Die Technische Hochschule Aschaffenburg (TH Aschaffenburg) ist eine Technische Hochschule für angewandte Wissenschaften im bayerischen Aschaffenburg, die 1995 gegründet wurde. Sie gehört damit zu den neueren Hochschulen in Deutschland. Die Hochschule gliedert sich in drei Fakultäten: Ingenieurwissenschaften und Informatik, Gesundheitswissenschaften sowie Wirtschaft und Recht. Aktuell bietet sie 33 Studiengänge an, davon 24 Bachelor-Studiengänge und neun Master-Studiengänge mit über 4000 Studenten (Wintersemester 2025/26).

Geschichte Der Bayerische Ministerrat beschloss im Jahre 1991, neben den Hochschulstandorten in Amberg/Weiden, Ansbach, Deggendorf, Hof, Ingolstadt und Neu-Ulm auch in Aschaffenburg eine neue Fachhochschule aufzubauen – zunächst als Abteilung der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt-Aschaffenburg, später als eigenständige Hochschule.

Im 19. Jahrhundert existierte in Aschaffenburg die Karls-Universität Aschaffenburg, an deren Tradition die heutige Hochschule jedoch nicht anknüpft.

Am 9. Oktober 1995 wurde der Lehrbetrieb mit 89 Studenten der Betriebswirtschaftslehre sowie vier Professoren und acht Lehrbeauftragten unter dem Präsidenten der FH Würzburg-Schweinfurt-Aschaffenburg, Wolfgang Fechner aufgenommen. Gründungsdekan und Leiter der Hochschulabteilung Aschaffenburg war von 1995 bis 2000 Ulrich Brunsmann. Erster gewählter Rektor war seit 2001 der Volkswirtschaftler Wilfried Diwischek. Seit 2007 hat die Hochschule Aschaffenburg einen Präsidenten, nach seiner Wiederwahl 2012 war dies erneut Wilfried Diwischek bis 2019. Mit der Umbenennung in Technische Hochschule zum 15. März 2019 trat Eva-Maria Beck-Meuth ihr Amt als neu gewählte Präsidentin an.

Im Wintersemester 2001/2002 zählte die Fachhochschule Aschaffenburg über 950 Studierende, 29 Professoren, rund 60 Lehrbeauftragte und 35 weitere Mitarbeiter. Im Wintersemester 2013/2014 studierten bereits mehr als 3000 Studierende an der Hochschule. Die Zahl der Professoren ist inzwischen auf über 100 angewachsen, die Zahl der Lehrbeauftragten ebenfalls auf über 90 und die der wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Mitarbeiter auf rund 200. Aktuell hat die TH Aschaffenburg 3400 Studierende, 308 Mitarbeitende und 123 Professoren und Professorinnen.

Seit 1990 unterstützt die Gesellschaft der Förderer und Freunde der Hochschule Aschaffenburg e. V. die Entwicklung der Hochschule.

Am 1. Oktober 2007 trat eine neue Grundordnung in Kraft, nach der die Fachhochschule Aschaffenburg Hochschule Aschaffenburg heißt. Ab 15. März 2019 gilt die Bezeichnung Technische Hochschule Aschaffenburg (TH Aschaffenburg).

Ausrichtung Der Schwerpunkt der Hochschule liegt im betriebswirtschaftlichen und technisch orientierten Studienangebot. Der Studiengang Betriebswirtschaft und Recht wurde in Bayern erstmals angeboten. Als einzige Hochschule in Bayern bietet sie die Studiengänge Internationales Immobilienmanagement sowie Internationales Technisches Vertriebsmanagement an. Seit dem Wintersemester 2005/06 gibt es Bachelor- und Master-Studiengänge. Seit 2022 wurde die Ausrichtung um den Bereich Gesundheit mit dem Studiengang Hebammenkunde erweitert.

Die TH Aschaffenburg setzt auf Kooperation mit Unternehmen der Region zum Austausch im Bereich anwendungsorientierter Forschung und Entwicklung und beteiligt sich am Innovationsnetz Bayerischer Untermain.

