mini|Hl. Hermagoras vor der Kirche in Hermagor. Skulptur von Hans Domenig, Muschelkalk. H 2,1m mini|Relief einer Kapelle in Vorderberg mini|Sterbender Soldat. 1937. Hermagor. Naturstein mini|Bauplastiken am Hauptpostamt in Klagenfurt 1929 mini|Altar von den Bildhauerbrüdern Max und Hans Domenig am Plöckenpass. Gedächtniskapelle 1929 mini|Evangelische Kirche Fresach. Engel und Kanzel von Domenig mini|Engel von Hans Domenig Johann „Hans“ Domenig (* 10. Februar 1901 in Untervellach bei Hermagor; † 10. April 1976 in Hermagor) war ein österreichischer Bildhauer.
Leben und Wirken Hans Domenig wurde am 10. Februar 1901 in Untervellach 31 als achtes von neun Kindern in einer bäuerlichen Familie geboren und noch am selben Tag auf den Namen Johann getauft.Geburtsbuch Hermagor, tom. IX, fol. 186 (Faksimile), abgerufen am 6. September 2026 Sein Vater war Maximilian Domenig, Keuschler in Obervellach; seine Mutter war die Müllerstochter Elisabeth (geborene Lindermuth) aus der Pfarre Förellach. Die Eltern förderten sein künstlerisches Talent und so konnte er in Hallein eine Holzbildhauerlehre bei seinem ältesten Bruder Max Domenig, der die Halleiner Werkstätten für Kirchliche Kunst und Kunstgewerbe leitete, absolvieren. Während dieser Zeit (1919) besuchte er auch Kurse an der Bildhauerschule Hallein.
Seine Ausbildung setzte er 1923 an der Kunstgewerbeschule in Wien fort, anfänglich bei den Professoren Steinhoff, Cizek und Lorisch und danach noch ein Jahr bei Professor Anton Hanak, neben dem Studium arbeitete er als Restaurator für das Bundesdenkmalamt im Schloss Heiligenkreuz und im Waisenhaus am Rosenhügel, um sein Leben zu finanzieren. 1926 konnte er bei einer großen kirchlichen Kunstausstellung eine 3,5 Meter große Marienstatue, die er zusammen mit einem Tiroler Kollegen gestaltete, präsentieren. Gegen Ende seiner Studienzeit belegte er an der Meisterschule für Architektur Veranstaltungen bei Clemens Holzmeister und noch ein weiteres Semester als Privatschüler bei Anton Hanak.Brigitte Strasser (Hrsg.): Hans Domenig 1901–1976. Ein Pionier für spätere Geschlechter. Gedächtnisausstellung. Rathaus Hermagor, Kleiner Kultursaal. Klagenfurt/Celovec 2001, S. 3f.
Bildhauer in Hermagor 1927 machte er sich als akademischer Bildhauer in Hermagor, im Kärntner Gailtal, selbständig. Am 29. November 1929 wurde im Kärntner Tagblatt berichtet: „Die Terrassenarkade des eben vollendeten Hauptpostgebäudes in Klagenfurt ist mit drei stilvollen, modern empfundenen und gestalteten Bauplastiken des Kärntner Bildhauers Hans Domenig in Hermagor geschmückt, die ob ihrer nicht alltäglichen Formung einer verständnisbereiten Betrachtung bedürfen. …“.Brigitte Strasser (Hrsg.): Hans Domenig 1901–1976. Ein Pionier für spätere Geschlechter. Gedächtnisausstellung. Rathaus Hermagor, Kleiner Kultursaal. Klagenfurt/Celovec 2001, S. 20. Diese drei Figuren für die Post in Klagenfurt konnte er aufgrund einer Empfehlung seines Lehrers Anton Hanak ausführen.
1935 heiratete Hans Domenig Elisabeth Katherina Schluga (1905–1975), es folgte die Geburt der beiden Söhne Kristof 1939 und Werner 1941. 1935/1936 führte ihn ein großer Auftrag nach London, wo er für die Herzogin von Westminster den Empfangs- und Speisesaal gestaltete; sonst blieb er bis auf einige kleinere Reisen in seiner Werkstätte in Kärnten. „Jeder Auftrag wurde von ihm angenommen, niemals gewertet, sondern versucht, alle Anforderungen bestmöglich zu bewältigen, nach dem Motto der Hanak-Schule: …daß uns alle nur die Arbeit und die Kenntnis des Handwerks retten kann.“ „… Er ist im Gailtal beinahe in jedem Haus mit von ihm geschaffenen Werken vertreten …“Brigitte Strasser (Hrsg.): Hans Domenig 1901–1976. Ein Pionier für spätere Geschlechter. Gedächtnisausstellung. Rathaus Hermagor, Kleiner Kultursaal. Klagenfurt/Celovec 2001, S. 6.
In den Jahren um 1960 restaurierte Hans Domenig die Hermagoras-Holzfigur, die 1905 von Franz Barwig dem Älteren geschaffen wurde und in der Westfassade der Kirche in Hermagor stand.
Zusammenarbeit mit Bruder Max 1927: Altar in der Gedächtnis-Kapelle am Plöckenpass, ebenfalls Gemeinschaftsarbeit mit Max Domenig. 1932 schufen Max und Hans Domenig für die neue Elisabethkirche in Salzburg eine Marienstatue mit Kind, diese Lindenholzskulptur ist 2,5 Meter hoch.Brigitte Strasser (Hrsg.): Hans Domenig 1901–1976. Ein Pionier für spätere Geschlechter. Gedächtnisausstellung. Rathaus Hermagor, Kleiner Kultursaal. Klagenfurt/Celovec 2001, S. 12.
Schüler Herbert Unterberger war von 1958 bis 1962 Schüler von Hans Domenig. Lorenz Wieser war von 1962 bis 1966 Schüler von Hans Domenig.
Tod Am 10. April 1976 starb Domenig im Alter von 75 Jahren an der damaligen Adresse Hermagor 76.
Werke (Auswahl) 1928: Altar für Kapelle Ober- und Untervellach 1929: Brunnen in Arnoldstein und Hermagor 1935–1937: Kriegerdenkmal in Hermagor, Naturstein, 6,5 t 1947: Christusfigur für Augsdorf 1949: Christus für St. Stefan im Krappfeld, überlebensgroß 1949–1951: Engel über der Absis und Kanzelreliefs der Evangelischen Kirche in Fresach 1950: Figurengruppe für Kirche in Kassel-Bettenhausen, überlebensgroß ca. 1960: 4 Reliefs der Evangelisten. Für Kapellen in Vorderberg. 50 × 60 cm 1961: Relief für Musikpavillon in Mallnitz, 9 m lang 1961–1962: St. Hermagoras-Figur für Hermagor, Muschelkalkstein, 2,1 m groß 1965: Christus für Friedhof Grafenstein 1967: 5 Reliefs für das Kurhaus Hermagor
Literatur Brigitte Strasser (Hrsg. u. Gest.): Hans Domenig 1901–1976. Ein Pionier für spätere Geschlechter. Gedächtnisausstellung. Rathaus Hermagor, Kleiner Kultursaal. Klagenfurt/Celovec 2001.
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