Der Mercedes-Benz L 337 ist ein Lastkraftwagen der Marke Mercedes-Benz, den die Daimler-Benz AG im März 1959 der Öffentlichkeit vorstellte.Deutsche Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft (Hrsg.): Internationales Verkehrswesen, Band 11, A. Tetzlaff-Verlag, 1959, S. 96 Bereits 1961 erschien der technisch ähnliche Nachfolger L 338. Außen ähnelt der L 337 stark dem L 322, von dem er sich aber (in der Kurzhauberausführung) durch eine um 300 mm längere Motorhaube unterscheidet. Hergestellt wurde der Lastwagen im Werk Gaggenau in verschiedenen Ausführungen; er war als Fahrgestell, Kipper und Pritschenlastwagen in sogenannter Kurzhauberbauweise lieferbar; seinerzeit war er der schwerste Kurzhauber-Lastkraftwagen der Marke Mercedes-Benz. Des Weiteren war das Fahrzeug auch als LP 337 mit Frontlenkerfahrerhaus erhältlich.Daimler AG (Hrsg.): Mercedes-Benz-Lastwagen-Premiere am 5. März 1959: Welterfolg mit kurzer Haube, 4. März 2019, abgerufen am 15. Dezember 2020
Der L 337 entstand aufgrund der Seebohmschen Gesetze, die bei Lastwagen eine Mindestmotorleistung von 6 PS/t forderten und die Nutzmasse sowie Abmessungen von Lastkraftwagen beschränkten. So hat der L 337 eine Nutzlast von rund 7,2 t, eine maximal zulässige Gesamtmasse von 12 t und darf zusätzlich einen Anhänger von 12 t Masse ziehen.Harry Niemann, Armin Hermann: 100 Jahre LKW: Geschichte und Zukunft des Nutzfahrzeuges, Steiner-Verlag, 1997, ISBN 978-3-515-07053-9, S. 97 Eine Gesetzesänderung 1960 ließ den L 337 veraltet erscheinen, was seine nur kurze Bauzeit erklärt.
Modellübersicht
L 327: Basismodell als Fahrgestell oder mit Pritsche LK 327: Mit Kipppritsche LP 327: Mit Frontlenkerfahrerhaus LS 337: Sattelzugmaschine LPS 337: Sattelzugmaschine mit Frontlenkerfahrerhaus
Kurzbeschreibung
mini|Ein dem LP 337 optisch ähnlicher Lastwagen des Typs LP 710, der zwar das gleiche Fahrerhaus hat, sich aber technisch vom LP 337 unterscheidet mini|Sattelzugmaschine LS 337
Der L 337 ist ein zweiachsiger Lastkraftwagen mit 12 t zulässiger Gesamtmasse und Hinterradantrieb, der auf einem Leiterrahmen mit U-Profil-Längsträgern aufgebaut ist. Es waren anfangs drei Radstände (3700 mm, 4200 mm und 4400 mm) lieferbar, ab 1960 gab es auch 5000 mm Radstand ab Werk. Das Fahrerhaus ist serienmäßig das lange Kurzhauberfahrerhaus oder das kurze Frontlenkerfahrerhaus der Daimler-Benz AG, ab 1960 gab es auch ein langes (im hinteren Teil verlängertes) Frontlenkerfahrerhaus.
Vorn und hinten hat das Fahrzeug blattgefederte Starrachsen; die Vorderachse ist eine gekröpfte Faustachse. Die angetriebene Hinterachse ist als kombinierte Hypoid-Planetenachse ausgeführt: das heißt, dass sie einen bei Straßenlastkraftwagen üblichen, konventionellen Hypoidantrieb hat, der normalerweise den Einsatz zusätzlicher Planetengetriebe zur Untersetzung überflüssig macht – dennoch ist ein zweistufiges Planetengetriebe eingebaut, das mit Druckluft geschaltet wird. Durch diese Konstruktion konnte das eigentlich unpassend gespreizte, aber synchronisierte Fünfgangklauengetriebe Daimler-Benz G 32 aus dem Daimler-Benz-Baukasten eingebaut werden. Entsprechend hat der Wagen 5 × 2 = 10 mögliche Fahrstufen in Vorwärtsrichtung.Olaf von Fersen (Hrsg.): Ein Jahrhundert Automobiltechnik: Nutzfahrzeuge, Springer, Heidelberg 1987, ISBN 978-3-662-01120-1, S. 142–144 Vom Motor wird das Antriebsmoment über eine Einscheibentrockenkupplung des Typs Fichtel & Sachs GF 50 KR BH auf das Getriebe übertragen.
