mini|Vierseithof

Kauerndorf (oberfränkisch: Kauan-doafE. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 200. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „kauəʳndoʳf“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Ködnitz im Landkreis Kulmbach (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Kauerndorf hat eine Fläche von 4,111 km². Sie ist in 643 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 6394,16 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Forstlasmühle und Mühlberg.

Geographie Das Dorf bildet mit Fölschnitz im Süden eine geschlossene Siedlung. Diese liegt am Weißen Main und an der Schorgast, die bei Forstlasmühle als rechter Zufluss in den Weißen Main mündet. Die Flüsse schneiden sich in das Obermainische Hügelland ein. Die Bundesstraße 289 führt nach Kulmbach (4,5 km westlich) bzw. nach Untersteinach (2 km nordöstlich). Die Staatsstraße 2182 zweigt von der B 289 ab und führt über Fölschnitz nach Ködnitz (3,5 km südöstlich). Anliegerwege führen zum Mühlberg (0,6 km südwestlich) und zur Forstlasmühle (0,6 km südwestlich).

Geschichte Das Haufendorf bestand ursprünglich aus 6 Höfen und 4 Gütern. 1256 wurde es als „Curendorf“ erstmals urkundlich erwähnt. 1296 erscheint es erstmals in der heutigen Form als „Kawrendorf“. Das Bestimmungswort ist Curo, der Personenname des Siedlungsgründers.E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 75f.

Kauerndorf bildete mit Mühlberg eine Realgemeinde. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Kauerndorf aus 31 Anwesen. Das Hochgericht übte das bayreuthische Stadtvogteiamt Kulmbach aus. Dieses hatte zugleich die Dorf- und Gemeindeherrschaft. Grundherren waren das Kastenamt Kulmbach (11 Anwesen: 1 Höflein, 7 Gütlein, 3 Tropfhäuser), der Markgräfliche Lehenhof Bayreuth (8 Anwesen: 1 Hof, 1 Drittelhof, 2 Sechstelhöfe, 2 Zwölftelhöfe, 1 Gütlein, 1 Söldengut), das Stiftskastenamt Himmelkron (1 Hof, 1 Gütlein), das Klosteramt Kulmbach (1 Gut), der bambergische Langheimer Amtshof (1 Hof), das Rittergut Kirchleus (1 Gut, 4 Gütlein), das Seniorat von Künßberg (2 Gütlein).R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 607.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Kulmbach. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1811 der Steuerdistrikt Kauerndorf gebildet, zu dem Aichig, Blaich, Dörnhof, Eggenreuth, Grundhaus, Kauernburg, Mühlberg, Oberndorf, Oberpurbach, Pörbitsch, Unterpurbach und Venetianischer Stadel gehörten. 1812 entstand die Ruralgemeinde Kauerndorf, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Mit dem Gemeindeedikt von 1818 wurden drei Ruralgemeinden gebildet: Blaich mit Eggenreuth, Oberndorf, Oberpurbach, Pörbitsch und Unterpurbach Kauernburg mit Aichig, Dörnhof, Grundhaus und Venetianischer Stadel Kauerndorf mit Mühlberg. Die Ruralgemeinde Kauerndorf war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kulmbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kulmbach (1919 in Finanzamt Kulmbach umbenannt). 5 Anwesen unterstanden bis 1848 in der freiwilligen Gerichtsbarkeit dem Patrimonialgericht Kirchleus, 2 Anwesen ebenfalls bis 1848 dem Patrimonialgericht Thurnau. Ab 1862 gehörte Kauerndorf zum Bezirksamt Kulmbach (1939 in Landkreis Kulmbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kulmbach (1879 in das Amtsgericht Kulmbach umgewandelt).R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 758. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 4,110 km².

Am 1. April 1971 wurde die Gemeinde Kauerndorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Ködnitz eingegliedert.

Baudenkmäler An der Schorgast 3: Vierseithof Steinkreuz

Einwohnerentwicklung Gemeinde Kauerndorf Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 196 213 219 229 251 256 238 232 233 229 230 227 240 234 226 225 228 219 216 327 354 344 363 396HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 36 40 42 41 46 48 68 Quelle

Ort Kauerndorf Jahr 1809 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 181 177 206 188 188 203 187 291 329 365 490Häuser 32 34 36 38 43 63 135 Quelle R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 725.

Religion Kauerndorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Oswald (Untersteinach) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Geographie (Ködnitz) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kulmbach) Kategorie:Ersterwähnung 1256 Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Kulmbach