Die Salzach ist ein rechter Zufluss des Inns und mit 225 km Länge sein längster und wasserreichster. Sie fließt im Land Salzburg (Österreich), in Bayern (Deutschland) und in Oberösterreich, ist einer der großen Alpenflüsse und entwässert fast die gesamten Hohen Tauern nach Norden.

Etymologie Aus der Antike sind zwei Namen für die Salzach überliefert, nämlich Iuvarus und Igonta. Ersterer kommt nur in der spätantiken Tabula Peutingeriana als Iuaro sowie in den beiden frühmittelalterlichen Schriften Gesta sancti Hrodberti und Breves notitiae als Iuarus vor. Da sich die abweichende Endung auf -o mit der vulgärlateinischen Verdrängung der Nominativendung zugunsten der Ablativendung erklären lässt und weil die Verkürzung von Iuva- zu Iua- eine verbreitete Schreibvariante bei den Römern war, lässt sich Iuvarus als antiker Flussname rekonstruieren.Günther E. Thüry, Die Stadtgeschichte des römischen Salzburg. Befunde und Funde bis 1987, Oxford 2014, S. 53.

Der Name kam von der keltischen Flussgottheit Iuvavo, der göttlichen Personifikation der Salzach. Den Namen dieses Gottes hatten die Römer zudem später leicht latinisiert für die römische Stadt Iuvavum übernommen. Etymologisch könnte der Name möglicherweise vom urkeltischen *iu̯o- für 'Eibe' abgeleitet sein. Das vermutlich vorkeltische Suffix -aro entspricht dem Suffix -ara, welches sich häufig bei Flussnamen findet.

Ivarus wurde jedoch nur der Unterlauf sowie die in die Salzach fließende Saalach genannt, da der Oberlauf einen eigenen Namen, Isonta, besaß. Dieser leitet sich vom keltischen Verbaladjektiv *is-ont- mit der Bedeutung 'antreibend' ab.

Die Salzach verdankt ihren heutigen Namen der Salzschifffahrt, die bis ins 19. Jahrhundert auf dem Fluss betrieben wurde; historisches Zentrum der Salzschifffahrt war Laufen. Bis nach 1800 hieß der Fluss allgemein Salza (also gleich wie ein niederösterreichisch-steirischer Fluss).

