Das Astroblastom ist ein sehr seltener, bösartiger, vom Neuroepithel ausgehender Hirntumor und wird zu den Gliomen gerechnet. Es kommt meist bei Kindern und Jugendlichen vor.Pschyrembel online.astroblastoma. Radiopaedia. mini|Mikrofotografie eines Astroblastomes mit charakteristischer perivaskulärer Pseudorosette des Zellkernes, Hämatoxylin-Eosin-Färbung

Zusammen mit dem „Choroidgliom des 3. Ventrikels“ und dem „Angiozentrischen Gliom“ wird es in der WHO-Klassifikation der Tumoren des zentralen Nervensystems von 2016 als „Andere Neuroepitheliale Tumoren“ zusammengefasst.D. N. Louis, H. Ohgaki, O. D. Wiestler, W. K. Cavenee: WHO Classification of Tumours of the Central Nervous System. Band 1. 4. revidierte Auflage. 2016, ISBN 978-92-832-4492-9.

Verbreitung Astroblastome machen 0,45–2,8 % der neuroglialen Tumoren aus. Sie können in jedem Alter vorkommen, meist aber zwischen 10 und 30 Jahren. Einige Berichte sprechen von einer Häufung beim weiblichen Geschlecht.

Einteilung Es können niedrigmaligne Formen mit besserer Zelldifferenzierung und hochmaligne Formen mit anaplastischen Kernveränderungen, erhöhtem Mitoseindex, Nekrosen und Gefäßproliferation unterschieden werden.

Klinische Erscheinungen Klinische Kriterien sind: Manifestation meist bei Kindern und jungen Erwachsenen erste Hinweise sind Erbrechen, Bewusstseinsverlust, Krampfanfälle und Kopfschmerzen häufige Lokalisation in einer Großhirn-Hemisphäre

Diagnose Die Diagnose stützt sich auf Bildgebung durch Magnetresonanztomographie oder Computertomografie und wird durch Biopsie gesichert. Häufig liegen zystische Anteile im Tumor vor, in 85 % lassen sich punktförmige Verkalkungen nachweisen, ein umgebendes Ödem ist selten oder nur gering.

Differentialdiagnose Abzugrenzen sind: supratentorielles Ependymom Astrozytom, insbesondere Glioblastom oder Gemistozytäres Astrozytom Atypischer teratoider/rhabdoider Tumor Oligodendrogliom Pleomorphes Xanthoastrozytom

Therapie Die Behandlung besteht in der möglichst vollständigen Resektion, bei höhergradiger Malignität zusätzlich durch Bestrahlung und Chemotherapie.

Literatur N. Hammas, N. Senhaji, M. Y. Alaoui Lamrani, S. Bennis, E. M. Chaoui, H. El Fatemi, L. Chbani: Astroblastoma – a rare and challenging tumor: a case report and review of the literature. In: Journal of medical case reports, April 2018, Band 12, Nummer 1, S. 102, doi:10.1186/s13256-018-1623-1, PMID 29678196, (Review). D. M. Teleanu, A. Ilieşiu, A. F. Bălaşa, R. I. Teleanu, N. Bogaciu: Astroblastoma – reviewing literature and one case report. In: Romanian journal of morphology and embryology = Revue roumaine de morphologie et embryologie, 2018, Band 59, Nummer 4, S. 1239–1245, PMID 30845307 (Review).

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