Die Schlacht um Wau fand vom 29. Januar bis zum 4. Februar 1943 bei Wau zwischen alliierten Einheiten und Truppen des japanischen Kaiserreichs im damaligen australischen Territorium Neuguinea im Pazifikkrieg während des Zweiten Weltkriegs statt. Sie kennzeichnet den letzten, aber fehlgeschlagenen Versuch der Japaner von der Nordostküste Neuguineas nach Port Moresby im Süden vorzudringen.
Vorgeschichte Im März 1942 besetzten die Japaner Lae und Salamaua am Ufer des Huongolfs am östlichen Ende der langen Küste des Territoriums Neuguineas (→ Operation SR). Als Reaktion darauf verlegten die Australier zwei Kompanien in die kleine Stadt Wau im Tal des Flusses Bulolo. Der Fluss fließt nordwestlich von Wau in den Fluss Markham, der dann nach Osten in den Huongolf mündet. Das kleine Flugfeld bei Wau war nutzbar, hatte aber seine Tücken. Die Start-, Landebahn war rund 1100 Meter lang, fiel aber um etwa 90 Meter (ca. 10 %) ab. Daher konnte sie unabhängig von der Windrichtung nur in eine Richtung verwendet werden, um bergauf zu landen und bergab zu starten. Zudem war sie auch oft mit Wolken bedeckt und dann nicht zu benutzen. Trotz allem bot der Flugplatz eine potenziell wertvolle Basis für jeden Gegenangriff der Alliierten ins Markham-Tal. Die japanische Besetzung von Lae und Salamaua verlieh dem Gebiet der Goldfelder bei Wau-Bulolo eine ausgeprägte operative Bedeutung. Aus japanischer Sicht war der Hauptvorteil, dass das Flugfeld auf einem Pfad lag, der von Salamaua an der Nordküste bis zur Südküste von Papua führte. Wau lag nur 48 Kilometer südlich von Salamaua, obwohl diese Route eine Bergkette durchquerte und den Australiern unbekannt war. Es war daher für die Japaner sehr wichtig dieses Tal zu erobern. Es schützte Lae und Salamaua und bot ein wirtschaftlich wertvolles Gebiet, reich an Nahrungsmitteln und möglicherweise den Binnenflugplatz um weitere Maßnahmen gegen Port Moresby zu ermöglichen. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass die Kokoda-Track-Kampagne fehlgeschlagen und die Schlacht um Buna-Gona-Sanananda verloren war.
Die Kanga Force Während die New Guinea Volunteer Rifles (NGVR) unter Oberstleutnant W. M. Edwards im April 1942 die japanischen Aktivitäten in Lae und Salamaua beobachteten, glaubte General Thomas Blamey, dass es eine Gelegenheit gab, unabhängige Truppen einzusetzen, um eine kleine und lokale, aber profitable Offensive zu entwickeln. Daher traf die 2/5th Independent Company unter Major Thomas Paul Kneen am 17. April in Port Moresby ein, um mit dem NGVR zusammenzuarbeiten. Ihre Aufgabe bestand darin, in der Nähe der Japaner im Markham-Tal zu bleiben und deren Anlagen dort zu überfallen, um sie daran zu hindern Operationen von den lokalen Flugplätzen zu starten.
Die Generäle George Alan Vasey und George Howard Brett trafen sich vom 21. bis 24. April in Port Moresby. Dabei wurde die Bildung einer Guerillagruppe entschieden, die als Kanga Force bekannt wurde. Sie sollte aus einem Hauptquartier bestehen, das aus Einheiten in der Gegend von Port Moresby gebildet werden sollte, dem NGVR, dem Zug von Leutnant Roy Howard, der sich jetzt in der Gegend von Wau befand, der 2/5th Independent Company und einem Mörserzug, der aus der 17. Panzerabwehrbatterie und anderen Einheiten in Port Moresby gebildet wurde.
Ab dem 22. Mai wurde die 2/5th Independent Company aus Port Moresby ausgeflogen. DC-3-Transportflugzeuge mit Besatzungen der USAAF flogen vier Tage lang zwanzig Einsätze nach Wau und brachten 305 Soldaten und deren Ausrüstung zum Einsatzort. Amerikanische P-39 Airacobra-Kampfflugzeuge begleiteten die Transporter um sie vor Angriffen von Zero-Jägern aus Lae zu schützen. Da das Wetter in der Region Wau unvorhersehbar war, wurden viele Missionen abgebrochen. mini|Australische Patrouille bei Mubo Howards Zug sollte umgehend das Markham-Tal erkunden, um später offensiv gegen Lae vorzugehen. Die Aufgabe der NGVR, die ab jetzt unter dem Kommando von Oberstleutnant Norman Fleay stand, war es, die Gebiete um Lae und Salamaua zu erkunden und dort eingeschränkte Offensivaktionen durchzuführen. Allerdings sollten weder die Kommandoeinheiten noch die NGVR irgendwelche Maßnahmen ergreifen, die die Hauptrolle der Kanga Force beeinträchtigen würden, nämlich den Angriff auf Lae und Salamaua, da der Überraschungsfaktor dazu genutzt werden sollte.
