mini|Bild von Yang Zengxin (Mitte der 1920er Jahre) Yang Zengxin oder Yang Tseng-hsin (auch Yang Zhengxin, , * 1864 in Mengzi in Yunnan; † 1928 in Urumtschi, Xinjiang) war ein Kriegsherr in der Republik China und von 1911 bis 1928 Gouverneur von Xinjiang.
Gouverneur Yang regierte die westchinesische Provinz Xinjiang isolationistisch.Ondřej Klimeš: Struggle by the Pen: The Uyghur Discourse of Nation and National Interest, c.1900–1949, Leiden: Brill 2015, S. 119. Kurz nach seiner Amtsübernahme sandten Gelehrte aus Kaschgar eine Delegation nach Konstantinopel, um osmanische Lehrer nach Xinjiang einzuladen.Yitzhak Shichor: Ethno-Diplomacy: The Uyghur Hitch in Sino-Turkish Relations, Honolulu: East-West Center 2009, S. 20. Die Osmanen sandten daraufhin eine Bildungsdelegation und der Anführer dieser gründete im Jahr 1914 die erste moderne Schule in Kaschgar.Sabine Dabringhaus: Geschichte Chinas im 20. Jahrhundert, München: Beck 2009, S. 109. Nachdem die Zentralregierung Chinas Deutschland im Zuge des Ersten Weltkriegs den Krieg erklärt hatte, verloren die osmanischen Staatsbürger ihren konsularischen Schutz. Gouverneur Yang ließ sie daraufhin in die Provinzhauptstadt Urumtschi bringen.James A. Millward: Eurasian Crossroads: A History of Xinjiang, London: Hurst Publishers 2007, S. 174.
Nach der Ausrufung der Chinesischen Republik im Jahr 1911 versiegten die Hilfszahlungen der Zentralregierung an die Provinzregierung in Xinjiang. Das führte zu einer Finanz- und Wirtschaftskrise in der Provinz. Yang Zengxin erhöhte die Steuern, ließ Papier rationieren, reklamierte brachliegendes Land und versuchte, den Handel und die Industrialisierung der Provinz voranzubringen. Letzteres scheiterte jedoch.Ke Wang: The East Turkestan Independence Movement, 1930s to 1940s, Hong Kong: Chinese University Press 2018, S. 39.
Trotz der relativen Abschottung schaffte er die Grundlagen dafür, dass die Provinz dauerhaft an China gebunden blieb.Svat Souček: A History of Inner Asia, Cambridge (MA): Cambridge University Press 2000, S. 269. Im Zuge des Russischen Bürgerkriegs gelang es ihm, Kontrolle über die Region Altay zu erlangen.Noack, David X.: Das zweite Turnier der Schatten: Turkestan und die Politik der Großmächte 1919–1933, Paderborn: Brill | Schöningh 2025, S. 186.
Nach dem Sieg der Bolschewiki im Russischen Bürgerkrieg kooperierte Yang mit den Briten, um den sowjetischen Einfluss in seiner Provinz gering zu halten.Kulbhushan Warikoo: Xinjiang – China's Northwest Frontier, London: Routledge 2016, S. 63.
Yang sah den Warlord Feng Yuxiang, der Mitte der 1920er Jahre unter anderem große Teile von Xinjiangs Nachbarprovinz Gansu kontrollierte, als seinen Todfeind an.Michael Dillon: Xinjiang and the Expansion of Chinese Communist Power: Kashgar in the Early Twentieth Century, London: Routledge 2014, S. 59.
Nachdem die Chinesisch-Schwedische Expedition Xinjiang erreicht hatte, lud Gouverneur Yang den Expeditionsleiter Sven Hedin zu einem Bankett ein.Perry Johansson: Saluting the Yellow Emperor: A Case of Swedish Sinography, Leiden: Brill 2012, S. 75. Yang verbot Hedin, dass deutsche Flugzeuge der Lufthansa für die Expedition in Xinjiang genutzt werden konnten.Justin M. Jacobs: The Compensations of Plunder: How China Lost Its Treasures, Chicago (IL): University of Chicago Press 2020, S. 213. 1926 hatte Reichsaußenminister Gustav Stresemann die Finanzierung daran geknüpft, dass diese in der Öffentlichkeit nicht bekannt durfte. Während der verdeckten Operation sollten deutsche Militärs, als wissenschaftliches Begleitpersonal getarnt, daran teilnehmen. Der große Aufwand erregte aber den Verdacht der Spionage.Hans Böhm: Finanzierung der Zentralasienexpedition Hedins: „Strengste Geheimhaltung wird von allen Beteiligten als unerlässlich angesehen“, in: Erdkunde, Bd. 57 (2003), Nr. 1, S. 40–54. Abrufbar hier. Frei verfügbar hier.
Gouverneur Yang ließ eine Bronze-Statue von sich in Urumtschi errichten.Justin M. Jacobs: Xinjiang and the Modern Chinese State, Seattle (WA): University of Washington Press 2016, S. 228.
Am 7. Juli 1928 tötete Fan Yaonan, der für die auswärtigen Beziehungen in Yangs Regierung zuständig war, den Gouverneur, um selbst neuer Gouverneur zu werden. Fans Ziel war es, das Gebiet unter Kontrolle der Kuomintang-geführten Regierung zu bringen.Haiyun Ma: Middle Kingdom‘s New Territory: A History of Relations Between Xinjiang and China, in: Chŏng-ho Pae/Jae H. Ku (Hrsg.): China‘s Internal and External Relations and Lessons for Korea and Asia, Seoul: Korea Institute for National Unification 2013, S. 15–62 (hier: S. 45). Doch Jin Shuren, ein Schüler Yangs, ließ Fan festnehmen und umbringen. Daraufhin wurde Jin selbst neuer Gouverneur.Michael Dillon: Xinjiang and the Expansion of Chinese Communist Power: Kashgar in the Early Twentieth Century, London: Routledge 2014, S. 59/60.
Weblinks
Richard Yang: Sinkiang under the Administration of Governor Yang Tseng-hsin, 1911–1928, in: Central Asiatic Journal, Jg. 6 (1961), Nr. 4, S. 270–316.
Einzelnachweise
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