Countdown ist eine 90-minütige Spielfilmepisode der deutschen Kriminalserie SOKO München. Mit Ausstrahlung dieser 675. Episode endete die Mutterserie des ZDF-Sendeformats SOKO am 29. Dezember 2020, rund 43 Jahre nach der Ausstrahlung ihrer ersten Episode Einsatz: 22 Uhr.
Hintergrund Die Krimiserie SOKO München, welche bis 2015 als SOKO 5113 produziert und ausgestrahlt wurde, ist eine der ältesten deutschen Kriminalserien. Ihre Produktion begann im Herbst 1976, die erste Episode wurde am 2. Januar 1978 im ZDF ausgestrahlt. Die Serie basiert anfangs auf einer Idee von Kriminaldirektor Dieter Schenk, die dieser 1975 niederlegte. Ab Anfang der 2000er-Jahre entstanden zahlreiche Ableger im Sendeformat SOKO, von denen ein Teil mit dem Special SOKO – Der Prozess (2013) verknüpft wurde. Im Juli 2015 kündigte das ZDF die Änderung des Serientitels von SOKO 5113 hin zu SOKO München an. Damit sollte eine Vereinheitlichung der Serientitel von Mutterserie und Ablegern geschaffen werden. Die Titel aller Ableger beinhalten, anders als SOKO 5113, den Namen der Stadt bzw. Region, in welcher das jeweilige Ermittlerteam tätig ist. Zudem wurde der Handlung zeitweise ein horizontaler Erzählstrang hinzugefügt.
Am 23. August 2019 gab das ZDF überraschend bekannt, die Produktion der Fernsehserie mit dem Ende der 46. Staffel einzustellen. Begründet wurde diese Entscheidung mit der „Modernisierung des Programms“. Die Einschaltquoten der Kriminalserie lagen bis zum Schluss bei über 4 Millionen Zuschauern, was einem Marktanteil von mehr als 18 % entsprach und damit deutlich über dem Senderschnitt lag. Die Produktion der regulären Episoden wurde bereits Ende 2019 beendet. Ende März 2020 wurde die Produktion eines 90-minütigen Serienspecials angekündigt, welches den Abschluss der SOKO München bilden sollte. Der Sendeplatz der SOKO München wurde ab Januar 2021 von den Ablegern SOKO Hamburg und SOKO Potsdam übernommen. Für den Ableger aus Potsdam hatte SOKO München auf seinem regulären Sendeplatz am Montagvorabend bereits Ende 2018 und 2019 pausiert. Damals wurden die sechs bzw. zehn Episoden der ersten beiden Staffeln des Ablegers ausgestrahlt.
SOKO München umfasst insgesamt 675 Episoden in 46 Staffeln sowie eine Episode im Rahmen des Serienspecials SOKO – Der Prozess, die zwischen Jahresanfang 1978 und Jahresende 2020 ausgestrahlt wurden.
Produktion Die Produktion der Abschlussepisode war ursprünglich für Mai und Juni 2020 vorgesehen, musste jedoch aufgrund der COVID-19-Pandemie in Deutschland und damit einhergehender Beschränkungen verschoben werden. Die Dreharbeiten fanden schlussendlich von Anfang August 2020 bis zum 4. September 2020 in München und Umgebung statt. Da das ursprüngliche Studio mit dem SOKO-Kommissariat zum Zeitpunkt der Dreharbeiten nicht mehr zur Verfügung stand – die Entscheidung zur Produktion einer Abschlussepisode erfolgte erst nach Abschluss des letzten Drehblocks der 46. Staffel –, musste die Produktion auf andere Schauplätze ausweichen. Die von UFA Fiction produzierte Episode folgt einem Drehbuch von Léonie-Claire Breinersdorfer, Regie führte Bodo Schwarz.
