Klaus Staemmler (* 4. Juli 1921 in Bromberg (heute Bydgoszcz, Polen);Staemmler, Klaus. In: Kürschners Deutscher Literatur-Kalender. Jg. 56, Gruyter, Berlin 1974, S. 918 (online). † 2. November 1999 in Münster) war ein deutscher Autor und Übersetzer und Herausgeber polnischer Literatur.
Leben Staemmler legte 1939 am deutschen Gymnasium in Bromberg sein Abitur ab. 1945 nahm er ein Studium der Geschichte, Slawistik und der evangelischen Theologie an der Universität Göttingen auf. 1949 promovierte er zum Thema „Preußen und Livland in ihrem Verhältnis zur Krone Polens 1561–1586.“ Anschließend arbeitete er als Geschäftsführer der Vereinigung evangelischer Buchhändler und von 1959 bis 1962 für einen Verlag.Hedwig Nosbers: Polnische Literatur in der Bundesrepublik Deutschland 1945/1949 bis 1990. Buchwissenschaftliche Aspekte. Wiesbaden: Harrassowitz 1999. Von 1963 bis 1986 war er Dozent an der deutschen Buchhändlerschule in Frankfurt am Main.Zbigniew Herbert, Klaus Staemmler, 21. Internationales Lyrikertreffen Münster, abgerufen am 1. Dezember 2020
Er hat seit den 1960er Jahren als Übersetzer zur Entdeckung bedeutender polnischer Autoren beigetragen, darunter Stanislaw Lem und Andrzej Szczypiorski. Des Weiteren übersetzte er Werke folgender polnischer Autoren: Witold Gombrowicz, Zbigniew Herbert, Jaroslaw Iwaszkiewicz, Ryszard Krynicki, Janusz Krasiński, Stanisław Lem, Slawomir Mrozek, Marek Nowakowski. Staemmler lebte ab 1998 in Münster, wo er 1999 starb.
Preise und Auszeichnungen 1970: Übersetzerpreis des Autorenverbandes ZAiKS 1987: Preis der Société Européenne de Culture, Centre Polonais 1990: Preis des polnischen PEN-Clubs für die Übersetzung und Popularisierung polnischer Literatur 1993: Dr. h. c. der Adam-Mickiewicz-Universität Posen 1997: Preis der Stadt Münster für Europäische Poesie
Nachlass Ein Teil seines Nachlasses befindet sich im Deutschen Polen Institut in Darmstadt.Presse- und Institutsarchiv; 5. Übersetzernachlasse, abgerufen am 2. Dezember 2020. Staemmlers Archiv mit Zeitungsausschnitten von Artikeln über polnische Autoren, zu deutsch-polnischen Übersetzern und zu zeitgeschichtlichen und kulturellen Themen in Nachkriegspolen gehört heute zum Bestand des Herder-Instituts in Leipzig.Neues aus dem Zeitungsarchiv, Herder-Institut, abgerufen am 2. Dezember 2020
Die Korrespondenz von Staemmler mit Autoren und Verlegern findet sich verstreut in verschiedenen deutschen Bibliotheken, u. a. in der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin, im Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg, der Bibliothek der Universität Frankfurt an der Oder und im Deutschen Literaturarchiv Marbach.Staemmler, Klaus (1921-1999), Kalliope-Verbund, abgerufen am 2. Dezember 2020
Literatur Jörg W. Rademacher: Klaus Staemmler zum fünften Todestag. Eine biografische Skizze. In: Übersetzen. April 2004 (pdf; S. 5). Hedwig Nosbers: Polnische Literatur in der Bundesrepublik Deutschland 1945/1949 bis 1990. Buchwissenschaftliche Aspekte. Harrassowitz, Wiesbaden 1999, ISBN 978-3-44704196-6, S. 188–205 (zugl. Diss. Mainz 1995). Anna Fimiak-Chwilkowska: Das Übersetzen der Kulturbilder. Klaus Staemmlers Übertragungen der polnischen Literatur. Südwestdeutscher Verlag für Hochschulschriften, Saarbrücken 2013, ISBN 978-3-83813475-8.
Einzelnachweise
Kategorie:Übersetzer aus dem Polnischen Kategorie:Übersetzer ins Deutsche Kategorie:Person (deutsch-polnische Beziehungen) Kategorie:Ehrendoktor der Adam-Mickiewicz-Universität Posen Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1921 Kategorie:Gestorben 1999 Kategorie:Mann