mini|hochkant|Bucheinband 1925 Metropolis ist ein Roman von Thea von Harbou aus dem Jahr 1925, der von Fritz Lang und Harbou 1927 als Stummfilm „Metropolis“ umgesetzt wurde.
Handlung Der junge Freder spielt auf seiner Orgel, denkt an das Mädchen, das er in den „Ewigen Gärten“ im „Klub der Söhne“ gesehen hatte. Dort ging die Tür auf: ein Mädchen trat herein mit Kindern in einfacher Kleidung. Das Mädchen von der herben Art einer Jungfrau sagte „Seht das sind eure Brüder“. Danach war die Gruppe wieder verschwunden. Freder geht in seine Wohnräume, wo die Diener bereitstehen, darunter der „Schmale“, den sein Vater ihm zum Schutze zugeordnet hat. Freder hört den dröhnenden Laut, den herrlichen, wie jeden Tag: Die Maschinen wollen „neues Futter“. Auf den Straßen strömen die Arbeiter, alle in der gleichen Tracht, alle mit bleichen Gesichtern. Der alte Dom steht noch, wird von einer Sekte von Asketen verteidigt, angeführt von Desertus. Aber die 50-Millionen-Stadt wird beherrscht vom Neuen Turm von Babel, in dem Freders Vater, Joh Fredersen, residiert und in dem auch Freder seine Räume hat. Das Büro des Vaters ist die Hirnschale des Neuen Turms von Babel. Hier bestimmen Zahlen den Takt der Arbeit. Der 1. Sekretär Josaphat hat einen Fehler gemacht, er wird entlassen, d. h., in die Arbeiterwelt gestürzt. Abends flammen die Lichter auf. Freder fleht seinen Vater um Hilfe für die Arbeiter an. Sie müssen zwar keine Lasten mehr schleppen, sie müssen „nur“ immer auf die Sekunde genau die gleichen Griffe tun. Ja, ein großer Verschleiß, man müsste Ersatz finden, meint Joh. Der Schmale kommt und wird ins Büro gelassen: „Von jetzt ab wünsche ich, über die Wege meines Sohns genau unterrichtet zu werden.“
Freder findet den entlassenen Sekretär im Vorraum. Freder sagt, er werde ihn zu Hause abholen. Josaphat gibt als Adresse an „Neunzigster Block, Haus sieben, siebter Stock“ und geht. Freder, auf der Suche nach dem Mädchen, steigt hinab in den Turm, öffnet eine Tür und befindet sich in einer Halle, in deren Mitte die große Hauptmaschine steht. Menschen an Kreistafeln müssen Zeiger schnell und genau ausrichten. Als ein Arbeiter zusammenbricht, löst ihn Freder ab, Es ist „11811“, „Georgi“. Freder wechselt mit ihm die Kleidung und übernimmt die Arbeit. Er findet in der Tasche der Arbeiterhose eine merkwürdige Skizze eines Ortes und wohl Wege dorthin. Er schickt Georgi fort, er solle mit dem Auto zu Josaphat fahren, zum Neunzigsten Block, dort aussteigen und ungesehen zum Haus sieben, siebter Stock gehen. Georgi, nun elegant gekleidet, besteigt das Auto, sieht die gleißende Stadt mit dem Vergnügungsviertel YoshiwaraYoshiwara war das mit einer Mauer umgebene Freudenviertel in Tokio, das nur durch ein Tor zugänglich war. Es bestand seit dem 17. Jahrhundert und wurde 1958 durch das in dem Jahr erlassene Verbot der Prostitution aufgelöst. Es war im Westen ein Symbol des sittenlosen Japans.. Gelbhäutige Kerle locken, er gibt schließlich nach und betritt das Viertel.
Es gibt ein altes Haus in Metropolis, das älter sein soll als die Stadt. Eines Tages kam ein Mann, der es kaufte: Rotwang, der nun dort im Geheimen wirkt. Joh besucht ihn, sieht ein Denkmal für Hel, die Frau, die Rotwang an Joh verloren hatte und die bei der Geburt Freders gestorben war. Joh holt einen Zettel aus der Tasche, ein Papier, auf dem anscheinend Wege vermerkt sind, die zu einem Ziel führen, zu einer Stätte, die mit Kreuzen gefüllt ist. Joh erblickt in Rotwangs Räumen ein Wesen, eine Frau, deren Gesicht nur andeutungsweise vorhanden ist. Rotwang sagt, er habe hier die „Wesensparodie“ einer Frau erschaffen. Die beiden Männer kommen auf die Zeichnung zurück. Rotwang weiß Bescheid, es sei der Weg zu einer Totenstadt tief unten. Der Eingang sei unter seinem Haus. Sie verabreden, gemeinsam hinunter zu gehen. Joh geht zurück in sein Büro. Dort wartet der Schmale auf ihn und gesteht, er habe Freders Spur verloren.