Anfang Oktober hatten die lang erwarteten Verstärkungen die Kanga Force erreicht. Am 4. Oktober traf Major MacAdie mit rund 290 Männern der 2/7th Independent Company in Port Moresby ein. Die Kompanie flog am 8. und 9. Oktober nach Wau und wurde unter Fleays Kommando gestellt. Zur gleichen Zeit definierte die New Guinea Force Fleays Anweisungen neu und befahl ihm, den Feind im Gebiet Mubo-Salamaua-Lae weiterhin zu stören, über deren Aktivitäten zu berichten und die Flugplätze im Bulolo-Tal zu halten.
Daher wurden von ihnen kleinere japanische Stützpunkte angegriffen und gegen Ende 1942 der starke japanische Außenposten in Mubo zweimal und am 11. Januar 1943 bei einem dreitägigen Einsatz zum dritten Mal angegriffen.
Vor der Schlacht Der japanische Plan sah eine Art Dschungel-Blitzkrieg gegen Wau vor. So sollte ein schneller und überraschender Vorstoß über die große Kuper Range und das Bulolo-Tal hinunter zur Landebahn von Wau erfolgen. Dabei sollten die dazwischen liegenden kleineren australischen Stützpunkte ausgeschaltet und das Flugfeld erobert werden. Die Vorbereitungen für den Vorstoß ins Bulolo-Tal wurden Anfang Januar 1943 offensichtlich.
Die 8. Regionalarmee plante die Okabe-AbteilungOkabe-Detachment:
- Hauptquartier 51. Infanteriegruppe
- 102. Infanterie (ohne das III. Bataillon nach gesunkenem Transporter)
- II. Bataillon (ohne eine Kompanie)
- 14. Feldartillerie
- 3. Kompanie, 51. Ingenieurkompanie
- 51. Transport Feld-Maschinenkanonenkompanie
- Medizinische Einheit unter Generalmajor Okabe Toru, zugehörig der 51. Division, 18. Armee, in Lae zu landen, um das Gebiet um Lae-Salamaua zu sichern und nach Wau vorzudringen und es zu erobern. Am 5. Januar verließ die Abteilung Rabaul im Rahmen der Operation 81 an Bord von fünf Transportern, begleitet von fünf Zerstörern. Flugzeugen der USAAF und der Royal Australian Air Force gelang es den Konvoi auf Grund von Ultra-Nachrichten zu beschatteten und dann anzugreifen. Neun japanische Geleitjäger wurden bei zehn eigenen Verlusten abgeschossen. Eine australische PBY Catalina versenkte den Transport Nichiryu Maru. Zerstörer konnten 739 der 1100 an Bord befindlichen Truppen retteten, aber das Schiff versank mit den medizinischen Einrichtungen und anderem Nachschub der Okabe-Abteilung. Die Myoko Maru wurde in Lae von B-25 Bombern so schwer beschädigt, dass sie auf Grund gesetzt wurde. Mehr als die Hälfte der Truppen erreichte aber den Einsatzort. Während der Landungsoperationen waren die feindlichen Luftangriffe so schwerwiegend, dass die Transporte schließlich gezwungen waren Lae zu verlassen, bevor sie das Entladen von Munition und Vorräten abgeschlossen hatten. Der Mangel an diesen Vorräten sollte später zu einem Hauptproblem der Japaner werden. mini|Transportmaschinen werden auf dem Flugfeld bei Wau entladen In der Zwischenzeit erhielten aber auch die Australier Verstärkung. Ab Mitte Januar wurde eine Brigade von Port Moresby nach Wau geflogen. Die Luftbrücke dieser 2000 Mann starken Brigade nach Wau begann am 14. Januar, war jedoch durch die Verfügbarkeit von Transportflugzeugen begrenzt. Knapp zehn C-47-Einsätze pro Tag waren das Maximum, das die USAAF-Truppentransportgeschwader leisten konnten. Tagelang wurden wieder einmal die Flugmöglichkeiten durch das tropische Wetter gestoppt. Bis zum 23. Januar stieg die Anzahl der Flugzeuge, die der Wau-Luftbrücke zur Verfügung standen, deutlich an. Alliierten Streitkräften war es gelungen das Gebiet um Buna und Gona zu erobern (→ Schlacht um Buna-Gona-Sanananda) und den Bedarf an Luftbrückenunterstützung für diesen Kampfbereich zu reduzieren. Zudem war ein weiteres USAAF-Truppentransportgeschwader mit 52 C-47 in Port Moresby eingetroffen. Von diesem Zeitpunkt an wurden je nach Wetterlage mindestens dreißig Einsätze pro Tag nach Wau geflogen. P-39-Kampfgeschwader boten erneut Schutz vor feindlichen Angriffen. Trotzdem kam es am 18. Januar kurz vor dem Flugfeld Wau zu einem Abschuss einer Transportmaschine bei dem 8 Besatzungsmitglieder ums Leben kamen.
