. u. a. in Markersreuth Güter. In deren Rechtsnachfolge gehörten diese dem Fürstentum Kulmbach. 1517 erhielt dieses von Ernst und Hans von Waldenfels deren freieigenen Güter, Mannschaften und Gerechtigkeiten in Markersreuth.O. Knopf: Thüringer Schiefergebirge, Frankenwald, Obermainisches Bruchschollenland, Sp. 384.
Zur Realgemeinde Markersreuth gehörte Hammermühle, Modlitz, Modlitzmühle und Rothenmühle. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Markersreuth aus 28 Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft stand dem bayreuthischen Stadtrichteramt Münchberg zu. Grundherren waren das Kastenamt Münchberg: 1 Hof, 1 Dreiviertelhof, 9 Halbhöfe, 5 Viertelhöfe, 1 Mühle, 5 Tropfhäuser; die Hofkanzlei Bayreuth: 1 Dreiviertelhof, 3 Halbhöfe; die Rittergüter Ebnath und Schwarzenreuth: 1 Hof, 1 Häuslein.A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 421f.
Von 1797 bis 1810 unterstand Markersreuth dem Justiz- und Kammeramt Münchberg. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde der Ort bayerisch. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde 1812 der Steuerdistrikt Markersreuth gebildet. Zu diesem gehörten Grund, Hammermühle, Jehsen, Modlitz, Reuthlas, Rothenmühle und Weißlenreuth. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Markersreuth, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Münchberg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Münchberg (1919 in Finanzamt Münchberg umbenannt). Acht Anwesen in Markersreuth unterstanden in der freiwilligen Gerichtsbarkeit dem Patrimonialgericht Grossenau.A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 492. 1820 wurden von der Gemeinde Weißdorf Schallersgrün und Wulmersreuth überwiesen.A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 503. Ab 1862 gehörte Markersreuth zum Bezirksamt Münchberg (1939 in Landkreis Münchberg umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Münchberg (1879 in Amtsgericht Münchberg umgewandelt). Die Gemeindeteile Schallersgrün und Wulmersreuth wechselten bereits 1938 wieder zur Gemeinde Weißdorf. Die Gemeinde Markersreuth hatte 1964 eine Gebietsfläche von 10,052 km². Am 1. Juli 1972 kam die Gemeinde zum Landkreis Hof. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Markersreuth am 30. April 1978 aufgelöst: Grund, Hammermühle, Jehsen, Markersreuth und Rothenmühle wurden nach Münchberg eingemeindet, Modlitz, Reuthlas und Weißlenreuth nach Konradsreuth.
Baudenkmäler Baudenkmäler sind vier ortstypische Wohnstallhäuser mit Frackdach, teils mit Halbwalmdach und Fachwerkobergeschoss.
ehemaliges Baudenkmal Haus Nr. 20: Wohnstallbau mit strohgedecktem Satteldach, der Sturz der Haustür bezeichnet „JSW 1859“ (=Johann Simon Weiß), an der Stalltür die Bezeichnung „JSW 1855“. Giebel verschalt. Im Stall Kreuzgratgewölbe. – Großer Vierseithof; die zugehörige Satteldachscheune bezeichnet „JW Ano 1814“.T. Breuer: Münchberg, S. 24. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Markersreuth Jahr 1812 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 591 974 990 982 993 976 991 999 987 944 873 828 825 779 778 748 725 677 553 796 787 717 573 526HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 110 144 139 140 134 132 107 119 Quelle
Ort Markersreuth Jahr 1800 1812 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 184 226 251 202 187 147 160 178 160 115 101 96Häuser 34 40 23 26 29 24 25 26Quelle J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 443.
Religion Markersreuth ist bis heute nach St. Martin (Ahornberg) gepfarrt und seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Münchberg) Kategorie:Ort im Landkreis Hof Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Hof) Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Ersterwähnung 1373 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Hof