Freder arbeitet noch an der Kreistafel, aber dann ist Schichtwechsel. Freder hört einen Arbeiter: „Sie hat gerufen, kommst Du mit?“ Er folgt ihm und vielen anderen auf dem Weg in die Tiefe. Sie stehen schließlich dicht gedrängt in einem gewölbten Raum, in dem Lichter brennen. Er hört die süße Stimme einer jungen Frau, hört, wie sie vom Turm zu Babel spricht. Der Bau sei gescheitert, weil Hirn und Hand einander nicht verstanden hätten. Dasselbe würde auch dem Neuen Turm von Babel passieren, wenn man nicht einen Mittler fände, das Herz, das bei Seiten verbinden würde. Er wird kommen, schließt sie. Es ist das Mädchen, das er mit den Kindern gesehen hat. Sie weiß, dass er Johs Sohn ist, und er erfährt, dass sie Maria heißt. Freder muss nach oben, sie weist ihm den Weg. Sie selbst läuft zurück, wird aber von Rotwang abgefangen, der auf sie – zusammen mit Joh – gelauert hatte. Der Besitzer von Yoshiwara wettet, dass man seine Herkunft nicht erraten könne. Das höfliche Lächeln bei gewinnbringenden Anlässen deutet jedoch auf Asiens, auf Japan. Der Schmale kommt, sucht Freder. Der Besitzer sagt: „In diesem Haus dreht sich alles um „Maohee“, ein Rauschgift.“ Der Schmale findet Georgi, der stürzt zu Boden. Als er wieder zu sich kommt, berichtet er dem Schmalen, Freder habe mit ihm die Kleider getauscht und ihn angewiesen, dass er im 99. Block. im 7. Haus und dort im 7. Stock auf ihn warten solle. Während Georgi einschläft, fährt der Schmale zum 99. Block, zu Josaphat.
Freder besucht Josaphat zu Hause und fragt nach Georgi. Josaphat weiß nicht, wer das ist, sagt niemand sei gekommen. Er wundert sich über Freder in Arbeiterkleidung. Nach kurzer Unterhaltung geht Freder. Dann klopft es, der Schmale kommt, bietet Geld für die Wohnung, die Josaphat sofort verlassen müsse. Nach langer Verhandlung werden sie sich einig, beide verlassen dann die Wohnung. Freder geht zum Dom, den seine Mutter Hel oft besucht hat. Er sucht Maria, die an der Treppe zum Glockenturm auf ihn warten wollte, findet sie aber nicht. In einer Seitennische sieht er den Sensenmann und die sieben Todsünden. Im Mittelschiff trifft er auf Desertus, Feind seines Vaters. Er verlässt den Dom, geht dann zum alten Haus des Rotwang. Da sieht er Maria hinter einem Fenster, die um Hilfe flehend eine Hand nach ihm austreckt. Freder hämmert gegen die Haustür, die geht plötzlich auf. Er läuft eine Treppe hoch und steht in einem Raum mit zwölf Türen. Sie öffnen sich und er hört, dass er gerufen wird, von einer süßen, verführerischen Stimme und von einer ängstlichen. Freder bricht zusammen. Rotwang hatte ihn stürzen sehen, nähert sich dann der gefangenen Maria. Er spricht sie an, aber sie bleibt stumm, nur zum Schluss sagt sie, Freder würde sie niemals vergessen. Rotwang geht er in einen anderen Raum, wo sich seine Kunstfigur befindet, die er mit einer Kopie der echten Maria menschenähnlich gemacht hat. Freder erwacht, sieht Maria unten auf der Straße, zertrümmert die Tür, läuft nach draußen, findet sie aber nicht. Er sucht sie dort unten, wo sie wohnt, kann sich aber nicht finden. Er hört den Behemot-Laut, den herrlichen. Es war die Stimme der Stadt, die gefüttert werden wollte. Er läuft zum Neuen Turm von Babel, läuft die Treppen hoch, rennt in das Büro des Vaters. Sieht ihn mit einer Frau im Arm, Maria? Er ringt mit seinem Vater, während die Frau zuschaut. Der Vater spricht ihn an und sagt, hier war niemand.
