Captain Future ist eine von dem japanischen Filmstudio Tōei Animation produzierte Anime-Fernsehserie aus den Jahren 1978 und 1979, frei basierend auf der amerikanischen Pulp-Magazin-Reihe Captain Future von 1940. Die Serie wurde ab 1980 im ZDF ausgestrahlt.
Hintergrund der Handlung Captain Futures Eltern waren die Wissenschaftler Elaine und Roger Newton, die von einem Kriminellen namens Victor Corvo verfolgt wurden und deshalb auf den Mond flohen. In einer versteckten Basis unter dem Krater Tycho wollten sie künstliche Wesen erschaffen, die als Helfer der Menschheit dienen sollten. Begleitet wurden sie auf ihrer Flucht von Professor Simon Wright, einem todkranken, alternden Wissenschaftler, dessen Gehirn vom Körper getrennt und in einen Behälter transferiert wurde, um ihm das Überleben zu ermöglichen. Gemeinsam erschuf das Wissenschaftler-Trio zuerst den Roboter Grag (sozusagen als Prototyp einer künstlichen Lebensform), dann den Androiden Otto.
Kurze Zeit nach Curtis Newtons Geburt machte Victor Corvo die verborgene Mondbasis ausfindig und ermordete Curtis’ Eltern. Grag und Otto töteten im Gegenzug Corvo und seine Handlanger. Curtis Newton wuchs auf dem Mond auf und wurde von Simon Wright, Grag und Otto erzogen und ausgebildet. Volljährig geworden, beschloss er, sich der Verbrechensbekämpfung zu widmen, und nahm deshalb den Namen „Captain Future“ an. Wright, Grag und Otto bilden seine Mannschaft und mit seinem Schiff, der „Comet“, setzt er sich für Frieden und gegen das Verbrechen ein. Außerdem wird er oft begleitet von der Agentin Joan Landor, über die die Erdregierung mit Captain Future Kontakt aufnimmt, und dem früheren Marshall der Planetenpolizei, Eszella Garnie.
Produktion Auf der Grundlage von 13 Originalgeschichten produzierte Tōei Dōga (heute Tōei Animation) die 52-teilige Serie. Anstoß dafür gab, dass nach dem Erfolg von Star Wars 1977 George Lucas die Pulp-Romane als eine seiner Inspirationen genannt hatte und entsprechend großes Interesse daran entstand.Jonathan Clements, Helen McCarthy: The Anime Encyclopedia. Revised & Expanded Edition. Berkeley 2006, Stone Bridge Press, ISBN 978-1-933330-10-5, S. 86. Regie führte dabei Tomoharu Katsumata und die Drehbücher schrieben Masaki Tsuji und Hiroyuki Hoshiyama. Das Charakterdesign stammt von Takuo Noda und Toshio Mori und die künstlerische Leitung lag bei Tadanao Tsuji. Toshio Mori leitete die Animationsarbeiten.
Die Musik stammt von dem Jazz-Musiker Yūji Ōno. Der Vorspann war Yume no Funenori (, „Schiffsfahrt der Träume“), getextet von Keisuke Yamakawa und gesungen zuerst bis Folge 30 von Yūki Hide und ab Folge 31, sowie dem Special von Yukihide Takekawa. Als Abspanntitel wurde Popura-dōri no Ie (, „Haus/Familie der Pappelstraße“) verwendet vom selben Texter, aber gesungen von Peekaboo; beim Special jedoch Oira wa Sabishii Spaceman (, „ich bin ein einsamer Weltraummann“) mit dem Text von Masahiro Noda und dem Gesang von Yūki Hide.
Die Serie weicht inhaltlich teilweise stark von den Büchern ab: So wurde aus dem Waisenjungen Johnny Kirk, einer Randfigur in einem Roman, die Nebenfigur Ken Scott, und die Rollen des Mondhundes Yiek und des Asteroid-Chamäleons Oak wurden ausgebaut. Während aufgrund der Grenze der Lichtgeschwindigkeit die Romane von Edmond Hamilton alle innerhalb und auf den Planeten des Sonnensystems spielten, wurde in der Animeserie interstellares Reisen mit einem überlichtschnellen „Hyperantrieb“ vorausgesetzt. Die Adaptionen der Originalgeschichten wurden so auf Planeten ferner Systeme übertragen, zumal dabei auch zivilisierte Ureinwohner oder Urwälder eine Rolle spielten.
In der Fernsehserie besteht Captain Futures Mannschaft aus Professor Simon Wright (einem lebenden Gehirn in einem fliegenden Spezialbehälter), Grag (einem Stahlroboter mit ungeheuren Kräften) und Otto (einem Kunstmenschen aus Plastik mit der Fähigkeit, seine Gestalt zu ändern). Weitere Mitstreiter der Future-Mannschaft sind Joan Landor (eine junge Agentin der Planetenpolizei) sowie Eszella Garnie (ein altgedienter Marshall bei der Planetenpolizei). Insgesamt sei die Serie aber eine bemerkenswert originaltreue Adaption, so die Anime Encyclopedia.