Handlung Arthur Bauer, Erster Kriminalhauptkommissar und Leiter der SOKO München, lädt sein Team zwei Tage vor seiner Pensionierung zu einem gemeinsamen Feierabendbier in eine Bar ein. Er möchte gemeinsam mit Kriminaloberkommissarin Theresa „Resi“ Schwaiger, die zum Personenschutz nach Hamburg wechseln wird, Ausstand feiern. Auf dem Weg in das Lokal werden Bauer und Kriminaloberkommissar Dominik Morgenstern Zeugen einer Geiselnahme. Johannes Hofer, ein junger Mann, bedroht seine Ex-Freundin Tamara Jonas mit einer Pistole. Die beiden Polizisten Bauer und Morgenstern greifen ein und versuchen die Situation zu lösen. Hofer lässt von seiner Ex-Freundin ab und flüchtet, Dominik Morgenstern folgt ihm. Auf der Flucht kommt es zu einem Schusswechsel, bei dem Morgenstern den jungen Mann tödlich verletzt.
Während das SOKO-Team um die Kriminaloberkommissare Theresa Schwaiger und Franz Ainfachnur die Untersuchungen am Tatort aufnimmt und das Opfer der Geiselnahme befragt, nimmt die Innenrevision Ermittlungen gegen Kriminaloberkommissar Morgenstern auf, um die Frage zu klären, ob es sich um einen Fall von Notwehr handelt oder Morgenstern die Situation falsch eingeschätzt hat. Nach einer Befragung wird er vom Dienst suspendiert. Währenddessen finden Schwaiger und Ainfachnur in der Wohnung von Tamara Jonas eine weitere Leiche – Bernd Kaminiski, Schichtleiter eines Reinigungsunternehmens. Bei der Vernehmung durch Schwaiger und Ainfachnur verstrickt sich Jonas in Widersprüche. Sie behauptet, sie habe mit Kaminski eine Affäre gehabt, Hofer habe seinen Nebenbuhler Kaminski erschossen und anschließend sie als Geisel genommen. Rechtsmediziner Dr. Maximilian Weissenböck findet heraus, dass Kaminski regelrecht exekutiert wurde. Er stellt zudem fest, dass es sich bei der Tatwaffe vermutlich um die Pistole handelt, mit der Hofer auch auf Morgenstern geschossen hatte. Die Ermittlungen der Innenrevision gegen Morgenstern fokussieren sich auf die Vermutung, dass der Kriminaloberkommissar überreagiert habe. Bauer macht sich Vorwürfe, dass er seinem Kollegen kurz zuvor vom anstehenden Wechsel Schwaigers nach Hamburg erzählt hatte, was für diesen äußerst überraschend kam. Kriminaltechnikerin Billie Curio stellt bei der Untersuchung des Ortes des Schusswechsels fest, dass Hofer nicht auf Morgenstern gezielt, sondern lediglich in die Luft geschossen hatte. Der Verdacht einer Überreaktion Morgensterns erhärtet sich. Bei der Befragung von Hofers Eltern, Ninette und Erwin Hofer, fällt Schwaiger und Ainfachnur anhand eines Bildes auf, dass Hofer ein Tattoo auf dem Handrücken trug. Beim Versuch der Identifizierung dieses Motivs stoßen Schwaiger und ihre Kollegen darauf, dass Johannes Hofer einen Zwillingsbruder – Sebastian Hofer – hat. Curio findet währenddessen anhand des SMS-Verlaufs von Tamara Jonas heraus, dass Johannes Hofer seinen Suizid für den Fall, dass er seine Ex-Freundin mit einem anderen Mann erwischen sollte, angekündigt hatte.
