Eine Online-Veranstaltung (auch Online-Event aus dem Engl. “online” für virtuell und “Event” für Veranstaltung) ist eine Veranstaltung, die nicht im Präsenz-Format stattfindet, sondern online, d. h. es handelt sich um ein öffentliches oder privates Ereignis, das über Online-Plattformen im Internet zugänglich ist. Im Vordergrund steht der Kommunikationsaustausch eines Veranstalters mit seiner Zielgruppe mithilfe des digitalisierten Vortrags. Die Online-Veranstaltung befindet sich oftmals als Live-Stream oder als vorab produziertes Video im Internet, so dass Zuschauer in Echtzeit teilnehmen oder das Veranstaltungsvideo auf Abruf sehen können. Während einer Online-Veranstaltung können zeitgleich mehrere virtuelle Konferenzen mit unterschiedlichen Programmen stattfinden. Die Virtuelle Veranstaltung besteht vornehmlich aus Internet basierten Interaktionen der Teilnehmenden. Dabei zielen Online-Veranstaltungen auf ein Höchstmaß an Kommunikation zwischen den Teilnehmern und den Veranstaltern ab. Dies geschieht in Form von Kommentaren, Chats, Reaktionen, Umfragen, Breakout Rooms oder Zuschaltungen von Vortragenden.
Online-Veranstaltungen finden in folgenden Bereichen am häufigsten Einsatz:
als Virtuelle (Handels-)Messen auf digitalen Jobbörsen in Form von Virtuellen Konferenzen als Online-Verkaufstreffen in Form von Haupt- und Generalversammlungen als Virtuelle Konzerte oder Festivals
Anwendungsbereiche
Virtuelle Konferenz Eine Virtuelle Konferenz ist ein Meeting von mindestens zwei Menschen, die über ein Videokonferenztool im Internet miteinander kommunizieren. Die Teilnehmer unterhalten sich in der Webkonferenz in Echtzeit miteinander.
Mitwirkende können eine Virtuelle Konferenz über einen Live Stream verfolgen. Allen Beteiligten ist es möglich, egal von welchem Ort am virtuellen Meeting teilzunehmen.
Diese drei Arten von Webkonferenzen sind die gängigsten:
Eine Telefonkonferenz bietet Teilnehmenden eine Kommunikation über Audioinhalte an. Dazu zählen Sprache und Audio-Aufzeichnungen. Die Telefonkonferenz findet über eine Telefonleitung statt und benötigt kein Internet. Für eine Webkonferenz benötigen Teilnehmer ein Videokonferenztool im Internet. Dort findet Kommunikation über Sprache und Audioinhalte im statt. Zusätzlich können Dokumente online ausgetauscht und gemeinsam bearbeitet werden. Um an einer Videokonferenz teilzunehmen, ist ein Videokonferenztool im Internet erforderlich. Die Videokonferenz ermöglicht eine Kommunikation über Sprache und Audioinhalte und eine Dokumentenbearbeitung. Außerdem können Teilnehmende eine Videoübertragung per Webcam einschalten oder Profilbilder von sich anzeigen lassen.
Online-Seminar Ein Online-Seminar ist eine virtuelle Schulung im Internet. Eine Schulungsleitung führt das Webseminar durch und kommuniziert über ein Videokonferenz Tool mit Teilnehmenden. Die digitale Schulung besitzt einen klar definierten Start- und Endzeitpunkt.
Schulungsleitung und Teilnehmer unterhalten sich virtuell über eine Webcam- und/oder Mikrofoneinrichtung. Das Online-Seminar ermöglicht das Herunterladen und Bearbeiten von Unterrichtsmaterialien. Einer Virtuellen Schulung stehen alle Optionen des E-Learnings zur Verfügung, um digitale Medien untereinander auszutauschen.
Mitwirkende können Fragen über einen Chat oder in privaten Breakout Sessions stellen. Die Seminarleitung sowie die Teilnahme an Umfragen. Eine Webschulung ist darauf ausgelegt, so interaktiv wie möglich zu sein.
Die Schulungsleitung kann Lernstandserhebungen einfordern, den digitalen Kurs mit einer Prüfungsschranke ausstatten und im Anschluss an eine erfolgreiche Teilnahme ein Zertifikat ausstellen.
Online-Seminare besitzen ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten:
bei Job Interviews als Unternehmensweiterbildungen als Lernplattform bei Coaching und Mentoring-Programmen
Virtuelles Konzert Ein Konzert-Live-Stream wird am Veranstaltungsort gefilmt. Das Online-Konzert wird im Internet per Live-Streaming in Echtzeit oder als Video on demand zur Verfügung gestellt. Digitale Plattformen (Content Delivery Networks) stellen die Live-Übertragung im Internet bereit. Auch Social-Media-Netzwerke können über ihre Online-Plattformen Videos als Live-Stream anbieten. Künstler präsentieren ihre Performances vor einem Publikum oder in Abwesenheit von Fans.
