Beim Doppelmord von Horchheim wurde das wohlhabende Ehepaar Waltraud und Heinrich Schemmer in der Nacht vom 7. auf den 8. Juli 2011 in seinem Wohnhaus in Koblenz-Horchheim mit einer Vielzahl von Messerstichen getötet. Chronologie: Der Doppelmord von Horchheim – von der Tat bis zum FahndungserfolgLG Koblenz, Urteil vom 5. August 2013 - 2010 Js 49274/11 - 3 KLs
Ermittlungen und Strafverfahren Als Tatverdächtige wurde nach monatelanger Fahndung (unter anderem mittels Aktenzeichen XY … ungelöst) Henrike S., die Schwiegertochter des Ehepaares, ermittelt. Sie soll am Abend des 7. Juli 2011 von ihrem Wohnort Haren im Emsland nach Koblenz gefahren sein und sich mit einem mitgebrachten Schlüssel Zugang zum Haus ihrer Schwiegereltern verschafft haben. Dort soll sie ihren 75-jährigen Schwiegervater und dessen 68 Jahre alte Frau heimtückisch und aus Habgier ermordet haben, um noch in derselben Nacht an ihren Wohnort zurückzufahren. Die gesamte Fahrstrecke beträgt rund 700 km. Die Angeklagte wurde nach einem Indizienprozess vor dem Landgericht Koblenz am 5. August 2013 zu lebenslanger Haft mit besonderer Schwere der Schuld verurteilt.Mieterin hörte nachts GeräuscheFrau ermordete Schwiegereltern aus Habgier Mit Beschluss vom 27. Mai 2014 hat der Bundesgerichtshof die Revision gegen das Urteil des Landgerichts Koblenz verworfen.BGH, Beschluss vom 27. Mai 2014 – 3 StR 60/14 Das Urteil ist seitdem rechtskräftig.Koblenzer Doppelmord-Urteil rechtskräftig: BGH verwirft Revision
Weitere Entwicklungen nach dem Urteil
2020 wurde im SWR eine dreiteilige Reportage zu dem Fall veröffentlicht, die den Fallanalytiker Stephan Harbort bei der Rekonstruktion des Falls zeigt. Diese stieß auf geteiltes Echo, weil prägnante Indizien aus der gerichtlichen Urteilsfindung keine Erwähnung in der Dokumentation fanden und somit der Eindruck einer parteiischen Sichtweise entstand.
2023 verklagte der Ehemann von Henrike S. diese vor dem Landgericht Oldenburg auf die Zahlung von Schmerzensgeld und Schadensersatz.„Frauen töten selten so brutal“, von Julia Jüttner, Der Spiegel, 13. März 2023 Es ging dem Ehemann jedoch tatsächlich darum, Argumente für eine mögliche Wiederaufnahme des Strafprozesses zu gewinnen. Die Zivilkammer bewertete allerdings die Aussage des Hauptbelastungszeugen aus dem Strafprozess trotz der Abweisung der Zivilklage als „nachvollziehbar“ und „in sich schlüssig“.Koblenzer Doppelmord: Zivilklage gegen Henrike S. abgewiesen, von Johannes Mario Löhr, Koblenzer Zeitung, 15. Mai 2023
Einzelnachweise
Kategorie:Kriminalfall 2011 Kategorie:Geschichte (Koblenz) Kategorie:Kriminalfall in Deutschland Kategorie:Mordfall