Bei seiner Befragung durch die Innenrevision gibt Arthur Bauer – hin- und hergerissen zwischen den Ermittlungen und der Sorge um seinen Mitarbeiter – wahrheitswidrig an, den Schusswechsel zwischen Hofer und Morgenstern gesehen zu haben. Als der Erste Kriminalhauptkommissar wenig später bei den Ermittlungen rund um Bernd Kaminski in einem Casino von drei Männern bedroht wird, führen die Spuren zum illegalem Glücksspiel. Bei einem gemeinsamen Feierabendbier mit dem SOKO-Team bittet Bauer seinen suspendierten Kollegen Morgenstern indirekt, undercover in dem Casino zu ermitteln. Dabei stößt dieser auf die Verlobte von Bernd Kaminski, die ihm von der Spielsucht und den Schulden des Toten berichtet. Als Kriminaloberkommissar Ainfachnur am nächsten Tag mit verdeckten Ermittlungen im Reinigungsunternehmen Bernheimer beginnt, in dem Kaminski als Schichtleiter gearbeitet hatte, stößt er auf Schwarzarbeitsstrukturen. Zudem findet er heraus, dass es zwischen dem Toten Kaminski und Maxi Bernheimer Streitigkeiten gegeben habe. Bernheimer, der von Kaminski erpresst worden war, gerät in den Fokus der Ermittlungen und wird befragt. Als Theresa Schwaiger bei der Befragung durch die Innenrevision wahrheitsgemäß aussagt, dass ihr Vorgesetzter Bauer den Schusswechsel zwischen Hofer und Morgenstern nicht beobachtet haben kann, ist Kriminaldirektorin Dr. Evelyn Kreiner gezwungen, den SOKO-Leiter ebenfalls vom Dienst zu suspendieren.
Kriminaloberkommissar Dominik Morgenstern, der die Spur des Tattoomotivs von Sebastian Hofer weiter verfolgt, stößt auf Verbindungen in das rechtsextreme Milieu. Bei der Observation der Wohnung von Tamara Jonas beobachtet Theresa Schwaiger diese und Sebastian Hofer. Sie folgt den beiden und stößt auf eine geheime Planungswerkstatt in der Nähe des Olympiaparks, wird jedoch von Sebastian Hofer entdeckt, überwältigt und gefangen genommen. Gegenüber Schwaiger offenbaren Jonas und Hofer, die ein Liebespaar sind, dass dieser Bernd Kaminiski ermordet habe. In diesem Moment sei Johannes Hofer in der Wohnung seiner Ex-Freundin aufgetaucht und habe die Kontrolle verloren, als er erkannte, dass Tamara Jonas ihn mit seinem Bruder betrogen hatte. Als Hofer nun auch Schwaiger ermorden will, kommt es zum Handgemenge zwischen ihm und Jonas, bei welchem diese mit dem Kopf auf eine Heizung stürzt und bewusstlos am Boden liegen bleibt. Hofer schlägt daraufhin auch Schwaiger bewusstlos. Am nächsten Morgen bemerken Bauer, Morgenstern und Ainfachnur besorgt, dass ihre Kollegin spurlos verschwunden ist. Der einzige im Dienst verbliebene Kommissar, Franz Ainfachnur, will sich gerade auf die Suche machen, als Kriminaltechnikerin Billie Curio in Morgensterns Wohnung erscheint, die inzwischen zur inoffiziellen Zentrale des SOKO-Teams geworden ist. Sie führt die Ermittler auf die Spur zweier gestohlener Waffen des Schützenvereins, in dem Johannes, Sebastian und Erwin Hofer Mitglied waren. Auch Rechtsmediziner Dr. Maximilian Weissenböck taucht wenig später in der inoffiziellen Zentrale des SOKO-Team auf und äußert die Vermutung, dass Johannes Hofer einen suicide by cop angestrebt habe. Nach Überprüfung dieser Theorie, auf die Weissenböck von Theresa Schwaiger gestoßen worden war, durch einen Kriminalpsychologen, stellt die Innenrevision die Ermittlungen gegen Morgenstern ein. Seine Suspendierung wird daraufhin aufgehoben, Bauer hingegen wird von Kriminaldirektorin Dr. Kreiner in den Ruhestand versetzt.