mini|hochkant|Oku Mumeo Oku Mumeo (, eigentliche Schreibung: ; geboren 24. Oktober 1895 in Fukui, Präfektur Fukui; gestorben 7. Juli 1997 Shinjuku, Präfektur Tokio) war eine japanische Politikerin und Suffragette. Sie gilt als eine der führenden Persönlichkeiten der Stimmrechtsbewegung in Japan und als Pionierin des Feminismus in Japan. Zusammen mit Hiratsuka Raichō und Ichikawa Fusae gründete sie die Shin-fujin kyōkai (, „Neue Frauenvereinigung“). Sie ist seit 1989 Ehrenbürgerin ihrer Heimatstadt Fukui.
Leben und Schaffen Oku Mumeo wurde 1895 als älteste Tochter des Schmiedes Wada Jinzaburō und seiner Frau Hama in Fukui geboren. Ihre Mutter starb an Tuberkulose, als Oku Mumeo erst drei Jahre alt war. 1916 schloss sie ihr Studium an der Japanischen Frauenuniversität ab. Nach ihrem Studium arbeitete sie als Journalistin für die Zeitung Rōdōsekai (, etwa: „Arbeitswelt“), die von der Gewerkschaft herausgegeben wurde. Sie arbeitete undercover bei der Fujibō Holdings und schrieb Artikel darüber.
Um politische Forderungen aufzustellen, gründete sie 1920 zusammen mit anderen Frauen wie Hiratsuka Raichō und Ichikawa Fusae die Frauenvereinigung Shin fujinkai. Das brachte ihnen die Kritik der sozialistische Frauenvereinigung Sekirankai (, „Rote-Welle-Gesellschaft“) unter Yamakawa Kikue ein, die eine Umkehr zu einer sozialistischen Frauenbefreiungsbewegung forderten. Ein Jahr später gab Ichikawa ihre Position als Vorsitzende der Vereinigung auf und ging nach Amerika. Hiratsuka zog sich im gleichen Jahr krankheitsbedingt zurück und ging in die Präfektur Gunma, wo sie am Fuße des Vulkans Akagi wohnte. Daraufhin wurde Oku Vorsitzende der Frauenvereinigung und verfolgte die politischen Ziele zusammen mit Makoto Sakamoto weiter. Das Hauptquartier der Vereinigung wurde in Sakamotos Haus verlegt, wo sie auch unter der Leitung Okus die Zeitung Josei Dōmei (, etwa: „Frauenverband“) herausgaben.
Die wichtigste Forderung war eine Reform des Artikels 5 des „Ordnungs- und Polizeigesetzes“ (, Chian keisatsu-hō). Der Vorläufer dieses Gesetzes war das Shūkai oyobi seisha-hō (, etwa: „Gesetz über Versammlungen und politische Vereinigungen“) von 1890, das es Frauen untersagte, Mitglied einer politischen Partei zu werden oder an politischen Versammlungen teilzunehmen. 1900 wurde das Gesetz in „Ordnungs- und Polizeigesetz“ umbenannt und ergänzt. Durch Artikel 5.1 erhielten nun auch Frauen das Recht sich einer politischen Partei anzuschließen. Artikel 5.2 beinhaltete das Versammlungsrecht. Frauen durften politischen Versammlungen zwar unterstützen, aber weiterhin nicht daran teilnehmen. 1905 hatte Kiyoko Endō zusammen mit anderen Frauen der Heiminsha (), einer sozialistisch-pazifistischen Vereinigung, die Bewegung zur Reform des Artikel 5 ins Leben gerufen. Oku setzte mit der Frauenvereinigung diese Reformarbeit fort. Eine weitere Änderung des „Ordnungs- und Polizeigesetz“ erlaubte nun auch Petitionen, woraufhin Frauen 2057 Unterschriften sammelten und in die beiden Häuser des japanischen Reichstags einbrachten. Bei einer Debatte des Artikel 5 wurden 1920 erstmals Frauen der Shin fujinkai wie Ichikawa, Waka Yamada, aber auch Männer wie Ōyama Ikuo gehört, die die Notwendigkeit einer Reform darlegten. Daraufhin brachten Hiratsuka und Ichikawa eine Gesetzesvorlage ein. 1922 brachten Oku und Makoto diesen Änderungsvorschlag erneut ein und dieses Mal konnte die Frauenvereinigung einen Erfolg verbuchen. Artikel 5.2 wurde gestrichen. In der Folge kam es zu Verhandlungen zwischen den beiden Frauen und Abgeordneten des Kizokuin, sodass die Gesetzesvorlage der Frauenvereinigung in das Ordnungs- und Polizeigesetz übernommen wurde.
