Du bist min. Ein deutsches Tagebuch ist ein DEFA-Dokumentarfilm über die Filmemacherin Annelie Thorndike von 1969.

Inhalt Der Film folgt wichtigen Lebensstationen von Annelie Thorndike nach deren Tagebuchaufzeichnungen. Er führt von früheren Lebensstationen auf der Insel Usedom über kurze Erinnerungen an Dreharbeiten in Rostock und Moskau, den 7. Parteitag der SED in Berlin, Bauarbeiter auf dem Alexanderplatz, den Mathematiker Soboljew in Novosibirsk und das Dorf Mackenrode im Kreis Heiligenstadt bis nach Westdeutschland: Ein Vereinstreffen „ewig Gestriger“ in Hameln, eine NPD-Wahlveranstaltung mit Adolf von Thadden und ein Pommerntreffen in der Ostseehalle in Kiel.

Danach führt der Film in ihre Geburtsstadt Klützow in Pommern (jetzt Kluczewo in Polen) und das nahe gelegene Stargard und erzählt über ihre Flucht und Vertreibung in die neue Heimat in Penzlin. Dort wird sie nach dem Krieg Lehrerin und trifft den russischen Offizier Wassili, der ihr Mut und Lebenskraft vermittelt. Später wird sie Schulleiterin und lernt dann bei Dreharbeiten der DEFA ihren zukünftigen Mann Andrew Thorndike kennen.

Im Film wechseln sich Gegenwärtiges aus Ost- und Westdeutschland mit Rückblenden und Filmausschnitten zwischen 1939 und 1969 ab, unterlegt mit Tagebuchzitaten, die von der Schauspielerin Christine van Santen vorgetragen werden. Als verbindendes und zum Teil Handlung tragendes Element unterstreicht die symphonisch angelegte Filmmusik Aussage und Wirkung der einzelnen Kapitel.

Entstehung Annelie Kunigk (* 1925) hatte 1953 Andrew Thorndike geheiratet, einen der wichtigsten DEFA-Propaganda-Dokumentarfilmer dieser Zeit. An dessen Seite war sie in den folgenden Jahren an verschiedenen wichtigen Filmprojekten beteiligt, wie Das russische Wunder (1959/1963) über die Entwicklung in der Sowjetunion.

Analog dazu sollte der Film über ihren Lebensweg ein deutsches Wunder, die Entwicklung der DDR, beschreiben. Er sollte dabei aber auch ein gesamtdeutscher Heimatfilm sein, der zwar auf die revanchistischen Tendenzen in Westdeutschland hinwies, aber dennoch die landschaftlichen Schönheiten in beiden deutschen Staaten zeigte.Du bist min. Ein deutsches Tagebuch Zeughauskino 2014, zur Wiederaufführung Er wollte auch eine Verbindung von biographischen Erzählungen und der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung herstellen.Helen Hughes, The Compilation Films of Annelie and Andrew Thorndike, in Seán Allan, Sebastian Heiduschke (eds.), Documenting Sociakism. East German Documentary Cinema, Berghahn, Oxford/New York 2024, p. 109, mit einigen Hintergründen Der Film musste nach äußerem Druck erheblich gekürzt werden, nun waren in der DDR und Polen eindrucksvolle Landschaftsaufnahmen zu sehen, in der Bundesrepublik dagegen vor allem nur noch Ewig-Gestrige.

Du bist min. Ein deutsches Tagebuch war der erste DEFA-Film auf dem breiten 70-mm-Film (Verfahren DEFA-70), den es bis dahin nur in den USA und der UdSSR gab.Hughes, 2024, p. 110, auch Filmspiegel, 1968/18, S. 17, 1969/19, S. 2, zur Entstehung des Films Das ursprüngliche Bildformat betrug 1:2,21. Dazu erhielt er einen 6-Kanal Magnetton. Daneben wurden auch 35-mm-Kopien in Totalvision (Bildformat 1:2,35) hergestellt, um den Film für Kinos verfügbar zu machen, die nicht mit 70-mm-Technik ausgerüstet waren. Die 35-mm-Kopien waren mit herkömmlichem Mono-Lichtton ausgestattet.

Aufführungen und Reaktionen Du bist min. Ein deutsches Tagebuch wurde am 5. September 1969 erstmals öffentlich gezeigt.Filmspiegel, 1969/21, S. 9, 18, auch DEFA-Chronik 1969 Bei den Filmfestspielen in Moskau erhielt eine der ersten Szenen mit einem Vogel über der Ostsee auf der breiten Leinwand spontanen Applaus der etwa 7000 Zuschauer.Hughes, 2024, p. 110, mit weiteren Informationen, auch zu den Rezensionen Die Rezensionen in den DDR-Zeitungen waren gemischt, gewürdigt wurden vor allem die eindrucksvollen Landschaftsaufnahmen.Renate Holland-Moritz, Die Eule im Kino, Filmkritiken, 1983, S. 63 (mit Rezension aus Eulenspiegel, 1969, S. 6); und weitere Zeitungen und Zeitschriften Die westdeutsche Wochenzeitung Die Zeit bezeichnete den Film als Kitsch. Er begründete aber in der DDR (und möglicherweise auch in anderen Ländern) eine neue Form des Dokumentarfilms, die farbenprächtige technisch hochwertige Aufnahmen mit den beabsichtigten Inhalten verband.

Der Film Du bist min wurde nach 1990 mehrmals erneut gezeigt, so 2014 im Berliner Zeughauskino und 2022 beim Internationalen Dokumentarfilmfestival in Leipzig.

Auszeichnungen 1969 Internationales Filmfestival Moskau, Sonderpreis der Jury, Goldmedaille 1970 Internationale Tagung der Filmtechnikverbände, Ehrenpreis

Rezeption Der Film Du bist min wird von gegenwärtigen Filmrezensenten und Filmveranstaltern zwar als propagandistisch beschrieben, dennoch beeindrucken Landschaftsbilder und der Sog der Handlung. Der Filmhistoriker Ralf Schenk bezeichnete ihn als

Literatur Sonja Fritzsche: The Continuities of an East German Heimat: Gender and Technological Progress in Du bist min. Ein deutsches Tagebuch. In: The German Quarterly. 83, Nr. 2, 2010, , S. 172–188 (PDF; 111 KB).

Weblinks

Du bist min DEFA-Stiftung

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1969 Kategorie:DDR-Film Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Filmbiografie über Filmschaffende Kategorie:Deutsche Teilung im Film