Der Stadtbus Rheine (Eigenschreibweise StadtBus Rheine mit Binnenmajuskel) wurde im Jahr 1997 gegründet und verbindet mittlerweile auf zwölf innerstädtischen StadtBus-Linien in den Starklastzeiten bzw. vier StadtBus-Linien in den Schwachlastzeiten sowie einer Gewerbegebiets-Linie den zentralen Umsteigepunkt Bustreff in der Innenstadt mit den verschiedenen Stadtteilen. Der StadtBus Rheine ist dabei kein eigenständiges Unternehmen, sondern eine Produktbezeichnung für das innerstädtische Busangebot in Rheine. Alle Fahrten des StadtBus Rheine werden aktuell von den Unternehmen Verkehrsbetrieb Kipp (VBK, Tochter der RVM) sowie den Unternehmen Verkehrsbetrieb Schäpers und Verkehrsbetrieb Weilke mit ihrem Tochterunternehmen EVG euregio-Verkehrsgesellschaft betrieben.
Bis zum 31. Dezember 2025 war das Unternehmen Rheiner Verkehrsbetriebe Mersch für die Abwickelung der Verkehre zuständig. Am 4. Juli 2025 wurde jedoch offiziell bekanntgegeben, dass die Verkehrsleistungen des StadtBus Rheine ab dem 1. Januar 2026 verloren worden.
Geschichte Vorgeschichte Am 15. November 1928 gründete Otto Dahms den Stadtomnibusverkehr in Rheine, angeboten wurden damals drei Linien:
Hörstelstraße – Markt – Dutum
Gellendorf – Markt – Bentlage (Saline)
Kümpersdorf – Markt – Waldhügel
Im Oktober 1934 übernahm der Kfz-Meister und Hauderer Josef Mersch den Stadtomnibusbetrieb der Firma Otto Dahms. Er übernahm nicht nur die vier Busse (3 Chevrolet, 1 Hansa-Lloyd), sondern auch die meisten Fahrer. Josef Mersch betrieb zu diesem Zeitpunkt eine Fahrrad- und Motorradwerkstatt an der Ibbenbürener Straße (heute Osnabrücker Straße).
In den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg war der Reisedienst zu einem weiteren Standbein der Firma Mersch. Mit seinen Bussen wurden vor allem Wallfahrten nach Telgte, Kevelaer, Neviges und in andere Wallfahrtsorte unternommen. Diese Fahrten leitete und fuhr meistens Josef Mersch selbst. Einen besonderen Aufschwung erlebte der Omnibusreiseverkehr im Jahr 1936 durch die Olympischen Spiele in Berlin. Viele Firmen fuhren mit Betriebsangehörigen dorthin.
Im Krieg konnte der Busverkehr nur noch eingeschränkt aufrechterhalten werden. Die einmarschierten Engländer nahmen einen der Busse mit, andere wurden zerstört, sodass die Firma nach dem Krieg wieder mit nur einem Bus anfangen musste.
Linienverläufe vor 1997 Bereits Anfang der 1990er-Jahre wurde der Linienverkehr in Rheine unter dem Markennamen „Stadtbus Rheine“ vermarktet, wies jedoch noch keine Merkmale eines modernen Stadtbus-Systems wie ein Corporate-Design, attraktive Umsteigebeziehungen oder ähnliches auf. Es wurde Busverkehr auf fünf Linien, welche teils in verschiedensten Taktfolgen betrieben wurden, angeboten:
Elte – Gellendorf – Busbahnhof – Frankenburg
Dutum – Busbahnhof – Kümpersdorf
Waldhügel – Busbahnhof – Eschendorf
Gellendorf – Busbahnhof – Altenrheine
Marienkirche – Busbahnhof – Saline
Die Gründung des StadtBus Rheine im Jahre 1997 Aufgrund des stetig ansteigenden Autoverkehrs im Stadtgebiet Rheine und der wachsenden Unzufriedenheit mit den langen Linienverläufen wurde in den 1990er-Jahren über ein modernes StadtBus-System für Rheine beraten. Die Rheiner Verkehrsgesellschaft war für die Linien und die Finanzierung des Omnibusunternehmens zuständig, welches die StadtBus-Linien betreiben sollte. Es entstand ein Liniennetz bestehend aus fünf StadtBus-Durchmesserlinien und fünf TaxiBus-Linien (welche nur nach telefonischer Vorbestellung verkehrten), welches für mindestens 80 Prozent der Bürger eine Haltestelle im nahen Umkreis garantierte. An vielen Punkten im Stadtgebiet wurden dabei Haltestellen aufgestellt, welche man ausschließlich mit einem extra eingerichtetem Anruf-Sammeltaxi erreichen konnte. Start des neuen Systems war im November 1997.