Angetrieben wird der L 337 von einem freisaugenden Sechszylinder-Dieselmotor in Reihenbauart mit 10,8 Liter Hubraum, Typ Mercedes-Benz OM 326IV. Dieser Motor ist wassergekühlt, hat Vorkammereinspritzung und leistet 172 PS (127 kW).
Technische Daten
+Technische Daten Stand April 1959 Kenngrößen L 337 LK 337 LP 337 Abmessungen und Gewichte Radstand (mm)440042003700/4200 Länge (mm)765070506960/7920 Breite (mm)240024302400 Höhe (mm)247024902560 Spurweite vorne (mm)1906 Spurweite hinten (mm)1788 Bodenfreiheit (mm)252 Leermasse (kg)477053704740/4950 Nutzlast (kg)723066307260/7050 Maximal zulässige Gesamtmasse (kg)12000 Antriebsstrang KupplungEinscheibentrockenkupplung Fichtel & Sachs/GF 50 KR/BH GetriebeFünfgangsynchrongetriebe Daimler-Benz G 32 Antrieb aufHinterräder Getriebeübersetzungen1. Gang: 6,106:12. Gang: 3,24:13. Gang: 2,19:14. Gang: 1,467:15. Gang: 1:1R-Gang: 5,64:1 Höchstgeschwindigkeit (km/h)72,583,5 Wirksame Gesamtbremsfläche (cm²)2830 Motor Motortyp Mercedes-Benz OM 326IV Bauart Freisaugender Sechszylinderreihenmotor (Diesel) Gemischbildung Kantengesteuerte Vorkammereinspritzung; Reiheneinspritzpumpe Ventilsteuerung OHV-Ventilsteuerung, vier Ventile Kühlung Wasserkühlung Bohrung × Hub 128 × 140 mm Hubraum 10.809 cm³ Nennleistung nach DIN 70020 172 PS (127 kW) bei 2200 min−1 Maximales Drehmoment nach DIN 70020 58 kp·m (569 N·m) bei 1300 min−1 Mittlere Kolbengeschwindigkeit 10,3 m/s Verdichtung ε 20,5 Mittlerer Arbeitsdruck 6,75 kp·cm−2 (662 kPa) Einspritzdruck 135 atü (13,2 MPa) Zündfolge 1-5-3-6-2-4 Einlassventil öffnet 31° vor oberem Totpunkt Einlassventil schließt 67° nach unterem Totpunkt Auslassventil öffnet 69° vor unterem Totpunkt Auslassventil schließt 33° nach oberem Totpunkt Motormasse 805 kg Kraftstoffverbrauch nach DIN 70030 (l/100 km)18,1 – Füllmengen Füllmenge des Kraftstoffbehälters (l) 100 Füllmenge der Ölwanne (l) 9–12 Füllmenge des Kühlsystems (l) 40 Füllmenge des Getriebegehäuses (l) 3,7 Elektrische Anlage Anlasser 24-V-Schubankeranlasser Fabrikat Bosch BPD 6/24 AR 169 Lichtmaschine Bosch LJ/GK 300/12-1400 AR 18 (12 V, 300 W)Antrieb über Keilriemen ab Kurbelwellendrehzahl 660 min−1 Batterie 2 × Bleisäureakkumulator 12 V, 105 Ah Quellenangaben
Einzelnachweise
Verband der Automobilindustrie: Daimler-Benz AG, Werk Gaggenau: Typ L 337 / LK 337, Gruppe 14, Nummer 1200, Frankfurt am Main, April 1959 Verband der Automobilindustrie: Daimler-Benz AG, Werk Gaggenau: Typ LP 337, Gruppe 14, Nummer 1200a, Frankfurt am Main, April 1959 Verband der Automobilindustrie: Daimler-Benz AG, Werk Gaggenau: Typ LP 337, Gruppe 14, Nummer 1200a, Frankfurt am Main, Mai 1960
Weblinks
L 337 Kategorie:Lkw-Modell