miniatur|Grundriss von Berlin, 1811 Johann Christian Selter (französisch Jean Chrétien Selter; * 1767 in Hadmersleben, Provinz Sachsen, Königreich Preußen; † 9. Januar 1826 in Berlin) war ein französischstämmiger Lehrer und Kartograph in Berlin.

Leben und Wirken Jean Chrétien Selter stammte aus französischen Familien, die nach Preußen eingewandert waren (Hugenotten). Seit 1789 war er Deutschlehrer (Lehrer des deutschen Styls) an der Militärakademie (académie militaire) in Berlin und war auch als französischer Informator tärig.Anschauliche Tabellen für die Residenz-Stadt Berlin, 1799, 1801 Ab 1801 unterrichtete er dort Naturgeschichte.Paul Clauswitz, Die Pläne von Berlin von den Anfängen bis 1950, Berlin 1979, S. 37 (kurzer Auszug), erwähnte auch die Tätigkeit an der Pepinière 1809 wurde er während der französischen Besatzungszeit in das Bürgerprotokoll eingetragen (Bürgerrecht?). Nach 1815 unterrichtete Jean Chrétien Selter an der Pepinière, einer Lehrerausbildungsstätte der französischen Gemeinschaft (Colonie) in Berlin und bezeichnete sich als Professor.Sterbeeintrag, Gest. 9. Januar 1826, Kirchenbuch der frz.-ref. Kirche Berlin-Friedrichstadt, Tote, S. 94, mit Bezeichnung Professor, auch in Adressbucheinträgen

Jean Chrétien Selter fertigte einen sehr genauen Grundriss von Berlin an, in dem er alle Straßen und die meisten Grundstücke präzise einzeichnete, es war der genaueste Plan der Stadt, den es bis dahin gab. Die erste Fassung veröffentlichte er 1804, weitere aktualisierte Fassungen gab es 1811 und 1826, sowie nach seinem Tod 1846 (dieser noch einmal 1852). Die letzten nahmen aber nicht mehr alle aktuellen Veränderungen auf. Daniel Gottlob Reymann kopierte seine Pläne und gab sie fast identisch seit 1806 unter seinem eigenen Namen heraus.

Johann Christian Selter war seit 1794 mit der Hugenottin Anne Charlotte Ponge aus Berlin verheiratet.Geh. 18. März 1794, Kirchenbuch der frz.-ref. Kirche Berlin-Friedrichstadt, Heiraten, S. 358; gest. 26. Februar 1845, Kirchenbuch der frz.-ref. Kirche Berlin-Friedrichstadt, Tote, S. 710. Diese lebte bis zu ihrem Tode 1845 in dem Haus Friedrichstraße 226, das sie spätestens seit 1798 besaßen., auch in den anderen Adressbuch-Jahrgängen von 1799 bis 1846, sowie im Sterbeeintrag im Kirchenbuch 1845. Er wurde wahrscheinlich auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in der Chausseestraße bestattet.

Literatur Johann Georg Meusel: Das gelehrte Teutschland. Zehnter Band. 1803. S. 664 Joesphine French (ed.): Tooley’s dictionary of mapmakers. Rev. ed. 1999

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