Hans-Siebe-Krimis waren eine Kriminalhörspielreihe des DDR-Rundfunks, die der Autor Hans Siebe in loser Folge von 44 Einzeltiteln von 1963 bis 1990 für den Rundfunk der DDR schrieb.Andreas Meyer: Kriminalhörspiele 1924–1994, Verlag für Berlin-Brandenburg GmbH, Potsdam 1998, S. 58
Geschichte und Struktur Mit dieser Reihe wollte die DDR-Funkdramatik Anfang der 1960er Jahre dem bis dahin unregelmäßigen Angebot von Kriminalhörspielen mehr Verlässlichkeit geben und entwickelte eine stetige Zusammenarbeit mit dem Krimiautor Hans Siebe. Auf eine durchgehende Figurierung verzichtend, schrieb er schließlich jährlich jeweils etwa zwei solcher Stücke von 50-minütiger Länge, die überwiegend DDR-Kriminalfälle aus der Perspektive der volkspolizeilichen Ermittler erzählten.
Die frühen Manuskripte und Produktionen begleiteten die Dramaturgen Rosemarie Zeplin und Hans Kubisch. Von 1967 bis 1990 betreute Gerhard Rentzsch die Stückentwicklung, die einzelne Impulse und Motive aus einer Zusammenarbeit mit der Pressestelle des Ministeriums des Innern bezog. Obwohl es bei den Fällen zumeist um weniger spektakuläre Delikte wie Diebstahl, Betrug und Verletzungen der sozialistischen Ordnung ging, sorgten Autor, Dramaturg, Darsteller und Regie – oft unter Einbeziehung origineller Details – für handfeste spannende Kriminalhörspiele, die ausgewählt auch vom DDR-Fernsehen verfilmt und in der Romanreihe Blaulicht adaptiert abgedruckt wurden. Einige besonders relevante Stücke des Duos von Autor Hans Siebe und Dramaturg Gerhard Rentzsch gingen in die 1973 begonnene Hörspielreihe Tatbestand ein.
Das bereits 1972 produzierte Stück Feuer im Bootshaus musste wegen publizistischer Einwände der Abteilung für Agitation und Propaganda beim ZK der SED acht Jahre auf seine Ursendung im August 1980 warten, weil es – von Betondiebstahl handelnd – nach Auffassung der DDR-Zensoren den Finger zu deutlich auf die Wunde des eklatanten Baustoffmangels legte, der jenseits des üblichen Dauerzustands Anfang der 1970er Jahre besonders für den privaten Bedarf in der DDR herrschte.
Viele dieser Hans-Siebe-Krimis, die inzwischen beim Deutschen Rundfunkarchiv in Potsdam archiviert sind, werden auch noch 50 Jahre nach ihrer Entstehung in den Hörfunkprogrammen von ARD und Deutschlandradio als Reprisen ausgestrahlt und zum Teil urheberrechtswidrig als vermeintlich gemeinfreie Audiofiles auf YouTube zahlreich rezipiert.
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Einzelnachweise
Kategorie:Kriminal-Hörspielserie Kategorie:Hörfunksendung (DDR) Kategorie:Hörspielserie der 1960er Jahre Kategorie:Hörspielserie der 1970er Jahre Kategorie:Hörspielserie der 1980er Jahre Kategorie:Hörspielserie der 1990er Jahre