Die Freiwald war eine Dampfbarkasse der Neuguinea-Kompagnie.

Verwendung Die gedeckte Dampfbarkasse Freiwald wurde zum Jahresende 1891 in Singapur durch Vermittlung des Unternehmens Behn Meyer gebraucht gekauft. Auf dem Deck des Dampfschiffes Devawongse (1.057 BRT, Scottish & Oriental Steam Ship Co.) traf die Barkasse in Friedrich-Wilhelmshafen ein. Im Januar 1892 wurde sie in Betrieb genommen. Die Freiwald diente überwiegend als Transportboot der Astrolabe-Compagnie zur Verbindung der Stationen Maraga, Ermiahafen, Stephansort und Konstantinhafen an der Küste der Astrolabe Bay.Neu-Guinea-Compagnie (Hrsg.): Nachrichten über Kaiser Wilhelms-Land und den Bismarck-Archipel. 7.–9. Jg. (1891–1893), S. 42 (online bei der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main). Sie transportierte Güter und Post zu festgesetzten Preisen. Je nach Frachtaufkommen wurden Boote in Schlepp genommen. Auch Passagiere wurden befördert: zum Preis von 15 Mark konnten Personen von Friedrich-Wilhelmshafen regelmäßig zu einem der genannten Orte und zurück reisen. Eine Etappe zwischen den Stationen kostete 4 Mark. Außerdem konnte die Freiwald zum Preis von 100 Mark pro Tag gechartert werden.

Trotz seiner geringen Größe und zweifelhaften ProfitabilitätOhff 2008, S. 162. war das Schiff von hoher Bedeutung für die Küstenschifffahrt in Kaiser-Wilhelms-Land. Anfang der 1890er Jahre besaß die Neuguinea-Kompagnie aufgrund von Schiffsunglücken außer der Freiwald nur das Dampfschiff Ysabel und die Brigg Senta.Deutscher Reichstag (Hrsg.): Stenographische Berichte über die Verhandlungen des Deutschen Reichstages. 8. Legislaturperiode, II. Session 1892/93. Erster Anlageband Aktenstück Nr. 40 (Denkschrift, betreffend der Neuguinea-Compagnie), Berlin 1893, S. 162 (Digitalisat).

Verbleib Am 31. Mai 1895 strandete die Freiwald in starker Brandung bei Erimahafen, was zum Totalverlust führte. Für den Verlust wurde der Neuguinea-Kompagnie eine Versicherungssumme ausgezahlt.Neu-Guinea-Compagnie (Hrsg.): Nachrichten über Kaiser Wilhelms-Land und den Bismarck-Archipel. 10.–14. Jg. (1894–1898), S. 44 (online bei der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main).

Rezeption Die Mai-Ausgabe 2021 der Comic-Zeitschrift Mosaik zeigt die Barkasse Freiwald. Die Geschichte der Ozeanien-Serie mit dem Titel Die Geister der Ahnen (Mosaik 545) behandelt Deutschlands koloniale Rolle in der Südsee und die Besonderheiten der Inselwelt.Barkasse Freiwald in der MosaPedia.

Literatur Hans-Jurgen Ohff: Empires of enterprise: German and English commercial interests in East New Guinea 1884 to 1914. University of Adelaide 2008, S. 161 ff. (online). Peter Sack, Dymphna Clark (Hrsg.): German New Guinea – The Annual Reports. Australian National University Press, Canberra 1979, S. 67, 73, 82 f., 92, 102 f. (online).

Einzelnachweise

Kategorie:Dampfschiff Kategorie:Schiff (deutsche Kolonialgeschichte) Kategorie:Schiffsverlust durch Strandung Kategorie:Schiffsverlust 1895 Kategorie:Verkehrsgeschichte (Pazifischer Ozean) Kategorie:Deutsch-Neuguinea