Josaphat findet sich in einem kleinen Flugzeug wieder, das ihn aus der Stadt bringt. Er bedroht den Piloten vor sich und fordert ihn auf, umzukehren. Als dieser sich weigert, erschlägt er den Piloten und springt ab. Er landet auf einer Dorfwiese, eine junge Magd kümmert sich um ihn. Josaphat gelangt zurück in die Stadt, versucht immer wieder Freder zu Hause zu erreichen, wird aber jedes Mal abgewiesen: Freder sei krank. Freder war jedoch nicht krank, stand auf einem Balkon seines Hauses, von Ratlosigkeit befallen. Der Vater besucht ihn, kann aber nicht helfen und geht. Freder sieht ein Leuchtreklame, die ändert sich in „99 – 7– 7, 99 – 7“ und das wiederholt. Ein Gewitter kommt auf, plötzlich steht Josaphat im Zimmer. Er beichtet, er habe Freder verraten, habe das Zimmer dem Schmalen überlassen, sei mit einem Flugzeug weggebracht, unterwegs aber abgesprungen. Freder berichtet von Maria, berichtet, dass sein Vater zu ihm ins Zimmer kam und sich Sorgen machte, berichtet von einem schlimmen Traum, in dem der Tod als Sensenmann erschien, der sich anschickte, Metropolis zu zerstören. Er hätte Maria gesucht, im Dom habe er nur gesehen, dass der Tod aus seiner Nische verschwunden war. Er habe die schrille Stimme des Desertus gehört: „Tut Buße“. Der habe dann dort Jan getroffen, einen Spielkameraden aus dem „Club der Söhne“, einst der große Spötter, jetzt lebendig tot. Freund Jan hätte von einer Einladung in das Haus neben Rotwangs Haus berichtet. Dort sei „die Frau“ aufgetaucht, die eheliche Treue zerstört hätte. Sie sei auch in Yoshiwara aufgetaucht, sie hieße – Maria. Viele Menschen gingen hinunter in die Stadt der Toten, um diese Maria zu sehen. Freder beschließt, auch hinunter zu gehen.
In der Stunde nach Mitternacht geht Joh zu seiner Mutter, die in einem Bauernhaus mit Garten hinter dem Dom lebte, das er samt Nussbaum auf ein Hochhaus hatte umsetzen lassen. Er müsse sie um Rat fragen, es ginge um Freder, der sei verliebt, er wolle ihn aber für sich haben. Die Mutter erinnert daran, dass Joh einst Rotwang die Frau, nämlich Hel, weggenommen habe. Und sie zitiert die Bibel: „Denn was der Mensch säet, das wird er ernten …“Galater 6.. Beim Abschied weint die Mutter. Auf Johs Frage „um mich oder um Freder“ antwortet sie „um euch beide“. Joh geht, ohne ihr die Hand zu geben.
Es ist Mitternacht. Rotwang spricht Maria an, ruft ihre Liebe an, beklagt, das Hel ihn verlassen habe, bittet, dass Maria ihm helfe, gut zu werden. Er spricht von der Totenstadt, tief unter der Erde. Dort habe Maria versprochen, ein Mittler würde kommen – aber der kam nicht. Die Elenden fühlten sich verlassen, fragen, „Wo ist Maria?“ Rotwang führt aus, er habe eine zweite Maria geschaffen. Sie, die wahre Maria, habe zum Frieden aufgerufen, die Kopie rufe zum Kampf auf, ganz im Sinne Jos Fredersens. Maria schweigt sie ganze Zeit, weint schließlich. Joh kommt und bringt Rotwang um. Im schwach erleuchteten Gewölbe sieht Freder Maria in der Ferne, die voll ist von einer „verruchten Süßigkeit“ ist. Diese „Maria“ rüttelt die Massen zum Aufstand auf, sagt, sie wolle die Arbeiter dabei führen. Die Masse ist begeistert, wirft sich der falschen Maria zu Füßen. „Du bist nicht Maria“, ruft Freder und wird daraufhin angegriffen. Georgi wirft sich schützende dazwischen, wird schwer verletzt. Die Masse hört, wie die „Maria“ „Tod den Maschinen!“ ruft. Freder, vom sterbenden Georgi begleitet, strebt nach oben. Er findet Metropolis noch unverändert vor, sucht nach seinem Vater, der ist aber nicht im Büro. Freder kann das „Gefahr“-Signal auslösen, das über die Stadt dröhnt.