1923 gründete Oku den „Verband der berufstätigen Frauen“ (, Shokugyō fujinsha) und gab eine gleichnamige Zeitschrift heraus.Die Zeitung wurde später in „Frauen und Arbeit“ (, Fujin to rōdō) und dann in „Frauenbewegung“ (, Fujin undō) umbenannt. Danach war Mumeo in der Verbraucherbewegung aktiv und gründete 1928 die „Vereinigung der Verbraucherinnen“ (, Fujin shōseki kumiai kyōkai). Von 1930 an unterstützte Oku die Entwicklung der landesweiten Settlement-Bewegung der Frauen. Sie arbeitete als Vizepräsidentin des Verbandes der japanischen Verbrauchergenossenschaften und war Vorsitzende der landesweiten Ratsversammlung der Frauenvereine.
Während des Krieges war sie in der Bewegung der nationalen geistigen Mobilisierung und der Unterstützungsgesellschaft für die Kaiserliche Herrschaft aktiv, wofür sie nach dem Krieg kritisiert wurde.
Nach dem Krieg kandidierte Oku bei der Sangiin-Wahl 1947 landesweit für die Kokumin kyōdōtō (, etwa: Partei der nationalen Kooperation) und wurde ins Oberhaus gewählt, wo sie der Ryokufūkai (etwa: „Sommerwind-Versammlung“) zugerechnet wird. Als Oku 1965 ihren Abschied nahm, konnte sie auf drei Amtszeiten und 18 Jahre politische Arbeit zurückblicken. Im gleichen Jahr wurde sie mit dem Orden der Edlen Krone 2. Klasse ausgezeichnet. Als 1956 das „Vereinshaus der Hausfrauen“ (, Shufu Kaikan) in Chiyoda, Tokio gebaut wurde, war sie die erste Leiterin des Hauses.Oku hatte 1948 die Hausfrauenvereinigung (, Shufuren) gegründet.
Mumeo Oku starb 1997 im hohen Alter von 101 Jahren in ihrem Haus in Shinjuku. Ihre älteste Tochter Kii Nakamura ist heute Vorsitzende der Hausfrauenvereinigung. Ihr Mann Eiichi Oku war Dichter. Zudem hatte Mumeo einen Sohn namens Kyoichi Oku.
Rezension
Werke 1925 Fujin modai jūrokkō (, etwa: 16 Beiträge zu den Problemen der Frauen) 1941 Hana aru shokuba e (, etwa: Hin zu einem Arbeitsplatz mit Blumen) 1942 Shin-josei no michi (, etwa: Weg der neuen Frau) 1943 Tatakau josei onna mo hatarakanebanaranu (, etwa: Frauen im Kampf, auch Frauen müssen arbeiten dürfen) 1952 Daidokoro to seiji dankesshita shufutachi (, etwa: Frauen zwischen Küche und Politik) 1957 Akekure ()
Anmerkungen
Literatur S. Noma (Hrsg.): Oku Mumeo. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993. ISBN 4-06-205938-X, S. 1145.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Suffragette Kategorie:Mitglied des Sangiin Kategorie:Trägerin des Ordens der Edlen Krone Kategorie:Hundertjähriger Kategorie:Japaner Kategorie:Geboren 1895 Kategorie:Gestorben 1997 Kategorie:Frau