Ein Virtuelles Konzert spielt sich in einem rein digitalen Raum ab. Anstelle der Musiker treten ihre 3D Avatare auf. Sowohl der Konzertraum als auch das Publikum sind im Gegensatz zum Konzert als Live-Streaming nicht physisch vorhanden.
Auf Virtuellen Konzerten und in Festival Live Streams können Fans untereinander oder mit den Vortragenden direkt interagieren, kommentieren, chatten oder Fragen stellen.
Das rein digitale Konzert und das Konzert als Hybrid-Event ermöglichen die Übertragung von mehreren, simultan stattfindenden Darbietungen. Fans können das Konzert in Echtzeit als Live-Event streamen. Nach Konzertende ist es möglich, Videos vom Ereignis auch On-Demand bereitzustellen.
Hybrid-Event -> Hauptartikel: Hybrides Event mini|Hybride Diskussionsrunde der Nationalen Bildungsplattform mit Saskia Esken (vor Ort) und Marina Weisband (online) Ein Hybrid-Event (“hybrid” aus dem lat. für Gebündeltes) besteht aus einer Präsenzveranstaltung und einem Live-Streaming. Auf der realen Veranstaltung befindet sich ein Publikum, während die Mehrheit der Teilnehmer über einen Live Stream virtuell zugeschaltet ist.
Hybrid-Events finden ihren Einsatz:
auf virtuellen Konzerten und digitalen Festivals auf virtuellen Hauptversammlungen auf Online-Konferenzen auf Online-Messen auf digitalen Schulungen
Virtuelle Hauptversammlung Ähnlich wie auf einer Generalversammlung mit Präsenz ermöglicht die Virtuelle Hauptversammlung die Festlegung von Beschlüssen zur Kapitalerhöhung, Strukturmaßnahmen oder Dividendenausschüttungen.
Die Teilnehmenden einer Virtuellen Gesellschafterversammlung können Wahlen online durchführen, indem sie sich z. B. mit ihrem Mobilgerät registrieren. Dieses Mobilgerät wird verifiziert und die Wahlperson erhält ein Abstimmungstoken, z. B. per SMS. Nach einer erfolgreichen Verifikation können Teilnehmende in einer virtuellen Wahlkabine ihren Abstimmungszettel hinterlegen.
Eine Abstimmung auf virtuellen Generalversammlungen verläuft im Vergleich zur Präsenzveranstaltung schneller, weil die Auswertung der Stimmzettel im Rechenzentrum zeitnah erfolgt.
Der rechtliche Rahmen der Virtuellen Hauptversammlung stützt sich auf eine Gesetzesänderung im Jahr 2020. Das „Gesetz zur Abmilderung der Folgen von COVID-19 im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht“ (kurz COVID-19-Maßnahmengesetz) ermöglicht auch ohne Ermächtigung durch eine Satzung oder Geschäftsordnung:
Eine Digitale Teilnahme Eine Online-Briefwahl Eine Digitale Teilnahme von Aufsichtsratsmitgliedern Eine Bild- und Tonübertragung der Hauptversammlung über das Internet
Entgegen kritischen Stimmen stellt das COVID-19-Maßnahmengesetz sicher, dass:
die Vollmachtserteilung rechtlich so bleibt, wie sie ist es dem Vorstand bis zum Ende der virtuellen Hauptversammlung erlaubt ist, einen Stimmrechtsvertreter zu wählen Teilnehmende bzw. Stimmrechtsvertreter bei Versammlungen Fragen stellen können, die mit den Abstimmungen bei Wahlen elektronisch eingehen Teilnehmende ihre abgegebene Stimme bis zum Ende der Hauptversammlung elektronisch beim Notar widerrufen dürfen
Bei einer Virtuellen Hauptversammlung liegt die Einberufungsfrist bei 21 Tagen vor dem Austragungstermin. Es gilt:
Den Nachweisstichtag (Record Date) auf den Beginn des zwölften Tages vor der Versammlung zu setzen. Den Nachweisstichtag den Shareholdern bis spätestens am vierten Tag vor der Versammlung zu übermitteln. Die Mitteilungen gemäß § 125 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 AktG an Intermediäre und Aktionäre spätestens zu Beginn des zwölften Tages vor der Hauptversammlung zu schicken. Ergänzungen der Tagesordnungspunkte bis spätestens 14 Tage vor der Versammlung dem Unternehmen zukommen zu lassen.
