Die Friedrich Franz II. war ein 1847 in Glasgow gebautes Postschiff, das am 22. Juli 1849 auf der Ostsee nach einer Kollision in der Kadetrinne sank.

Geschichte Die Friedrich Franz II. wurde 1847 auf der Werft Smith & Rodger in Govan gebaut und nach ihrem Stapellauf am 19. März 1847 unter dem Namen Earl of Rosslyn von der Edinburgh & Dundee Steam Packet Co, Edinburgh als Postschiff eingesetzt.

1849 wurde der Seitenraddampfer an die Mecklenburgische Dampfschifffahrtsgesellschaft, Wismar verkauft und über Kopenhagen in die Ostsee überführt. Da der Großaktionär Herzog zu Mecklenburg Friedrich Franz II. kurz vor dem Erwerb nochmals seine Beteiligung an der Dampfschifffahrtsgesellschaft um 8000 Thaler erhöhte wurde der neue Dampfer nach ihm benannt. Ursprünglich sollte er Großherzog Friedrich Franz II. heißen, man entschied sich jedoch schließlich für eine kürzere Variante.

Letzte Fahrt Am Nachmittag des 21. Juli 1849 verließ die Friedrich Franz II. Wismar gegen 16 Uhr, um Passagiere und Ladung nach Kopenhagen zu bringen. In der Nacht zum 22. Juli 1849 zwischen 23 Uhr und Mitternacht kollidierte sie mit von dem von Kopenhagen nach Travemünde verkehrenden Dampfschiff Lübeck. Die Friedrich Franz II. wurde dabei so unglücklich getroffen, dass sie innerhalb einer Stunde sank. Dabei kamen zwei von insgesamt sechs Passagieren ums Leben. Die übrigen Passagiere und Besatzungsmitglieder wurden von der Lübeck aufgenommen.

Obwohl der 57-jährige Kapitän Hans Joachim Krohn der Friedrich Franz II. keine Erfahrung mit Dampfschiffen hatte, konnte ihm kein Fehlverhalten nachgewiesen werden. Man forderte deshalb von der Lübecker Dampfschifffahrtsgesellschaft, der Betreiberin der Lübeck, Entschädigung für das verlorene Dampfschiff. Erst nach langjährigen gegenseitigen Anfeindungen und Gerichtsstreit wurde der Mecklenburgischen Dampfschifffahrtsgesellschaft 1856 eine Entschädigung zugesprochen.

Entdeckung 2017 entdeckte ein dänisches Vermessungsschiff ein bisher unbekanntes Wrack und meldeten es an das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Maik-Jens Springmann, Schiffsarchäologe und Direktor des Technischen Landesmuseums Mecklenburg-Vorpommern, erhielt 2020 im Zuge seiner Recherche zu seinem Artikel über die Postschiffsverbindung von Wismar nach Kopenhagen von dem Historiker Jan Lokers die Untersuchungsprotokolle des Lübecker Gerichts. Anhand den nautischen Angaben in den Akten konnte Andreas Thies, nautischer Fachmann und Kapitän des Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiff Deneb, das Suchgebiet auf den östlichen Ausgang der Kadetrinne beschränken, wo man 2017 das unbekannte Wrack gefunden hatte. Ende September 2020 untersuchte die Deneb das in rund 27 m Tiefe auf dem Grund der Ostsee liegende Wrack. Schon im Seitensichtsonar zeichneten sich viele Details ab, die auf einen Schaufelraddampfer schließen lassen. Zwei Taucher konnten bei zwei Tauchgängen von jeweils 25 Minuten unter einer Schlammschicht viele Details des Schiffs identifizieren: die Pleuelstangen der Dampfmaschine, die Antriebswelle und die Seitenräder, eine Dampfwinde am Bug und Achtern ein Doppelpoller, an dem die Lübeck festgemacht hatte, um die Überlebenden an Bord zu nehmen. Das Wrack der Friedrich Franz II. gilt als technikgeschichtlich bedeutend.

Literatur

Weblinks Smith and Rodger bei gracesguide.co.uk

Einzelnachweise

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