Die Liste der Stolpersteine in Naunhof enthält die Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Kunst-Projektes von Gunter Demnig in Naunhof im Landkreis Leipzig verlegt wurden.

Hintergrund Alle Stolpersteine in Naunhof gehen auf Initiative des Freien Gymnasiums Naunhof seit dem Schuljahr 2016/2017 mit Unterstützung des Erich-Zeigner-Haus e. V. Leipzig zurück. Der Schule waren bereits 2017 mehrere Schicksale bekannt und weitere Stolpersteine waren angedacht.

Erste Verlegung Recherchiert hatte eine neunte Klasse des Freien Gymnasiums Naunhof. An der Zeremonie nahmen dazu die Gymnasiumsleiterin Kathrin Mayer und der parteilose Bürgermeister Volker Zocher teil. Erst durch die Berichterstattung über die Verlegung des Stolpersteins erfuhr die Urenkelin von Marie Naundorf davon und es entstand ein Kontakt zum Rechercheprojekt.

Zweite Verlegung Die beiden Männer wohnten zuletzt in Naunhof, aber trotz intensiver Recherche konnten ihre genauen Adressen nicht ermitteln werden. Deshalb wurde der Platz vor dem Rathaus als Ersatzort ausgewählt, was auch Bürgermeister Zocher unterstützte. Das Projekt wurde gefördert von der F.-C.-Flick-Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz.

Dritte Verlegung Das Rechercheprojekt zu Kieschnick wurde gefördert vom Landesprogramm Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz.

Vierte Verlegung

Zu Robert Arthur Niesar recherchierten acht Schüler im Rahmen des Religionsunterrichts am Freien Gymnasium Naunhof im Schuljahr 2020/2021. Wegen Verzögerungen durch die COVID-19-Pandemie in Deutschland konnte die Verlegung erst im November 2021 erfolgen.

Fünfte Verlegung

Zu Frida Ida Quaas recherchierten zwölf Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse am Freien Gymnasium Naunhof in regelmäßigen Projekttreffen seit Mai 2023.

Liste der Stolpersteine Bild Adresse Verlegedatum Person, Inschrift Kurzvita/Anmerkungen 150px16px|verweis=d:Q125688033 120px Marie Mindel Naundorf, geb. Malecki/Maleski/Maletzki (* 19. November 1892 in Kalisch, † 12. Mai 1942 im KZ Ravensbrück), Älteste von 3 Geschwistern, zog 1935 zu ihrem Ehemann nach Naunhof, bekam drei Kinder, inhaftiert wegen „Beleidigung deutschblütiger Frauen“ am 14. oder 15. Februar 1941 ins KZ Ravensbrück deportiert, an Urämie erkrankt und verstorben 150px16px|verweis=d:Q125988541 120px Arthur Alfred Kieschnick (* 8. Februar 1907 in Naunhof, † 11. Juni 1940 in der Heil- und Pflegeanstalt Waldheim), eines von vier Geschwistern, evangelisch-lutherisch getauft, ab dem achten Lebensjahr mehrfach in wechselnden Krankenhäusern, als „bildungsunfähig“ eingestuft und zeitlebens ohne Erwerbsarbeit, am 28. September 1934 amtsärztliche Diagnose „angeborener Schwachsinn/Idiotie“, am 3. Juli 1937 zwangssterilisiert, als „wehrmachtsuntauglich“ eingestuft, Tod bescheinigt am 11. Juni 1940 mit unplausibler Todesursache „Herzschwäche bei beginnender Lungenentzündung“ 150px16px|verweis=d:Q125988557 Markt 104683 Naunhof 120pxrowspan="2" Mosey Moses Witensohn (* 26. Mai 1901 in Cherson), wohnte zeitweise in Leipzig, Naunhof und Machern, letzter Wohnort ungeklärt, am 2. April 1942 von Berlin Richtung Warschauer Ghetto deportiert, letzter Aufenthaltsort und Todesumstände ungeklärt 150px16px|verweis=d:Q125988568 Max Moses Ratner (* 8. März 1913 in Minsk, † 28. Juli 1942 im KZ Auschwitz), am 12. November 1938 von Leipzig nach Naunhof gezogen, letzter Wohnort ungeklärt, geflohen nach Frankreich, interniert im KZ Royallieu und am 5. Juni 1942 v67 dort nach Auschwitz deportiert150px16px|verweis=d:Q125988573 Schloßstraße 104683 Naunhof Robert Arthur Niesar (* 1. November 1903 in Naunhof, † 19. Januar 1940 im KZ Sachsenhausen), offizielle Todesursache „Körperschwäche“ 150px Lange Straße 5004683 Naunhof Frida Ida Quaas (* 27. Februar 1893 in Naunhof, † 4. Juni 1940 in Brandenburg/Havel), offizielle Todesursache „Lungenentzündung“

Weblinks

Website des Künstlers Gunter Demnig

Einzelnachweise

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