Die Dämonensaga, auch als Dämonen-Zyklus (vom englischen Originaltitel the demon cycle) bekannt, ist eine abgeschlossene Dark-Fantasy-Buchreihe des US-amerikanischen Autors Peter V. Brett. Die Haupthandlung umfasst sechs (im englischen Original fünf) Bände und wurde durch mehrere Einzelromane ergänzt. 2021 wurde der erste Band einer Sequel, der Nightfall Saga, veröffentlicht.

Es wird die Welt Thesa lange nach einer wissenschaftlichen Blütezeit beleuchtet, in welcher die dezimierte Menschheit auf einem dem Mittelalter ähnlichen technologischen Stand in fünf Städten und verschiedenen Dörfern lebt. Sie wird von der Angst vor Dämonen geprägt, die des Nachts aus dem Erdinneren aufsteigen und jeden bekämpfen, der nicht unter dem Schutz von Siegeln steht. Der Leser begleitet aus unterschiedlichen Sichten die Entwicklung mehrerer Protagonisten, die den Kampf gegen die Dämonen aufnehmen, sowie auch aus der Perspektive von Dämonen selbst.

Handlung Das Lied der Dunkelheit Im Dorf Tibbets Bach wächst Arlen auf einem Hof fünf Meilen vom Dorfplatz entfernt auf. Bei einer abendlichen Dämonenattacke im Jahr 319 wird seine Mutter Silvy schwer verletzt, daher begibt er sich mit seinem Vater Jeph auf den Weg zu einer Heilerin. Anstatt einer riskanten Fahrt machen sie unterwegs auch Halt bei Harl Tanner und seinen drei Töchtern: Illain, Beni und Renna. Als Silvy auf dem weiteren Weg stirbt und Jeph Illain als neue Frau mit auf den Hof nehmen möchte, läuft Arlen davon und gelangt mit der Hilfe des Kuriers Ragen in die freie Stadt Miln, wo er bei ihm und dessen Frau Elissa unterkommt. Aufgrund seines Wunsches, selber ein Kurier zu werden, beginnt Arlen eine siebenjährige Lehre bei Siegelmeister Cob. Während seiner Ausbildung lernt er bei der Erweiterung der Schutzmaßnahmen der Bibliothek von Miln 321 Mery, die Tochter des Bibliotheksleiters Ronnell, kennen und verliebt sich. Als er jedoch vor der Wahl steht, in Miln bei Mery zu bleiben oder Kurier zu werden, verlässt er Miln ohne Abschied, um im Süden Thesas zu arbeiten. Bei seinen Erkundungen entdeckt er 328 den Speer von Kaji in den Ruinen von Anoch Sun und mit diesem verloren geglaubte Siegel zum Kampf gegen Dämonen. In Krasia als Par’chin bekannt, zeigt Arlen die Tödlichkeit des Speers beim alagai’sharak. Jardir, erster Krieger Krasias (Sharum Ka), wendet sich jedoch gegen Arlen und nimmt ihm den Speer ab, tötet ihn aber nicht, sondern setzt ihn in der Wüste aus. Dem Tode nah, erreicht Arlen die Oase der Morgendämmerung, wo er seinen Körper regeneriert. Als er feststellt, dass er immer noch seine Abschrift der Siegel des Speers bei sich trägt, beginnt er mit der Tätowierung dieser auf seinem gesamten Körper. Nach einem waffenlosen und trotzdem siegreichen Kampf gegen Sanddämonen verzehrt er aus einem Instinkt heraus das Fleisch eines getöteten Dämons.

Leesha wächst im Tal der Holzfäller auf. Nachdem das Verlöbnis der dreizehnjährigen nach einer Lüge ihres Verehrers Gared Cutter platzt, begibt sie sich 319 in die Lehre der alten, aber sehr geachteten Kräutersammlerin Bruna. Diese schickt sie 326 nach Angiers, um dort im Spital ihrer ehemaligen Schülerin Jizell weitere Erfahrungen zu sammeln. Dort behandelt sie 332 den angehenden Jongleur Rojer, nachdem dieser zusammen mit seinem Begleiter Jaycob im Auftrag ihres Neiders Jasin Goldentone niedergeschlagen wurde. Rojer ist Waise und stammt ursprünglich aus Flussbrücke, wuchs aber bei dem Jongleur Arrick Sweetsong auf. Dieser vermittelte ihm bis zu seinem Tod die Techniken eines Jongleurs, obwohl Rojer an einer Hand der Zeige- und Mittelfinger fehlen. 329 hatte Rojer entdeckt, dass sein Spiel der Violine Dämonen beeinflussen kann. Er und Leesha machen sich zusammen auf den Weg ins Tal der Holzfäller, wo eine Krankheitswelle den Einwohnern zu schaffen macht. In Angiers gilt Rojer jedoch als tot. Unterwegs werden die beiden von Wegelagern angegriffen, die Leesha vergewaltigen, Rojers Violine zerstören und neben anderen Sachen den tragbaren Siegelzirkel stehlen. Hilflos der kommenden Nacht ausgeliefert, kommt ihnen zufällig Arlen zu Hilfe. Er hat sich inzwischen einen Namen als Schreck der Dämonen gemacht und geleitet Leesha und Rojer zum Ziel. Dort angekommen, kümmern sie sich einerseits um die Kranken, bereiten aber andererseits auch die Einwohner auf einen Kampf mit Dämonen in der kommenden Nacht vor.