Kümpersdorf – Bustreff – Waldhügel
Schotthock – Bustreff – Dutum
Altenrheine – Bustreff – Thieberg
Marienkirche – Bustreff – Saline/Tierpark
Eschendorf – Bustreff – Königsesch
Bustreff – Catenhorn
Bustreff – Wadelheim
Bustreff – Kaserne / Kloster Bentlage
Bustreff – Gewerbegebiet Nord
Bustreff – Friedhof Eschendorf
mini|Das Liniennetz nach der Einführung des StadtBus Rheine im Jahre 1997
Vom TaxiBus zum StadtBus Im Jahre 2004 wurde das Liniennetz in Rheine erstmals seit der StadtBus-Einführung grundlegend überarbeitet, wobei die als Übergangslösung dienenden TaxiBus-Linien wieder eingestellt wurden. Als Ausgleich wurde das Liniennetz der anmeldefreien StadtBus-Linien räumlich erweitert. Allein die nachfragestärkste TaxiBus-Linie T6 nach Catenhorn blieb davon vorerst unberührt, da das Nahverkehrskonzept für die Stadtteile im Südraum der Stadt Rheine, wozu auch Catenhorn gehört, zu diesem Zeitpunkt noch in Arbeit war. 2006 wurden die Linien 283 und 284 der WB Westfalen Bus GmbH, welche die Stadtteile Hauenhorst, Mesum und Elte als Ringlinien mit Rheine verbanden in den StadtBus Rheine integriert. Im Jahre 2007 waren alle Planungen und alle mit der Einführung einer Buslinie verbundenen Verhandlungen abgeschlossen und alle Genehmigungen erteilt, so dass die Linien 283 und 284 sowie die TaxiBus-Linie T6 zugunsten der zwei neuen StadtBus-Linien C 6 und C 7 eingestellt wurden. Aus Gründen der Übersichtlichkeit wurden die Linien seither nicht mehr als Durchmesser- sondern als Radiallinien ausgeführt.
Bustreff – Kümpersdorf
Bustreff – Schotthock
Bustreff – Altenrheine
Bustreff – Marienkirche
Bustreff – Eschendorf
Bustreff – Catenhorn (bis 2007)
Elte – Mesum Bahnhof (ab 2007)
Hauenhorst – Mesum (ab 2007)
Bustreff – Waldhügel
Bustreff – Dutum
Bustreff – Thieberg
Bustreff – Königsesch
Bustreff – Saline/Naturzoo
Bustreff – Elte – Mesum – Hauenhorst – Bustreff (bis 2007)
Bustreff – Hauenhorst – Mesum – Elte – Bustreff (bis 2007)
mini|Liniennetz des StadtBus Rheine 2007
SchulExpress-Linien Zur Entlastung der StadtBus-Linien wurden 2007 fünf als SchulExpress bezeichnete Linien aus den Stadtteilen zu Schulen mit hohem Anteil an mit dem StadtBus fahrenden Schülern eingeführt um eine bessere Anbindung anbieten zu können und die regulären StadtBus-Linien zu entlasten.
Möllerhookstraße – Rodde – Gellendorf Kaserne – Overbergschule
Schotthock – Kümpersdorf – Overbergschule
Konradschule – Südeschschule – Tackesiedlung
Bustreff – Schulzentrum Dorenkamp
Mesum – Hauenhorst – Catenhorn – Schulzentrum Dorenkamp
Diese Linien wurden mit Ausnahme der Linie 269 zum Fahrplanwechsel im Jahre 2015 eingestellt. Als Ersatz für die weggefallenen Fahrten verkehren seitdem in die Stadtbuslinien integrierte Schul- und Einsatzwagen zusätzlich zu den regulären Linienfahrten.
MorgenSprinter 2016–2025 Seit dem StadtBus-Fahrplanwechsel im Jahre 2016 wird für Pendler, welche die ersten Züge in Richtung Münster oder Osnabrück am Morgen nehmen wollen, eine Frühverbindung unter dem Namen MorgenSprinter eingerichtet. Alle vier Linien haben je eine Fahrt pro Werktag aus den Stadtteilen zum Bustreff, der zentrale Umsteigepunkt in Bahnhofsnähe wird dabei um 5:55 erreicht. Am 4. Juli 2025 wurde bekanntgegeben, dass die MorgenSprinter-Linien ab dem 1. Januar 2026 aufgrund der dauerhaft niedrigen Fahrgastzahlen wieder eingestellt werden.
Altenrheine – Bustreff
Eschendorf – Bustreff
Dutum – Bustreff
Königsesch – Bustreff
G-Linien ab 2020 mini|Sprinter City 75 am Bustreff
Am 1. August 2020 wurden die zwei G-Linien in das Gewerbegebiet Nord eingeführt, zunächst nur probeweise unter Beobachtung der Entwicklung der Fahrgastzahlen für ein Jahr. Beide Linien verkehren nur an Werktagen, seit 2024 sind beide Linien nur noch im Stundentakt unterwegs. Am 4. Juli 2025 wurde bekanntgegeben, dass die Linie G2 zum 1. Januar 2026 komplett eingestellt wird.