Synchronisation Die deutsche Synchronisation wurde von der Arena Synchron Berlin erstellt. Für diese Fassung komponierte Christian Bruhn einen vollständig neuen Soundtrack.
Rolle (jp./dt.)Japanischer Sprecher (Seiyū)Deutscher SprecherCaptain FutureTaichirō HirokawaHans-Jürgen DittbernerOtho/OttoKeiichi NodaWolfgang VölzGragKen’ichi OgataFriedrich G. BeckhausProf. Simon WrightKiyoshi KawakuboJochen SchröderJoan Randall/Joan LandorEiko MasuyamaAnita KupschEzla Garnie/Ezella GarnieKazuhiko KishinoMichael ChevalierKen ScottKazuhiko InoueSven PlatePräsident CashewTarō JinHorst SchönCashews Sekretärin AnnYumi NakataniRebecca VölzAndersonFriedrich SchoenfelderDr. ZaroHerbert StassHerrscher von MegaraKlaus MiedelWrecker, Su VirruLothar BlumhagenUl Quorn/Vul KuolunJoachim KerzelNuraraHeidrun KussinBig EarGerd DuwnerChameleonUlrich GressiekerDarmooreErnst Wilhelm BorchertKönig MurulFriedrich W. BauschulteLakukuLutz RiedelKim IvanHubert SuschkaShiriMadeleine StolzeUnyiArnold MarquisErzählerTarō JinHelmut Krauss
Ausstrahlung und Episodenliste Die 52 Folgen wurden vom 7. November 1978 bis zum 18. Dezember 1979 wöchentlich um 19:30 Uhr auf dem Fernsehsender NHK ausgestrahlt. Am 31. Dezember 1978 wurde zudem ein 60-minütiges Neujahrsspecial namens Karei naru Taiyōkei Race () gezeigt. Außer in Japan erschien die Fernsehserie unter anderem auch in Venezuela sowie in arabischer Sprache. In Frankreich und Belgien trägt sie den Titel Capitaine Flam, in Italien und Spanien den Namen Capitan Futuro. Auch erhielten die einzelnen Synchronisationsversionen teilweise jeweils individuelle und atmosphärisch sehr unterschiedliche Soundtracks.
In Deutschland begann das ZDF am 27. September 1980 mit der Ausstrahlung der Fernsehserie. Diese war gekürzt und in der Reihenfolge der mehrteiligen Geschichten verändert worden. Außerdem führte die mehrfache Übersetzung zu veränderten Namen, da diese zunächst aus den englischsprachigen Büchern für die Produktion des Animes ins Japanische übersetzt wurden und für die ZDF-Fassung anschließend ins Deutsche. So war beispielsweise Joan Randall, in japanischer Schrift (Jōn Randōru) geschrieben, beim Export der Serie als Joan Landor übersetzt worden. Dasselbe gilt für Ul Quorn, welcher japanisch (Uru Kworun, wobei kwo sich aus ku + kleines o zusammensetzt) geschrieben und dann fehlerhaft als Vul Kuolun ins Deutsche übertragen wurde.
Im Original gibt es 52 Folgen zu ca. je 30 Minuten, diese bilden 13 übergeordnete Episoden, bestehend aus je 4 Folgen. Darüber hinaus existiert ein ca. einstündiges Serienspecial. In Deutschland wurden alle Folgen gekürzt. Dazu wurden zunächst vier Originalfolgen aneinandergereiht und dann auf drei Folgen zu je ca. 25 Minuten geschnitten. Eine Ausnahme bildet die Episode „Das Geheimnis der sieben Steine“, die auch in Deutschland aus vier Folgen besteht. Das Serienspecial Sternstraße zum Ruhm (jap. Karei naru Taiyōkei Race, dt. etwa: „Sonnensystem-Rennen zum Ruhm“, auch unter dem Titel des Bandes Star Trail To Glory bekannt) wurde bisher nicht auf Deutsch synchronisiert. Es ist in der deutschen DVD-Kollektion auf Japanisch mit deutschen Untertiteln erhältlich.
In Deutschland wurden die Episoden in der Reihenfolge gesendet, in der sie synchronisiert worden waren. Da die Episoden inhaltlich Bezug aufeinander nehmen, entstehen dabei Ungereimtheiten. Nachfolgend sind die Folgen zum Vergleich in der original japanischen Ausstrahlungsreihenfolge mit einer Übersetzung der japanischen Titel aufgelistet.