Das Flüstern der Nacht Der zweite Band beschreibt analog zum Werdegang von Arlen, Leesha und Rojer im ersten Band nun das Aufwachsen von Jardir und Abban. Beide beginnen im Jahr 305 ihr Training als nie’Sharum. Die Ausbildung weist außer Ehrerbietung den Ausbildern gegenüber wenige Regeln auf, sodass vor allem körperliche Dominanz gefördert wird. Jardir und Abban unterstützen einander, bis sich Abban 308 bei einem Sturz das Bein so bricht, dass es nie wieder ordentlich heilt. Damit als Krieger untauglich und dementsprechend in die Kaste der khaffit herabgestuft, wird er jedoch auf dem großen Bazar von Krasia schnell zu einem guten Händler, heiratet mehrere Frauen und hat Kindern. Jardir hingegen beweist an der Seite seines ajin’pal Hasik als heranwachsender Krieger zusehends Talent und wird unter anderem mit dem nie’dama Ashan in der waffenlosen Kampfkunst der dama unterrichtet, um anschließend die Leitung einer Kriegergruppe übernehmen zu können. Er heiratet als erste Frau dama’ting Inevera, die ihn mit ihren Fähigkeiten, unter anderem Wahrsagerei, unterstützt. So steigt er zum Sharum Ka auf. Mit dem Verrat an Arlen und dem Speer von Kaji in der Hand, der die erste wirklich relevante Waffe im Kampf gegen die Dämonen darstellt, vereint er getreue Krieger und putscht sich 329 an die politische Führung. Zur Vereinigung von Krasia heiratet er eine Frau aus jedem der zwölf Stämme Krasias, die jedoch alle Inevera unterstellt sind. Getreu dem Evejah plant Jardir die Eroberung der nördlichen Städte und stützt sich dabei auf Abbans Erkenntnisse, die dieser von seinen nördlichen Handelspartnern erlangt hat. Nach dem Aufbruch aus Krasia entdeckt Jardir 332 in der Ruine Anoch Sun das Relikt Krone von Kaji. 333 nimmt die Armee aus Krasia Rizon ein und stockt die eigene Versorgung auf. Die Bevölkerung von Rizon assimiliert oder flieht.

Tausende der Flüchtlinge gelangen ins Tal der Holzfäller, welches mit der Anzahl überfordert ist. Arlen, Leesha und Rojer reisen nach Angiers und Miln, um um Unterstützung zu bitten sowie ein Bündnis zu formen. Leesha und Rojer kehren danach zurück und treffen auf einen Aufklärungstrupp mit Jardir. Dieser ist von den Bewohnern überrascht, da diese nicht dem Klischee nördlicher Feigheit entsprechen, sondern dem ehrenvollen Krasia gleich handeln, indem sie Dämonen bekämpfen. Daher erwägt er die Möglichkeit eines gewaltfreien Bündnisses. Zur besseren Verständigung geleiten ihn Leesha und ihre Eltern sowie Rojer und die bekannten Krieger Gared und Wonda nach Fort Rizon. Aufgrund der zahlreichen kulturellen Reibereien wird Leesha unterwegs von Abban in die Sprache und Bräuche von Krasia eingeführt, auch weil Jardir ihr den Hof macht. Rojer soll zur Stärkung des Bündnisses Jardirs Tochter Amanvah heiraten. Der neue Kurs des Shar’Dama Ka gefällt nicht allen aus Krasia. Leesha und Inevera rivalisieren, bis sie in einem gemeinsamen Kampf mit Jardir gegen einen Dämonenprinzen ein gewisses gegenseitiges Verständnis aufbauen. Arlen ist währenddessen nach Tibbets Bach zurückgekehrt, wo er jedoch unerkannt bleibt. Er rettet Renna vor der Todesstrafe, die sie für den Tod ihres Vaters erhalten hat. Sie griff zum Messer, da ihr Vater sie mehrfach vergewaltigt hatte. Nach der Aufforderung Arlens an die Bewohner, dass auch hier der Kampf gegen die Dämonen beginnen soll, stellt er siegelverzierte Waffen zur Verfügung und reist mit Renna weiter Richtung Süden. Dabei lehrt er sie Kampftechniken sowie Siegel, was im unerwarteten Kampf gegen einen Dämonenprinzen sehr von Nutzen ist.