Die Kanga Force bestand nun aus der 17. australischen Infanteriebrigade unter dem Kommando von Brigadier Murray John Moten sowie den beiden Kompanien, die seit März 1942 in der Region patrouillierten. Brigadier Moten traf in Wau ein und übernahm am 17. Januar das Kommando. Die Truppen wurden entsprechend eingeteilt, um den möglichen japanischen Angriff abzuwehren. Annäherungen über die Hauptstrecke Salamaua-Wau vor Skindewai, der sogenannte Black-Cat-TrailDer Name ist von der Black-Cat Goldmine in Wau abgeleitet. Der Pfad ist auch unter dem Namen Skindawai-Track bekannt. und alle anderen Wege in der Nähe, mit einer starken Stellung im Waipali-Gebiet an der Kreuzung dieser beiden Wege sollten verteidigungsbereit sein.
Den Japanern bot sich noch eine weitere Möglichkeit nach Wau zu gelangen: das Markham-Tal hinauf und von dort das Wampit-Tal hinunter nach Bulolo – eine nicht leicht zu begehende Route, aber nicht so schwierig wie der Black-Cat-Trail. Um die Route zu sichern war es zudem notwendig, einen Teil der Kanga Force im Gebiet um Bulwa-Wampit zu neutralisieren. Bei der Ausführung des Überraschungsangriffs waren die Japaner schlau genug, auf beiden Hauptwegen Einheiten nach Wau in Marsch zu setzen. Aber der Hauptteil der Streitmacht umging tatsächlich Skindewai und ging von Mubo über den Black-Cat-Trail weiter nach Westen und konnte so die Deckungsstellung der Australier umgehen. Auf einem den Australiern unbekannten Pfad von House Copper nach Wandumi gelangten sie auf die Bergkämme, von wo sie Wau aus etwa 13 Kilometer Entfernung überblicken konnten. Allerdings gerieten die Japaner nun in Schwierigkeiten. Diese alte deutsche Vermessungsstrecke verlief durch einen sehr dichten Dschungel und war äußerst schwer zu begehen. Die Zeit, die die Truppen benötigten, um diese Route begehbar zu machen, war länger als erwartet, mit dem Ergebnis, dass die Rationen knapp wurden, noch bevor die Japaner das Wau-Tal erreichten. Trotzdem war es ihnen gelungen, unbehelligt das Ziel zu erreichen und die Stärke der Streitkräfte bis zum 27. Januar zu verschleiern. Die Gesamtzahl der unter Generalmajor Okabe angerückten Truppen betrug etwa 3000 Mann. mini|Australischer Spähtrupp im Gebiet um Wau und Mubo Allerdings sichteten australische vorgeschobene Patrouillen schon am 21. Januar fünfzig Japaner, die auf dem Black-Cat-Trail bei Buibaining vorbeikamen und beobachtete eine weitere Gruppe die im Fluss Bitoi badete, aber trotzdem war die Situation den Australiern noch keineswegs klar und die genaue Achse des japanischen Vormarsches auf Wau (falls einer kommen sollte) war noch völlig undefiniert.
Generalmajor Okabe, der die Stärke des Feindes auf nicht mehr als 400 Mann schätzte und darauf bedacht war, den Vorteil der Überraschung zu erlangen, befahl dem Kommandeur des 102. Infanterieregiments den Angriff in der Nacht des 27. Januar zu starten. Dazu sollte der Flugplatz von Osten und Nordosten aus angegriffen werden und der Hauptangriff von Südosten aus beginnen. Beide Angriffe sollten am 28. Januar um 1:00 Uhr starten und alle Ziele sollten im Morgengrauen besetzt sein.