Beispiele für Online-Veranstaltungen Das Tomorrowland Musikfestival Das größte elektronische Musikfestival hat für seine Fans die Konzerte via Live-Stream übertragen. Einige der Künstler waren Katy Perry, Steve Aoki, David Guetta und Martin Garrix. Neben Konzerten gab es auf dem Tomorrowland Webinare, Workshops, Spiele und andere interaktive Unterhaltung für die Teilnehmenden.
Die Künstler haben auf virtuellen Bühnen vor virtuellen Fans auf einer virtuellen 3D-Insel gespielt. Spezialeffekte, Feuerwerke, Lasershows und Soundeffekte wie auf dem realen Pendant waren für Fans und Interpreten sichtbar.
Die erste Virtual-Reality-Konzerthalle mit Livyu Die Konzert-Streaming-Plattform LivyuDer Streamingdienst livyu macht das Zuhause zur Konzerthalle, auf connect.de hat die erste Virtual-Reality-Konzerthalle für den deutschen Markt entwickelt. Fans nehmen an der virtuellen Darbietung über einen Avatar teil. Mithilfe der Avatare und über Social-Media-Plattformen interagieren Teilnehmende untereinander und können Reaktionen äußern.
Die Avatare bewegen sich frei über die digitale Konzerthalle, die Merchandising-Stände, 360° Konzertansichten und separate Räume mit Minispielen anbietet.
Die NBA-Saison 2019–2020 Die COVID-19-Pandemie hat den physischen Stadionbesuch der NBA-Spiele erschwert. Daher hat die NBA die Mehrheit ihrer Fans in der Saison 2019–2020 auf Leinwände projiziert, um dem Trainerteam, den Spielern und den wenigen Zuschauern vor Ort ein Stadiongefühl zu vermitteln.
Sara Zuckert, die Leiterin der NBA Next Gen Telecast, spricht im Interview mit der New York Times: „Wir wollten etwas schaffen, das unsere Fans zu den Spielern bringt“.
Das „Frankfurt Local Heroes“ Festival der TAB e.V. 2020 Die Frankfurter TAB e.V. hat im September 2020 das “Local Heroes” Festival in Zusammenarbeit mit der Stadt Frankfurt am Main. Die Gruppe aus Frankfurter Kreativen hat eine Bühne für Künstler geschaffen, um den systemrelevanten Berufsgruppen und Einrichtungen der Stadt Frankfurt am Main ihren Dank auszusprechen. Zu diesem Anlass gab es Live-Darbietungen, die auf mehreren Bildschirmen in teilnehmenden Lokalen übertragen wurden. Zuschauer konnten das Ereignis zu Hause streamen.
Das erste, digitale Volksfest in Deutschland – das Kelsterbacher Altstadtfest 2020 Pandemiebedingt richtete die Stadt Kelsterbach ihr dreitägige Altstadtfest im September 2020 virtuell aus. Teilnehmer konnten per Live-Streaming Konzerte, Ansprachen und kreative Darbietungen sehen, und unter dem Hashtag „#ASFDaheim2020“ konnte das Publikum live kommentieren.
Der Parteitag der CDU Deutschlands 2021 Der Parteitag der CDU fand vom 15. Januar bis zum 16. Januar 2021 erstmals als digitale Veranstaltung ohne örtliche Präsenz von Delegierten statt. Auf ihm wurde Armin Laschet zum Parteivorsitzenden gewählt. Das Ergebnis wurde in einer anschließenden Briefwahl rechtlich abgesichert.
Produktionsschritte Konzeption Die Konzeption eines Online-Events unterscheidet sich maßgeblich von der einer Präsenzveranstaltung. Während ein Live Event von Bewirtung, Pausen und Pausenprogrammen profitiert, um den Teilnehmenden vor Ort ein wenig Erholung zu geben, gefährden Unterbrechungen die virtuelle Veranstaltung.
Ein digitales Ereignis benötigt ein abwechslungsreiches Programm, unterschiedliche Vortragende und Interaktionsrunden mit dem Publikum. Parallel laufende Veranstaltungen, ein getaktetes Zeitmanagement mit kurzen Vorträgen und wenigen Unterbrechungen erhöhen die Aufmerksamkeitsspanne der Zielgruppe. Der Einsatz von verschiedenen Interaktionstools sowie ein emotionaler Bezug zum Thema werten das Online-Event auf.
Produktion Die Produktion ist die technische Umsetzung des Online-Events. Sie setzt sich zusammen aus:
einem Drehort Personen vor Ort wie Teilnehmende, Gebärden- und Simultan Dolmetscherdienste, einer Crew zugeschalteten Rednern der Anzahl der Kameras, Mikrofone