Die Flammen der Dämmerung In Rückblicken wird der Werdegang von Inevera beschrieben. Als Tochter des sharum Kasaad und der Korbflechterin Manvah wird sie wie jedes Mädchen im Alter von neun Jahren zu einer dama’ting gebracht, die mithilfe des Musters von sieben siegelverzierten, geworfenen Würfeln, bestehend aus Dämonenknochen und beschmiert mit etwas Blut von Inevera, Einblicke in deren Zukunft erhält. Zur Überraschung vieler gelangen die dama’ting zu dem Schluss, Inevera als nie’dama’ting in die Ausbildung zur dama’ting zu schicken. Normalerweise werden nur Töchter der dama’ting ausgebildet, daher schikanieren Melan, Asavi und die anderen nie’dama’ting Inevera, während sie in Wahrsagen, Kampfkunst, Medizin und Liebeskunst unterrichtet wird. Trotzdem meistert Inevera alle Stufen der Ausbildung und wird zur jüngsten dama’ting seit langem. Durch die Einblicke in die Zukunft entscheidet sie sich zur Ehe mit Jardir und berät ihn bei seinem Aufstieg, seinem Verrat an Arlen sowie der Wahl der weiteren Ehefrauen und beim Kriegszug.

Arlen hat beim erfolgreichen Kampf gegen den Dämonenprinzen kurz vor dessen Tod tiefere Einblicke in das Wesen von Dämonen und der Magie selbst erhalten. So lernt er sich zu dematerialisieren und zu materialisieren, was ihm Selbstheilung sowie das Eindringen in das Erdinnere ermöglicht. Zudem kann er die Magie um sich herum nutzen, um seine eigene Kraft und die seiner Runen zu verstärken. Er heiratet zwei Wochen nach der Ankunft im Tal der Holzfäller Renna, die er weiterhin unterrichtet. Sie nimmt nun auch Dämonenfleisch zu sich, um mit Arlen mithalten zu können. Das Tal der Holzfäller hat sich dank der Flüchtlinge und der Hilfe aus Angiers weiter ausgedehnt und bildet nun von oben betrachtet selber große Siegel, welche Dämonen daran hindern, im Dorf aufzusteigen. Im Gegenzug zur Hilfe aus Angiers steht das Tal der Holzfäller nun unter Befehl von Count Thamos, wie auch Leesha, die unerwartet Jardirs Kind unterm Herzen trägt, und Rojer bei ihrer Rückkehr aus Everams Füllhorn, ehemals Rizon, feststellen. Rojer wird von Amanvah und Sikvah begleitet, die er beide geheiratet hat und die mit ihrem Gesang seine Musik und deren Effekt verstärken. Durch den Tod von zwei Dämonenprinzen beunruhigt, schickt die Dämonenkönigin zu den drei Tagen des nächsten Neumonds sieben Dämonenprinzen an die Oberfläche, um Informationen zu sammeln und die menschlichen Anführer zu eliminieren. Sowohl Jardir in Everams Füllhorn als auch Arlen und Renna im Tal der Holzfäller überleben, drei der Dämonenprinzen hingegen sterben. Durch die dennoch verlustreichen Kämpfe entscheiden sich Arlen und Jardir zu einem Zweikampf, auch damit sich die Menschen hinter einem Anführer versammeln können. Der Kampf ist ausgeglichen, doch beide stürzen von einer Klippe.

Der Thron der Finsternis Arlen und Jardir sind seit dem Sturz von der Klippe verschollen und gelten bei vielen als tot. Sie sind jedoch lediglich untergetaucht und nur Renna weiß davon, verschwindet aber ebenfalls bald nebst zwei sharum. Nach einer Aussprache von Arlen und Jardir willigt Jardir in dessen Plan ein. Zu fünft lauern sie am nächsten Neumond in Anoch Sun den Dämonenprinzen auf, welche die Ruinen mit deren Relikten und verbliebenen Wissen schleifen wollen. Es gelingt den fünf, sechs Dämonenprinzen und einen Gestaltwandler zu töten sowie den mächtigsten der Dämonenprinzen Alagai Ka, den Partner der Dämonenkönigin, gefangen zu nehmen. Sie hindern diesen am Dematerialisieren und befragen ihn, um einen Weg ins Erdinnere zur Dämonenkönigin zu finden.