Die Liste der Stolpersteine in Frohburg enthält sämtliche Stolpersteine und Stolperschwellen, die im Rahmen des gleichnamigen Kunst-Projektes von Gunter Demnig in Frohburg im Landkreis Leipzig verlegt wurden.
Hintergrund
Verlegungen 2015 und 2016
Informationen über die Biografien von Familie Braunsberg stammen aus dem Stadtarchiv Frohburg, dem Staatsarchiv Leipzig und von der Israelitische Religionsgemeinde Leipzig. An der Recherche waren beteiligt: Mitarbeiter des Erich-Zeigner-Haus Leipzig Mitarbeiter des „flexiblen Jugendmanagements“ des Landkreises Leipzig eine Projektgruppe von acht Schülern der 9. Klasse der Oberschule Frohburg
Von den sieben Stolpersteinen wurden zunächst nur drei und nach weiteren Recherchen weitere für zwei der vier Kinder verlegt. Die übrigen Töchter Leonore (* 13. Mai 1926 in Berlin-Lichterfelde) und Yvonne Renate (* 2. September 1929 in Berlin-Lichterfelde) überlebten in England und zogen nach dem Krieg nach Maryland. Nick Grant, der Sohn von Margarete Esther Braunsberg, reiste für die erste Verlegung 2015 aus London an.
Die Stolpersteine wurden mehrfach geschändet, unter anderem am 3. April 2015 mit Teer überschmiert.
Verlegung 2021
Das Rechercheprojekt einer zehnten Klasse der Werner-Seelenbinder-Schule in Bad Lausick wurde vom Erich-Zeigner-Haus betreut und von der F.-C.-Flick-Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz gefördert. Ein Enkel der Mühlbergers half bei der Recherche und sprach bei der Verlegung.
Liste der Stolperschwellen
Bild Adresse Verlegedatum Institution, Inschrift Anmerkungen 16px|verweis=d:Q125956000 Zum Streitwald 1904654 Frohburg OT Kohren-Sahlis
Liste der Stolpersteine
Bild Adresse Verlegedatum Person, Inschrift Kurzvita/Anmerkungen 16px|verweis=d:Q125662745 120px rowspan="3" Herman Franz Braunsberg (* 29. März 1888 in Breuna, † 1944/1945 im KZ Auschwitz) gründete seine Familie in Berlin und zog am 18. März 1932 nach Frohburg. Sie waren Inhaber einer dortigen Fabrik und stifteten der Stadt das Naturbad. Er wurde am 20. September 1942 ins Ghetto Theresienstadt und am 9. Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. 16px|verweis=d:Q125956038 Erna Johanna Braunsberg, geborene Gutmann (* 1896, † Januar 1941) war die Ehefrau von Hermann Franz Braunsberg. 16px|verweis=d:Q125956041 deportiert 1942ermordet inAuschwitz Hugo Josef Braunsberg (* 29. Juni 1910 in Helmstedt) war der Bruder von Hermann Franz Braunsberg. 16px|verweis=d:Q125956042 rowspan="2" Peter Heinz Braunsberg (* 26. Januar 1921 in Berlin-Charlottenburg, † 1942 im KZ Auschwitz), am 28. Oktober 1935 in die Schweiz geflohen, interniert im Sammellager Drancy, am 4. September 1942 ins KZ Auschwitz deportiert, am 30. April 1949 vom Amtsgericht Leipzig für tot erklärt. 16px|verweis=d:Q125956043 Tochter Margarete (* 29. August 1922 in Berlin-Lichterfelde) floh mit ihren beiden Schwestern gemeinsam in einem Kindertransport nach England und überlebte dort den Krieg. Sie bekam zwei Kinder, Helen und Nick Grant. 16px|verweis=d:Q125956622 rowspan="2" Wilhelm Mühlberger (* 20. Mai 1890), Maschinenschlosser in Flößberg, aktiv im Betriebsrat, 1905 Eintritt in Gewerkschaft und SPD, 1917 Eintritt USPD, 1918 Eintritt KPD, Gemeinderat von Flößberg, von Mai bis 31. August 1933 im KZ Colditz inhaftiert, nach Kriegsende Bürgermeister von Bad Lausick 16px|verweis=d:Q125956634 Martha Mühlberger, geb. Rauchfuß (* 3. Mai 1884 in Flößberg, † 1976 oder 1977), viertes von sieben Geschwistern, 1905 Eintritt in Gewerkschaft und SPD, 1917 Eintritt USPD, 1918 Eintritt KPD, von 1923 bis 1933 gewählte Volksvertreterin, später aktiv im Widerstand, ab 1945 Parteisekretärin und Vorsitzende der Ortsgruppe der Volkssolidarität sowie Mitglied der Kommission der SED-Kreisleitung und Gemeindevertreterin
Weblinks
Einzelnachweise
Frohburg Frohburg !Stolpersteine Frohburg