Neben den üblichen Hochschuleinrichtungen stehen ein Sprachenzentrum, ein Zentrum Naturwissenschaften sowie zahlreiche Labore zur Verfügung. Mit dem berufsbegleitenden Bachelorstudiengang Elektro- und Informationstechnik und dem als Fernstudium angebotenen Masterstudiengang Elektrotechnik, der in Zusammenarbeit mit der Hochschule Darmstadt und der Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen ZFH angeboten wird, haben entsprechend Qualifizierte die Möglichkeit, sich nebenberuflich weiterzubilden. Der 2012 eingerichtete Career Service berät Studieninteressierte, Studierenden und Absolventen und veranstaltet Workshops und Seminare, die auf das Studium bzw. den Weg in die Arbeitswelt vorbereiten.

Mit dem Zentrum für Wissenschaftliche Services und Transfer (ZeWiS) hat die Technische Hochschule Aschaffenburg eine Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Forschung geschaffen. Sie bietet Auftragsforschung, Entwicklungsleistungen und Weiterbildungsmöglichkeiten auf folgenden Gebieten: Automotive, Wissenstransfer, Energieeffizienz, Intelligente Systeme/Automatisierung, Materials. Auf den 1000 m² Labor- und Büroflächen im Industrie Center Obernburg arbeiten rund 20 Hochschulprofessoren und ihre Mitarbeiter. Die Forschungsbereiche im ZeWiS bauen auf Kooperationen mit regionalen Unternehmen auf. Studierende können am ZeWiS aktuelle Fragestellungen aus den Forschergruppen im Rahmen von Master- und Bachelorarbeiten sowie Promotionen behandeln.

Gebäude mini|Ehemalige Jägerkaserne, Blick auf Campus TH Aschaffenburg mit Bibliothek mini|Ehemalige Jägerkaserne, seit 1995 TH Aschaffenburg, Gebäude 20 (von 2005) mini|Ehemalige Jägerkaserne (von 2012) Eugen Pfeifer (1858–1916), Onkel des Lehrers, Volkskundlers und Heimatschriftstellers Valentin Pfeifer, stammte aus Sommerau. Er erwarb Anfang 1884 ein bäuerliches Anwesen an der Würzburger Straße 34. Hier war er als Landwirt tätig und erwarb noch weiteres Ackerland im Umfeld. 1893 verkaufte er seine Liegenschaften an die Brüder Woerner, Besitzer eines Bau- und Steinmetzbetriebes. Diese erwarben in einem Tauschgeschäft die alte Kaserne an der Weißenburger Straße sowie einen Bauplatz in der Kolbornstraße und errichteten dafür ab 1896 eine moderne Kaserne auf dem ehemaligen Landgut von Eugen Pfeifer.

Die Technische Hochschule Aschaffenburg hat ihren Sitz in der ehemaligen Jägerkaserne,Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, ID: D-6-61-000-384 in der im 19. Jahrhundert das 2. Königlich-Bayerische Jägerbataillon stationiert war. Diesen Namen trägt die Anlage auch heute noch.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage zwar durch Bomben getroffen, war aber schnell wieder benutzbar. Noch im Jahre 1945 zog mit einem Motorpool der 1. US-Infanteriedivision die US-Armee in die Jägerkaserne ein, wo sie bis 1992 blieb.

Danach begannen die Umbauarbeiten zur Fachhochschule (→ Konversion). Ziel war es, ältere Gebäude mit guter Bausubstanz und zum Teil denkmalgeschützter Architektur funktionsgerecht zu sanieren, jüngere Bauten mit minderer Qualität abzureißen. Im ersten Bauabschnitt wurden Verwaltungsgebäude, Hörsaalgebäude und Rechenzentrum fertiggestellt. Von 1996 bis 1998 wurden im zweiten Bauabschnitt der Hörsaal, Aula, Mensa, Heizzentrale, Bibliothek, Labor, Verwaltungs- und Bürogebäude errichtet. Im Jahre 2004 wurde ein Neubau mit Laboren für die Mechatronik in Betrieb genommen.

Das alte Offizierswohnheim wurde ebenfalls im Jahre 2005 abgerissen, an seiner Stelle entstand ein Studentenwohnheim.

Im 2. Quartal 2008 begannen die Abrissarbeiten an den Gebäuden, die durch die US-Armee errichtet wurden. Im Herbst 2008 wurde mit dem Bau eines Labor- und Hörsaalgebäudes für die Mechatronik und das Wirtschaftsingenieurwesen begonnen. Die Fertigstellung erfolgte im Jahr 2011. Im Frühjahr 2010 wurden außerdem 3 teils aus Studienbeiträgen finanzierte Modulbauten errichtet, die zum WS 2010/2011 in Betrieb genommen wurden und den neuen Studiengängen die bisher fehlenden Raumkapazitäten zur Verfügung stellen.