Gewerbegebiet (GVZ)
Gewerbegebiet (apetito) (2026 eingestellt)
StadtBus-Linien heute Während der Ladenöffnungszeiten (Montag bis Samstagnachmittag) wird auf allen zwölf StadtBus-Linien ein Halbstundentakt angeboten, in der übrigen Zeit werden die Linien nur stündlich bedient. Die Linie C7 nach Mesum wird dabei in den Hauptverkehrszeiten Montag bis Freitag von je einem Kurs stündlich ergänzt.
Ab dem Bustreff wird das Stadtgebiet mit den folgenden zwölf StadtBus-Radiallinien und den zwei Gewerbegebietslinien erschlossen:
StadtBus-Linien Kümpersdorf
Schotthock
Altenrheine
Marienkirche
Eschendorf
Elte – Mesum
Hauenhorst – Mesum
Waldhügel
Dutum
Wadelheim
Königsesch
Saline/Naturzoo
Gewerbegebiets-Linien Gewerbegebiet (GVZ)
Gewerbegebiet (apetito) entfällt ab 1. Januar 2026
Zusatz-Linien Wöchentlich Abends + Sonntags morgens Altenrheine – Bustreff
Eschendorf – Bustreff
Wadelheim – Bustreff
Wietesch – Bustreff
Jeweils eine Fahrt von Montag bis Freitag aus den Stadtteilen zum Bustreff.
Fahrzeuge Alle Linien des StadtBus Rheine werden seit der Einführung im Jahre 1997 vom Rheiner Verkehrsbetrieb Mersch betrieben. In der Anfangszeit wurden die Linien mit aufgearbeiteten Bestandsfahrzeugen der Typen MAN SL202, MAN NL202 und MB O405 sowie zwei extra für den neuen StadtBus beschafften Fahrzeugen des Typs MB O405 N2 betrieben. Für die Durchführung des gesamten Stadtbus-Linienverkehrs ohne Berücksichtigung der nur bei Bedarf verkehrenden TaxiBusse wurden an Werktagen insgesamt 10 Omnibusse benötigt, welche laut Vergabevertrag im StadtBus-Corporate-Design ausgestattet waren und die damals neuartigen Ausstattungsmerkmale wie Digitale Innenanzeigen- und Ansagen, Teppichböden sowie Namensschilder an der Fahrerkabine besaßen.
Die TaxiBus-Linie T6 nach Catenhorn wurde seinerzeit von Taxi Grund mit Großraumtaxis bedient. Alle übrigen TaxiBus-Linien wurden von Mersch mit Kleinbussen der Typen Citroen Jumper und MB Sprinter 416 bedient.
Mit der Zeit wurde die Fahrzeugflotte stets auf dem neusten Stand gehalten, da die eingesetzten Fahrzeuge laut Vergabevertrag zum Einsatzzeitpunkt das Alter von zwölf Jahren nicht überschreiten dürfen. In den Jahren 1999/2002, 2004 sowie 2006 wurden daher je zwei Fahrzeuge des Typs A21 des Herstellers MAN beschafft. In den Folgejahren wurden nur noch Fahrzeuge des Herstellers Mercedes-Benz beschafft. Mittlerweile verkehrt auf dem Netz des StadtBus eine Einheitsflotte aus Fahrzeugen des Typs Mercedes-Benz Citaro C2, die letzte Serie dieser Fahrzeuge bestehend aus insgesamt acht Fahrzeugen mit Mild-Hybrid-Technologie wurde im Jahre 2021 in Dienst gestellt.
Aufgrund der geringen Nachfrage wurden für die G-Linien in das Gewerbegebiet Nord Anfang 2020 zwei Kleinbusse des Typs Sprinter City 75 vom Hersteller Mercedes-Benz gemietet, welche aufgrund der vorgeschriebenen Fahrzeugmerkmale laut Vergabevertrag ausschließlich auf diesen Linien verkehren dürfen. Für die Verstärkerkurse in den Hauptverkehrszeiten werden teilweise weitere StadtBus-Fahrzeuge genutzt, auf einigen der zusätzlichen Fahrten kommen jedoch aufgrund der hohen Nachfrage durch Schüler Gelenkbusse zum Einsatz, welche nur das Logo des StadtBus Rheine tragen und sich ansonsten in einem neutralen Design befinden.
Aktuell werden für die Durchführung des gesamten StadtBus-Linienverkehrs im 30-Minuten-Takt 14 Fahrzeuge benötigt, zwei zusätzliche kommen für die Linien G1 und G2 in das Gewerbegebiet Nord dazu.
mini|217x217px|Ein bereits etwas älterer Citaro als Linie C10 nach Wadelheim. mini|Ein Citaro auf der Linie C7 nach Mesum. mini|Ein Verstärker auf Linie C6 im Schülerverkehr.
Der Bustreff