Verlauf des Flusses Abschnitte des Salzachtals Salzachtal beschreibt den gesamten Flusslauf der Salzach. Der Oberlauf zieht sich charakteristisch zwischen Hohen Tauern und Salzburger Schieferalpen als Teil der nördlichen Längstalfurche in West-Ost-Richtung. Dann beschreibt sie ein Knie, durchbricht nordwärts fließend im Mittellauf Schiefer- wie Nordalpen und bildet im Unterlaufdie Salzach nimmt nach dem Pass Lueg mit der Lammer ihren zweitgrößten Zubringer auf und hat ab dort den Charakter eines Voralpenflusses; andere Quellen, besonders bayerische, geben den Unterlauf erst ab der Saalachmündung, da erst ab dort Bayern Anteil an der Salzach hat. Letztere Abgrenzung entspricht auch der groben Umgrenzung der Alpen, erstere der feineren, naturräumlichen. mehrere Talmuldungen im Alpenvorland (Durchbruchstäler durch die Hügelzüge der subalpinen und Vorlandmolasse). Die Abschnitte sind wie folgt benannt, wobei die auf die Salzburger Gaue lautenden, häufigeren Begrifflichkeiten auch allgemeiner die Nebentalungen mitbezeichnen können: Salzachpinzgau, auch Pinzgauer Salzachtal,Pinzgau, Pongau wie auch Tennengau zerfallen jeweils charakteristisch in zwei Teile zweier Flüsse: Begriffe landesüblich in Abgrenzung zum Saalachpinzgau (Oberlauf der Saalach mit Nebentalungen), dem Ennspongau mit Nebentalungen und dem Lammertal des Tennengau der Talabschnitt des Oberlaufs bis Lend Quelltal der Salzach,Talung auch in der ÖK unbenannt von der Quelle am Salzachgeier bis Vorderkrimml Oberpinzgau,Planungsregion nach Salzburger Landesentwicklungsplanzusammen Kleinproduktionsgebiet Ober- und Unterpinzgau, nach Klaus Wagner: Neuabgrenzung landwirtschaftlicher Produktionsgebiete in Österreich. In: Schriftenreihe der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft. Nr. 62, 1991 → , statistik.at;auch Forstwirtschaftsregion 115; Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft: Der Förderungsdienst, Band 39, 1991, S. 50 das Trogtal ab Gerlospass bis Raum Niedernsill/Kaprun–Piesendorf Zeller Becken, eine Weitung um den Zeller See, in der sich das Tal auf einigen Kilometern gänzlich nach Norden öffnet (Teil des MitterpinzgauKleinproduktionsgebiet, nach Wagner, 1991;Forstwirtschaftsregion 116; Der Förderungsdienst, 1991 bzw. Saalfeldener–Zeller-Beckens) Unterpinzgau von Bruck/Taxenbach bis Lend Salzachpongau,Kleinproduktionsgebiet, nach Wagner, 1991 Pongauer Salzachtal, Bischofshofen–St.-Johanner Becken oder Pongauer Becken, bis zum Kalkalpendurchbruch beim Pass Lueg (Berchtesgadener Alpen/Tennengebirge) Salzburg–Halleiner-Becken,etwa Österreichische Statistikregion TOTO; Österreichisches Statistisches Zentralamt: Die Territorialen Grundlagen der österreichischen Bundesstatistik, Band 863 von Beiträge zur österreichischen Statistik, 1987, S. 53 eines der dichtestbesiedelten randalpinen Becken Salzachtennengau, Tennengauer Salzachtal, auch Halleiner Becken,Kleinproduktionsgebiet, nach Wagner, 1991Forstwirtschaftsregion 603; Der Förderungsdienst, 1991 Golling-Halleiner Becken,altertümlich, so etwa bei Albrecht Penck: Geographische Abhandlungen, Band 1, 1887, S, 92 Halleiner Weitung,Bayerische naturräumliche Einheit 909.1, da die Bayerischen Staatsforsten auch Forstrechte in Österreich haben; vergl. Verschiedene Autoren: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten in Einzelblättern 1:200.000. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1952–1994:Blatt 182/183: Burghausen (Peter Weichhart 1979) → Online-Karte (PDF, 6,2 MB);Blatt 190/196: Salzburg (Klaus Hormann 1978) → Online-Karte (PDF, 6,3 MB) oder Tennengauer Weitung,Unsere Stadt: Geographie, hallein.gv.at die folgende Talung des Unterlaufs um Hallein Salzburger Becken,allgemein üblich; so Großlandschaft Salzburgs nach Erich Seefeldner: Salzburg und seine Landschaften: eine geographische Landeskunde. Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 1961.Bayerische naturräumliche Einheit 901.0/039.0, Geographische Landesaufnahme, Blatt 182/183 und 190/196, auch Salzburg-Freilassinger Becken,seltener, modernerer Begriff im Umfeld der gemeinsamen Europaregion; so etwa bei Karin Lorenzato: Salzburger Land: Von Salzburg bis zum Großglockner, 2009, S. 15 die randalpine Beckenlandschaft um die Stadt Salzburg außeralpine Talungen des Alpenvorlands bis zum Erreichen des Unterinntals (Salzach als Grenzfluss Österreich–Deutschland) Laufener Salzachtal,seltenere, ortsübliche Bezeichnung, vergl. Wilhelm Neu: Denkmäler in Bayern, Band 1, 1986, S. 135 bei Laufen Tittmoninger Salzachtal,Bayerische naturräumliche Einheit 039.3, Geographische Landesaufnahme, Blatt 182/183 und 190/196 Unterlauf-Abschnitt zwischen den Durchbrüchen bei Laufen und St. Radegund Burghausener SalzachtalBayerische naturräumliche Einheit 053.5, Geographische Landesaufnahme, Blatt 182/183 und 190/196, Engtal bei Burghausen bis zum Erreichen des Öttinger Inntals Oberösterreichisches Salzachtal,Amt der oö Landesregierung, Naturschutzabteilung (Hrsg.): Raumeinheit Inntal, Band 27, Linz, 2007; Natur und Landschaft in Oberösterreich (NALA), land-oberoesterreich.gv.at die rechtsufrige Raumeinheit in Oberösterreich zwischen der Landesgrenze bei Bürmoos/St. Pantaleon und dem Erreichen des Oberösterreichischen Inntals (Teil des Oberen Innviertels) Die südlichen Nebentäler der oberen Salzach, in den Alpenhauptkamm, werden Tauerntäler genannt.

Oberlauf mini|links|Blick vom Salzachgeier auf den Salzachursprung mini|links|Die Salzach in Mittersill

Die Salzach entspringt in den Kitzbüheler Alpen im Westen Salzburgs. Die Quellbäche entwässern mehrere Almböden in rund zwischen Krimml und der Tiroler Landesgrenze, 3 bis 5 km nördlich des Gerlospasses an den Abhängen des Salzachgeiers () und des Schwebenkopfs (2354 m). Obwohl einige dieser Nebenbäche länger sind, gilt die Salzach auf Grund des höheren Wasserreichtums als Hauptfluss. Die Kare bzw. Almböden tragen die Namen Salzachboden, -Ursprung und Schwebenalm, wo eine der Quellen einen kleinen Bergsee (Schwebenlacke) bildet. Etwa 5 km südlich bei Vorderkrimml vereinigt sich die junge Salzach mit der Krimmler Ache, die allerdings um mehr als die Hälfte länger ist und mit nahezu der dreifachen mittleren Wasserführung hydrologisch der Hauptquellast des Salzachsystems ist.

