Die Hami-Rebellion (Hāmì bàodòng bzw. 哈密暴動), auch genannt Kumul-Aufstand, war ein Aufstand in der Region Hami im Osten von Xinjiang von 1931 bis 1934. Zunächst richtete sich der Aufstand gegen die muslimenfeindliche Politik des Gouverneurs Jin Shuren und zur Wiederherstellung alter Privilegien. Später spielten auch die Mongolei, die chinesische Kuomintang-Zentralregierung in Nanjing und indirekt sogar die Sowjetunion eine Rolle in dem Konflikt.

Vorgeschichte Das Chanat Hami (auch genannt Khanat Kumul) war ein Chanat, welches sich selbst verwaltete, aber die chinesische Oberhoheit anerkannte. Aufgrund der Autonomieregelung gab es in der Region niedrige Steuern.Philip Jowett: China’s Wars: Rousing the Dragon 1894–1949, London: Bloomsbury 2013, S. 191. 1930 ließ Jin Shuren, der Gouverneur von Xinjiang, jedoch den Chan von Hami, Maksud Shah, festnehmen. Der Chan starb im November desselben Jahres.Ram Rahul: Central Asia: An Outline History, New Delhi: Concept Publishing 1997, S. 90. Infolge der Eingliederung in die Provinz Xinjiang verdoppelten sich die Steuern für die lokale Bevölkerung.Philip Jowett: China's Wars – Rousing the Dragon 1894-1949, London: Bloomsbury Publishing 2013, S. 191.

Zu Spannungen in der Bevölkerung führte, dass aufgrund einer Hungersnot im Inneren Chinas immer mehr Hui aus Gansu in Hami siedelten.James A. Millward: Eurasian Crossroads: A History of Xinjiang, London: Hurst Publishers 2007, S. 191.

Gegen die Politik Jins organisierte sich aufgrund dieser Umstände ein Geheimbund.S. Frederick Starr: Xinjiang: China's Muslim Borderland: China's Muslim Borderland, Armonk (NY): M.E. Sharpe 2004, S. 75.

Im Jahr 1931 löste Jin das sich selbst verwaltende Chanat auf.Hsaio-ting Lin: Tibet and Nationalist China's Frontier: Intrigues and Ethnopolitics, 1928–49, Vancouver: UBC Press 2011, S. 27.

Verlauf des Aufstandes in Hami (1931–1932) Am 4. April 1931 töteten Einwohner eines Dorfes bei der Stadt Hami einen Steuereintreiber. Die aufständischen Uighuren konnten daraufhin mehrere Militärposten und die muslimische Altstadt von Hami rasch einnehmen.Andrew D. W. Forbes: Warlords and Muslims in Chinese Central Asia: A Political History of Republican Sinkiang 1911–1949, Cambridge: Cambridge University Press 1986, S. 48. Von Anfang an richtete sich die Gewalt der Rebellen gegen Han-Chinesen.Ke Wang: The East Turkestan Independence Movement, 1930s–1940s, Hong Kong: The Chinese University Press 2018, S. 33.

Die Rebellen nahmen schnell große Teile der Region Hami ein und Hodscha Niyaz und Yulbars Khan wurden ihre Anführer.Michael E. Clarke: Xinjiang and China's Rise in Central Asia – A History, London: Routledge 2011, S. 30. Khan rief in der Mongolei und in Gansu um Hilfe an. Dabei behauptete er, für eine "Chantou-Volksrepublik" zu stehen.David Brophy: Uyghur Nation – Reform and Revolution on the Russia–China Frontier, Cambridge (MA)/London: Harvard University Press 2016, S. 239.

Die Mongolische Volksrepublik unter Tsengeltiin Dschigdschiddschaw sandte eine Delegation zu den Aufständischen. Burhan Shahidi überlieferte später die detailliertesten Aufzeichnungen der mongolischen Unterstützung der Hami-Aufständischen – basierend auf Aussagen von Hodscha Niyaz.David Brophy: The Qumul Rebels' Appeal to Outer Mongolia, in: Turcica: Revue d'études turques – Peuples, Langues, Cultures, États, Jg. 42 (2010), S. 329–341 (hier: S. 330/331).

Der Warlord Ma Zhongying aus Gansu marschierte mit 500 schlecht ausgerüsteten Reitern in Hami ein. Die Provinztruppen Jin Shurens konnten die Streitmacht von Ma zurückschlagen. Ma zog sich daraufhin vorläufig nach Gansu zurück.James A. Millward: Eurasian Crossroads: A History of Xinjiang, London: Hurst Publishers 2007, S. 193.

Bürgerkrieg in Xinjiang und sowjetischer Einmarsch (1933–1934) Im Jahr 1933 eskalierte die Hami-Rebellion zu einem Bürgerkrieg in der gesamten Provinz Xinjiang. General Ma marschierte im Frühjahr erneut in die Provinz ein und konnte die Provinzhauptstadt Urumtschi belagern.Hsiao-ting Lin: Modern China's Ethnic Frontiers: A Journey to the West, London: Routledge 2010, S. 40. Die Truppen unter dem Kommando von Sheng Shicai schlugen Mas Truppen zurück und konnten Hami im Dezember 1933 besetzen.Michael Dillon: Xinjiang and the Expansion of Chinese Communist Power: Kashgar in the Early Twentieth Century, London: Routledge 2014, S. 92. Aufgrund der starken Präsenz von Mas Truppen marschierte die Rote Armee im Frühjahr 1934 in Xinjiang ein.David X. Noack: Das zweite Turnier der Schatten – Turkestan und die Politik der Großmächte 1919–1933, Paderborn: Brill Schöningh 2025, S. 413–416.

Literatur David Brophy: The Qumul Rebels' Appeal to Outer Mongolia, in: Turcica: Revue d'études turques – Peuples, Langues, Cultures, États, Jg. 42 (2010), S. 329–341.

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