mini|hochkant|Tatsuya Nakadai (2015)

Tatsuya Nakadai ( eigentlich Motohisa Nakadai; * 13. Dezember 1932 in Tokio; † 8. November 2025) war ein japanischer Schauspieler. International bekannt wurde er durch seine langjährige Zusammenarbeit mit den Regisseuren Akira Kurosawa und Masaki Kobayashi.

Leben Tatsuya Nakadai hatte von 1952 bis 1955 eine Schauspielausbildung bei der Theatergruppe Haiyu-za, deren Mitglied er bis 1979 war. Sein Filmdebüt hatte er in einer dialoglosen Rolle eines Samurai in Akira Kurosawas Die sieben Samurai (1954). In Masaki Kobayashis Trilogie Barfuß durch die Hölle (1959–1961) spielte er einen Pazifisten, der als Soldat an die Front geschickt wird, mit solcher Ausdrucksstärke, dass er in Japan quasi über Nacht zu einem gefeierten Superstar wurde. Mit Kobayashi drehte er nach der Trilogie noch weitere Filme, darunter die Hauptrolle eines Samurais in dem Klassiker Harakiri, der in Cannes mit dem Preis der Jury ausgezeichnet wurde.

Internationale Bekanntheit erlangte er durch seine Rollen bei Kurosawa, der ihn zunächst in Negativrollen besetzte, wie dem Killer in Yojimbo – Der Leibwächter (1961) und einem Intriganten in Sanjuro (1962). Nach dem offenen Bruch zwischen dem Regisseur und dessen regelmäßigem Hauptdarsteller Toshirō Mifune spielte Nakadai die Hauptrollen in zwei von Kurosawas bekanntesten Spätwerken: in Kagemusha – Der Schatten des Kriegers (1980) verkörperte er den Fürst Shingen, in Ran (1985) – dem bis dato teuersten japanischen Film – den an König Lear angelehnten alternden Herrscher Hidetora. Insgesamt hat er in über 120 Filmen mitgespielt und war bis zuletzt im Jahr 2020 als Schauspieler aktiv.

Seit 1975 leitete er eine private Schule für Nachwuchsschauspieler namens „Mumei-juku“, die zu einer wichtigen Ausbildungsstätte für japanische Schauspieler wurde und unter anderem von Kōji Yakusho besucht wurde.

Nakadai erhielt 1963 einen Kinema Junpo Award als bester Hauptdarsteller für seine Darstellungen in den Filmen Sanjuro und Harakiri. 2007 wurde Nakadai als Person mit besonderen kulturellen Verdiensten geehrt, 2015 wurde er mit dem Kulturorden ausgezeichnet. Nach ihm wurde zudem der Asteroid (14105) Nakadai benannt.

1957 heiratete er Ryo Tomoe, diese Beziehung währte bis zu deren Tod 1996. Sie hatten eine Tochter. Nakadai starb im November 2025 im Alter von 92 Jahren an einer Lungenentzündung.

Filmografie (Auswahl) 1954: Die sieben Samurai (Shichinin no samurai) – Regie: Akira Kurosawa 1956: Hi no tori – Regie: Umetsugu Inoue 1956: Fukuaki no seishun – Regie: Senkichi Taniguchi 1957: Kuroi kawa – Regie: Masaki Kobayashi 1958: Der Tempel zur Goldenen Halle (Enjo) – Regie: Kon Ichikawa 1958: Die nackte Sonne (Hadaka no taiyo) – Regie: Miyoji Ieki 1959: Kagi 1959: Barfuß durch die Hölle – 1. Teil (Ningen no joken I) – Regie: Masaki Kobayashi 1959: Barfuß durch die Hölle – 2. Teil: Die Straße zur Ewigkeit (Ningen no joken II) – Regie: Masaki Kobayashi 1960: Die Mädchen der Ginza (Onna ga kaidan wo agaru toki) – Regie: Mikio Naruse 1961: Barfuß durch die Hölle – 3. Teil: … und dann kam das Ende (Ningen no joken III) – Regie: Masaki Kobayashi 1961: Yojimbo – Der Leibwächter (Yojimbo) – Regie: Akira Kurosawa 1962: Sanjuro (Tsubaki Sanjûrô) – Regie: Akira Kurosawa 1962: Harakiri (Seppuku) – Regie: Masaki Kobayashi 1963: Zwischen Himmel und Hölle (Tengoku to jigoku) – Regie: Akira Kurosawa 1964: Kwaidan (Kaidan) – Regie: Masaki Kobayashi 1967: Samurai Rebellion (Jôi-uchi: Hairyô tsuma shimatsu) – Regie: Masaki Kobayashi 1966: Sword of Doom (Dai-bosatsu tōge) – Regie: Kihachi Okamoto 1968: Heute ich… morgen Du! (Oggi a me... domani a te!) – Regie: Tonino Cervi 1968: Kill (Kiru) 1971: Kamikaze – Okinawa Zero (Okinawa kesen) 1980: Kagemusha – Der Schatten des Kriegers (Kagemusha) – Regie: Akira Kurosawa 1980: Port Arthur, die Schlacht der Entscheidung (203 kôchi) 1985: Ran – Regie: Akira Kurosawa 1987: Hachiko – Wahre Freundschaft währt ewig (Hachi-ko monogatari) 1989: Zurück vom River Kwai (Return from the River Kwai) – Regie: Andrew V. McLaglen 1991: Kagerō 1992: Seide und Schwert (Gô-hime) – Regie: Hiroshi Teshigahara 1993: Kozure Ôkami: Sono chîsaki te ni – Yagyū Retsudō 1999: Nach dem Regen (Ame agaru) – Regie: Takashi Koizumi 1999: Jubaku: Spellbound (Kin'yû fushoku rettô: Jubaku) – Regie: Masato Harada 2001: Vengeance for Sale (Sukedachi-ya Sukeroku) – Regie: Kihachi Okamoto 2002: To Dance with the White Dog (Shiroi inu to warutsu wo) – Regie: Takashi Tsukinoki 2003: Like Asura (Ashura no gotoku) – Regie: Yoshimitsu Morita 2005: Yamato – The Last Battle (Otoko-tachi no Yamato) – Regie: Junya Sato 2010: Harus Reise (Haru to no tabi) – Regie: Masahiro Kobayashi 2015: A Duel Tale (Hatashiai) – Regie: Shigemichi Sugita 2017: Lear on the Shore (Umibe no ria) – Regie: Masahiro Kobayashi 2019: The Return (Kikyō) – Regie: Shigemichi Sugita 2020: The Pass: The Last Days of the Samurai (Touge saigo no samurai) – Regie: Takashi Koizumi

Literatur (Auswahl)

2026: Tim Abele: Kurze Wege zur Filmgeschichte - Tatsuya Nakadai. in: epd Film 6/26 (2026): S. 70

Weblinks

(englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Japaner Kategorie:Geboren 1932 Kategorie:Gestorben 2025 Kategorie:Mann Kategorie:Person mit besonderen kulturellen Verdiensten Kategorie:Träger des japanischen Kulturordens Kategorie:Person als Namensgeber für einen Asteroiden