Im etwa 90 km langen Oberlauf, dessen Einzugsgebiet sich annähernd mit der Region Pinzgau deckt, folgt die Salzach einer markanten Längstalfurche in West-Ost-Richtung bis Schwarzach, wo sie sich allmählich nach Norden wendet. Die Längstalfurche, die geologisch mit der Auffaltung der Alpen zusammenhängt, setzt sich aber noch weit nach Osten fort, wo sie das obere Ennstal bildet.

Als Übergang vom Ober- zum Mittellauf gilt die Grenze zwischen dem Pinzgau (politischer Bezirk Zell am See) und dem Pongau (Bezirk St. Johann) unterhalb des Industrieortes Lend. Etwas vorher öffnet sich nach Norden das Zeller/Saalfeldner Becken, das durch eine Talwasserscheide den Zeller See und das Einzugsgebiet der Saalach, des bei Salzburg mündenden größten Nebenflusses der Salzach, trennt. Ihr Lauf war in früher vorgeschichtlicher Zeit der Unterlauf der Salzach.

Von Krimml noch bis über den Beginn des Mittellaufs hinaus münden von Süden in regelmäßiger, fast paralleler Abfolge die Süd-Nord verlaufenden Seitentäler, die aus dem Alpenhauptkamm (Venediger- und Glocknergruppe des Hohen Tauern) kommen. Fast alle dieser 15 wasserreichen südlichen Nebenflüsse münden als Hängetäler in die Salzach, weil der dem Salzachtal folgende eiszeitliche Hauptgletscher sich stärker eintiefen konnte als die weniger mächtigen Seitengletscher. Die Mündungen erfolgen nach Osten zunehmend höher über dem Talboden und schließen mit fast senkrechten, tiefen Klammen ab. Die bekanntesten sind die Kitzlochklamm (Raurisertal), die Gasteiner Klamm (Gasteinertal) und die Liechtensteinklamm (Großarltal).

Mittel- und Unterlauf mini|links|Die Salzach bei Werfen mit Hagengebirge, Festung Hohenwerfen und Tennengebirge mini|Salzachöfen

Bei Schwarzach und St. Johann schwenkt der Mittellauf nach Norden und weitet sich zu einem Talbecken, dem Pongauer Becken, in dem neben St. Johann auch Bischofshofen liegt. Die Salzach durchbricht am Pass Lueg in der Schlucht der Salzachöfen die nördlichen Kalkhochalpen zwischen Hochkönig/Hagengebirge und Tennengebirge.

mini|Mündung der Salzach (rechts) in den Inn (links) am Innspitz bei Haiming Im Unterlauf verlässt die Salzach die Alpen in das Salzburger Becken, durchfließt den unteren Tennengau mit Golling, Kuchl und Hallein und den Flachgau mit der Stadt Salzburg und Freilassing an der Saalach. Anschließend durchbricht sie die Laufener Enge bei Oberndorf, durchströmt das Tittmoninger Becken und die Nonnreiter Enge und mündet im Becken von Überackern zwischen Burghausen an der Salzach und Braunau am Inn auf einer Höhe von bei Haiming in den von Westen kommenden Inn.

Sie bildet auf etwa 59 km Länge die Grenze zwischen Deutschland und Österreich und hat ein Einzugsgebiet von 6.704 km². Der mittlere Wasserabfluss an der Flussmündung beträgt 252 m³/s.

Salzachinsel Die Pernerinsel der Stadt Hallein wird ostseitig von der kleinen Salzach gebildet und ist über 5 Brücken erreichbar, auf ihr befand sich der erzbischöfliche Pfleggarten von dem heute noch die denkmalgeschützte Pflegekapelle (Salinenkapelle) erhalten ist.Fritz Moosleitner: Hallein – Portrait einer Kleinstadt. Bilddokumente zur Bau- und Kulturgeschichte der Salinenstadt. Hrsg. Ortsbildschutzkommission der Stadt Hallein in Zusammenarbeit mit dem Keltenmuseum Hallein. Mitarbeit von Fritz Koller, Linde Moldan, Anton Puttinger, Christa Svoboda, Friederike Zaisberger, Kurt Zeller, Hallein 1989. S. 118

Nebenflüsse

Im Bundesland Salzburg gibt es folgende Nebenflüsse: