Die Peters-Anomalie ist eine sehr seltene angeborene Fehlbildung des Auges mit zentraler Hornhauttrübung mit Defektbildung des hinteren Hornhautstromas, der Descemet-Membran und des Hornhautendothels. Dabei besteht eine Verklebung zwischen Hornhaut und Augenlinse sowie peripher zwischen Hornhaut und Iris.emedicine

Synonyme sind: Peterssche Defektbildung; kongenitales Glaukom Typ Peters; Peters-Syndrom

Die Bezeichnung bezieht sich auf den Autoren der Erstbeschreibung aus dem Jahre 1906 durch den Rostocker Augenarzt Albert Peters.A. Peters: Ueber angeborene Defektbildung der Descemet’schen Membran. In: Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde. Bd. 44, 1906, S. 27–40 und S. 105–119Ole Daniel Enersen: bei whonamedit.com

Pathologie Die Wanderung der Zellen aus der mesenzephalen Neuralleiste am Ende der 3. Embryonalwoche ist gestört. Die Fehlentwicklung der Iris-Trabekeln führt zu einem Glaukom, häufig beidseits, auch die Descemet-Membran und das zentrale Hornhautendothel entstehen nicht normal mit zentraler Hornhauttrübung und irido-cornealen Synechien von peripher bis ins Zentrum. Die Vorderkammer ist eng und hat eventuell Verbindung mit der Linse, es entsteht eine Katarakt.

Verbreitung Die Häufigkeit wird mit unter 1 zu 1.000.000 angegeben, die Vererbung erfolgt autosomal-dominant oder autosomal-rezessiv.

Es besteht eine Assoziation mit weiteren Fehlbildungen: wie Gesichtsdysmorphie oder Hypospadie und Syndromen wie Trisomie 13, Trisomie 14, Trisomie 15, Jacobsen-Syndrom (Partielle Deletion Chromosom 11q) und Norrie-Syndrom. Auch beim Peters-Plus-Syndrom liegen noch weitere Fehlbildungen vor.

Einteilung Nach dem Ausmaß der Veränderungen kann klinisch unterschieden werden: Typ 1 ohne Linsenbeteiligung, nur Iris, Hornhautendothel und Descemet-Membran Typ 2 mit zusätzlicher Linsenbeteiligung (keratolentikuläre Adhäsionen), häufiger beidseits, stärkere Hornhauttrübung

Ursache Folgende Mutationen wurden bislang gefunden: FOXC1-Gen auf Chromosom 6 Genort p25.3, autosomal-dominant PAX6-Gen auf Chromosom 11 Genort p13, autosomal-dominant (bei einer Vielzahl anderer Erkrankungen beteiligt) PITX2-Gen auf Chromosom 4 Genort q25, autosomal-dominant CYP1B1-Gen auf Chromosom 2 Genort p22.2 RIEG1-Gen auf Chromosom 4 Genort q25, autosomal-dominant AR FOXE3-Gen auf Chromosom 1 Genort p33

Klinische Erscheinungen Klinische Kriterien sind: Manifestation als Kleinkindalter, Neugeborenenzeit kongenitaler umschriebener Defekt der Descemet-Membran mit zentraler Hornhauttrübung zentrale keratolentikuläre Adhärenz mit Abflachung der Vorderkammer, peripher vordere Synechie, mitunter auch vordere Polkatarakt 80 % beidseits, in 50 bis 70 % Sekundärglaukom zusätzliche Augenanomalie: Mikrokornea, Mikrophthalmie, Sklerokornea, Kolobome

Diagnose Die Diagnose ergibt sich aus der augenärztlichen Untersuchung. Medizinische Bildgebung kann weitere Veränderungen aufzeigen.

Differentialdiagnose Abzugrenzen sind: Hintere-polymorphe-Hornhautdystrophie Iridokorneales endotheliales Syndrom Kongenitale hereditäre Endotheldystrophie Kongenitale Stroma-Hornhautdystrophie Rieger-Syndrom Rötelnembryofetopathie

Therapie Die Behandlung des Glaukoms und der Katarakt ist dort beschrieben. Im Verlauf ist eine teilweise Aufklarung möglich, gegebenenfalls sollte eine frühzeitige Keratoplastik erfolgen.

In der Tiermedizin Die Anomalie wurde auch bei einer Katze beschrieben.

Literatur

Weblinks Medline Plus Rare Diseases

Einzelnachweise

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