Max Brod (* 21. April 1880 in Brünn, Österreich-Ungarn; † 27. Juli 1959 in Wien) war ein österreichischer Schauspieler und Sänger bei Bühne und Film.
Leben und Wirken Brod besuchte das Gymnasium und anschließend eine Handelsschule. Seine künstlerische Laufbahn startete er zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Chorsänger in der österreichisch-ungarischen Provinz (Iglau, heute Jihlava in Tschechien) und stieg zum Charakterkomiker in kleinen Theatern der Städte Jägerndorf und Olmütz auf. Im Breslauer Stadttheater konnte man ihn in der Spielzeit 1907/08 sehen. 1909 ging Max Brod nach Wien, wo er in der Folgezeit knapp zwanzig Jahre lang Ensemblemitglied des Johann Strauß-Theaters war; in dieser Zeit wirkte er auch sporadisch in einigen wenigen Stummfilmen, beginnend mit dem kleinen Part eines Oberkellners in der Nestroy-Adaption Einen Jux will er sich machen, mit. 1928 ging Brod an das gleichfalls in Österreichs Hauptstadt beheimatete Bürgertheater, und im Jahr darauf holte ihn Hubert Marischka an das Theater an der Wien. Auch am Wiener Stadttheater war Brod zu Beginn der 1930er Jahre zu sehen.
Immer wieder ging Max Brod auch auf Gastspielreisen, die ihn unter anderem nach Berlin, Frankfurt am Main, Budapest und Zürich führten. In München gehörte der Künstler in der Spielzeit 1932/33 dem dortigen Deutschen Theater an. Mit Machtübernahme durch die Nazis kehrte er 1933 ans Theater an der Wien zurück. In den Jahren des „Anschlusses Österreichs“ wurde Brod aus „rassischen Gründen“ vom Kulturbetrieb ausgeschlossen und musste sich bis Kriegsende 1945 als Hilfsarbeiter durchschlagen. Nach der Wiedererlangung der staatlichen Souveränität Österreichs kehrte Max Brod in seinen ursprünglichen Beruf zurück. Bis zu seinem Tode war er nunmehr Ensemblemitglied des Raimund-Theaters. Hauptrollen auf den Bühnenbrettern spielte Max Brod unter anderem in Der Graf von Luxemburg und in Der Rastelbinder. In den ersten Nachkriegsjahren sah man ihn auch mehrfach mit kleinen Rollen in frühen österreichischen Nachkriegsfilmen.
Filmografie 1916: Einen Jux will er sich machen 1919: Die Liebe vom Zigeunerstamm 1919: Die Czardasfürstin 1927: Die große und die kleine Welt (Die Strecke) 1946: Der weite Weg 1946: Die Welt dreht sich verkehrt 1947: Triumph der Liebe 1947: Das singende Haus 1947: Der Prozeß 1953: Ich und meine Frau 1953: 3 von denen man spricht 1954: Wenn du noch eine Mutter hast (Das Licht der Liebe) 1955: Herr Puntila und sein Knecht Matti 1955: Die Wirtin zur Goldenen Krone 1957: Hallo, das ist die Liebe (Fernsehfilm)
Literatur Wilhelm Kosch: Deutsches Theater-Lexikon, Biographisches und bibliographisches Handbuch, erster Band, Klagenfurt und Wien 1953, S. 212 Glenzdorfs Internationales Film-Lexikon, Erster Band, Bad Münder 1960, S. 197
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