Albrecht Stanek (* 21. Juni 1920 in Wien;G-C 312/0285: Totenschein Albrecht Stanek, Deutsches Bundesarchiv. † 8. März 1944 in Borissow) war ein österreichischer Student und Widerstandskämpfer.

Leben Nach dem „Anschluss“ Österreichs an Deutschland im März 1938 wurde Stanek, zu dieser Zeit Medizinstudent, aktives Mitglied in der katholisch-konservativen Österreichischen Freiheitsbewegung um Karl Lederer und Alfred Miegl. Er wird als Mitbegründer der Freiheitsbewegung angegeben. Sein Deckname war Bert.

Zu Kriegsbeginn wurde er einberufen und diente als Sanitätsunteroffizier in der Wehrmacht. Er war 1940/41 in Berlin, 1941/42 in Saint-Malo und ab Oktober 1942, bis zu seinem Tod, in der besetzten Sowjetunion stationiert. Bei jeder Station konnte er Kontakt zu den lokalen Widerstandsbewegungen aufnehmen. 1944 diente er in der 1. Kompanie des Sicherungs-Bataillons 564 bei der 201. Sicherungs-Division.

In Borissow nahm er ebenfalls Kontakt zu Partisanen auf, wurde denunziert, am 26. Dezember 1943 verhaftet, unter Arrest gestellt und kam vor das Kriegsgericht in Borissow. Vom Kriegsgericht der 256. Infanterie-Division wurde er am 15. Februar 1944 zum Tode verurteilt. Der verantwortliche Kriegsrichter war anhand der Namensnennung von Stanek in seinem Abschiedsbrief wahrscheinlich der Kriegsgerichtsrat Max von Kornberger (* 1912).Weitere Informationen zu von Kornberger in Thomas Geldmacher, Magnus Koch: Österreichische Wehrmachtrichter im Zweiten Weltkrieg (1939–1945). Mai 2018, Seite 7.

Nach Ablehnung des Gnadengesuchs wurde er am 8. März 1944 um 16:27 Uhr zusammen mit sieben weiteren Gefangenen in der Nähe von Borissow erschossen.Siehe Literatur, Abschiedsbrief: „Mittags um 14 Uhr wurden wir aus der Todeszelle geholt, und da teilte man uns mit, dass wir erschossen werden. Ich schicke alles nach Hause … Verurteilt wurde ich von einem Wiener Richter, Kriegsgerichtsrat Dr. von Kornberger oder Körnberger. Genau habe ich mir den Namen nicht gemerkt … mein Gnadengesuch wurde abgewiesen … um 16 Uhr wird das Urteil vollstreckt.“

Literatur Abschiedsbrief an seine Eltern mit Kurzbiographie im Sammelband Lettere di condannati a morte della Resistenza Europea, Seite 45–46.

Einzelnachweise

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