Im November 2013 begannen die Arbeiten für den Neubau einer Energiezentrale. Die Grundsteinlegung erfolgte im März 2014. Die neue Energiezentrale wurde 2014 in Betrieb genommen.

2025 wurden zwei weitere Gebäude der Fakultät IWIN und des Rechenzentrums in Betrieb genommen.

mini|Haltepunkt Aschaffenburg Hochschule

Verkehrsanbindung Am 12. September 2007 erfolgte der erste Spatenstich für den Bau des neuen, an der Maintalbahn von Aschaffenburg nach Miltenberg gelegenen Haltepunktes „Aschaffenburg Hochschule“. Dieser wird als Bedarfshalt von Zügen der dort stündlich verkehrenden Regionalbahn angefahren. Nach über 100 Jahren erhielt Aschaffenburg damit wieder einen zusätzlichen Haltepunkt. Die Inbetriebnahme des 140 m langen Bahnsteigs erfolgte zum Fahrplanjahr 2008.

Daneben ist die Hochschule per Bus über die Haltestellen „Hochschule“ und „Campus Flachstr.“ erreichbar.

Fakultäten, Studiengänge und Studienschwerpunkte Die TH Aschaffenburg bietet Studiengänge aus den Fachgebieten Wirtschaftschaften, Rechtswissenschaft, Ingenieurwissenschaften, Informatik, Gesundheitswissenschaften und Sozialwissenwissenschaften an. Diese sind teilweise dual, berufsbegleitend oder in Teilzeit studierbar. Die Masterabschlüsse ermöglichen den Zugang zum höheren Dienst und zur Promotion. Fakultät Wirtschaft und Recht (WR) Dekanin der Fakultät ist Antje Wendler.

Bachelorstudiengänge Betriebswirtschaft B.A. Betriebswirtschaft und Recht (B.A./LL.B) Digitales Immobilienmanagement B.A. Digitales Marketing und E-Commerce B.A. Internationales Immobilienmanagement B.A. Mittelstandsmanagement B.A. Wirtschaftspsychologie B.Sc.

Masterstudiengänge Wirtschaft und Recht LL.M./M.A./M.Sc. Immobilienmanagement M.A. International Management M.A. Wirtschaftspsychologie M.Sc.

Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik (IWIN) Dekan ist Jürgen Vaupel.

Bachelorstudiengänge Die Bachelorstudiengänge enthalten unterschiedliche fachliche Spezialisierungen (Schwerpunkte genannt), wobei manche Schwerpunkte aus verschiedenen Bachelorstudiengängen heraus gewählt werden können. Elektro- und Informationstechnik B.Eng. Elektro- und Informationstechnik B.Eng. dual Erneuerbare Energien B.Eng. Internationales Technisches Vertriebsmanagement B.Eng. Mechatronik B.Eng. Mechatronik B.Eng. dual Medical Engineering and Data Science B.Sc. Modern Materials B.Sc. Multimediale Kommunikation und Dokumentation B.Sc. Software Design B.Sc. Software Design International B.Sc. Wirtschaftsingenieurwesen B.Eng. Bachelorstudiengänge berufsbegleitend

Elektro- und Informationstechnik B.Eng. (berufsbegleitend) Wirtschaftsingenieurwesen B.Eng. (berufsbegleitend)

miniatur|Der Gumpert Apollo mit Hybridantrieb von Heinz-Harald Frentzen im Labor für Fahrzeugmechatronik

Masterstudiengänge Elektro- und Informationstechnik M.Eng. Elektrotechnik M.Sc. (Weiterbildungsstudiengang) Wirtschaftsingenieurwesen M.Sc. Angewandte Forschung in den Ingenieurwissenschaften M.Sc.

Fakultät Gesundheit und Soziales (GS) Die Fakultät Gesundheit und Soziales wurde im Jahr 2022 (zunächst als Fakultät Gesundheitswissenschaften) neu gegründet.

Gründungsdekanin ist Lena Agel.

Bachelorstudiengänge Hebammenkunde B.Sc. Physician Assistant B.Sc. Interdisziplinäre Gesundheitsversorgung B.Sc. Soziale Arbeit B.A. (neu seit WiSe 2025/26)

Labore