mini|Titelseite des Buches Der Feierabend oder Lohn des Fleißes (mit vier farbigen Bildern) ist ein Buch mit zwölf Erzählungen die ca. 1860 von Philipp Jacob Beumer veröffentlicht wurden.
Von einem frommen Hirtenknaben (S. 3–12) mini|„Von einem frommen Hirtenknaben“ (farbiges Bild zur Erzählung) Zu Beginn wird erklärt, dass sich die Geschichte in der Schweiz zuträgt. Ein Pfarrer namens Walter findet einen betenden Hirtenknaben, der das ABC aufsagt, weil er kein Gebet kennt. Der Hirtenknabe Rudi erzählt dem Pfarrer, dass er seine Eltern schon früh verloren hat und dass keiner seiner Verwandten ihn aufnehmen wollte. Somit fiel er der Gemeinde zur Last und wurde letztlich vom Bauern Kilian aufgenommen, der dafür vom Staat 50 Franken bekam. Rudi hütete von nun an die kleine Herde des Bauern, erkannte aber schnell, dass der Bauer seine Wirtschaft vernachlässigte und ein Trinker war. Demnach ist es äußerst verantwortungslos vom Gemeinderat, einer solchen Person ein Waisenkind anzuvertrauen. Rudi genoss keinerlei schulische oder religiöse Erziehung. Der Pfarrer Walter geht daraufhin zum wohlhabenden Bauern Melchthal. Seine Familie ist sehr religiös und fromm. Der Pfarrer zitiert aus : „Wer ein solches Kind aufnimmt, in meinem Namen, der nimmt mich auf!“. Durch den Appell des Pfarrers das arme Waisenkind aufzunehmen sehr bewegt, entschließt sich das Ehepaar Melchthal dies zu tun. Dies kann jedoch erst an Michaelis passieren, dem Gedenktag des Erzengels Michael am 29. September. An diesem Tag fordert der Bauer Kilian die Gemeinde auf ihm jährlich 60, statt 50 Franken für den Knaben zu zahlen. Melchthal tritt jedoch hervor und möchte den Knaben zu sich nehmen, ohne dafür Geld zu verlangen. Er möchte, dass die 50 Franken, die die Familie jährlich für den Knaben bekommen würde, bis zu seinem 14. Lebensjahr auf einem Sparbuch für ihn zurückgelegt werden. Familie Melchthal nimmt Rudi auf und der Bauer Kilian ist außer sich vor Wut. Rudi darf von nun an mit den Kindern der Melchthals zur Schule gehen und bekommt seine eigene, neue Kleidung. Es zeigt sich, dass Rudi sowohl in der Schule als auch im Haushalt ein sehr fleißiger und wissbegieriger Knabe ist. Als er mit der Schule fertig ist, beginnt er für Melchthals Landwirtschaft zu arbeiten. Einige Jahre später stirbt der Bauer Kilian an den Folgen seines starken Alkoholismus und seine unerzogenen Söhne könne den schlecht geführten Hof nicht länger halten, weshalb er zwangsversteigert wird. Melchthal kauft den Hof daraufhin für Rudi, weil er nicht möchte, dass der fleißige Knabe sein Leben lang ein Knecht bleibt. Er zahlt ihm sein Sparbuch und die Überschüsse seines Lohns ab dem 15. Lebensjahr aus, wodurch Rudi insgesamt 2000 Schweizer Franken erhält. Zuletzt verlobt sich Rudi noch mit der Küchenmagd der Melchthals.
Von einer Schulmeisters-Tochter (S. 13–29) Die Erzählung trägt sich in einem Städtchen in der Rheinprovinz zu. Der Lehrer Baumgarten ist in diesem Städtchen Lehrer aus Leidenschaft, der von den Kindern geliebt und verehrt wird. Der Lehrer hat mit seiner Frau eine 16-jährige Tochter namens Elise. Eines Tages wurde das Städtchen von einer Krankheit heimgesucht. Im Städtchen gab es kein Krankenhaus und viele ärmliche Leute konnten sich die Pflege nicht leisten, weshalb die Krankheit verheerende Folgen hatte. Elises Eltern starben beide durch die Krankheit. Der Bruder der Mutter, Meister Häuser, der von Beruf Schmied war, wohnte in einer abgelegenen Gegend im bergischen Land. Er beschließt mit seiner Frau, Elise zu sich zu holen. Er möchte, dass Elise seine beiden Töchter Anna und Gretchen zuhause unterrichtet, da der Weg zur Schule zu weit ist. Nach einer Weile bekommen die Nachbarn mit, dass Elise unterrichtet und schicken ihre Kinder auch zu ihr statt in die Schule. Eines Abends versucht ein Zigeuner-Knabe namens Martin, Essen von der Familie Häuser zu stehlen. Dabei wird er von Elises Onkel erwischt, der daraufhin mit dem Dieb zur Polizei gehen möchte. Elise jedoch bittet Martin mit ihnen zu Abend zu essen und zeigt ihm danach seinen Schlafplatz für die Nacht. Am nächsten Tag beginnt Martin sich in der Schmiede nützlich zu machen. Der Onkel ist begeistert von seinem Eifer und Martin wird sein Lehrling und zusätzlich ein fleißiger Schüler von Elise. Martin berichtet, dass er von den Zigeunern verschleppt, zum Stehlen gezwungen und geschlagen wurde. Nach einiger Zeit beschwert sich der Dorflehrer beim Schulinspektor. Seine Einnahmen sinken, da Elisa beinahe alle Schüler unterrichtet. Der Schulinspektor fordert Elise auf eine Ausbildung zur Lehrerin zu machen, wenn sie weiter unterrichten möchte. Dies tut Elise, besteht ihre Prüfungen und wird Lehrerin an einer Mädchenschule. Dafür muss sie jedoch aus dem Haus des Onkels ausziehen, was nach einem tränenreichen Abschied auch geschieht. Martin geht zwei Jahre lang auf Wanderschaft, um noch mehr vom Handwerk zu lernen. Auf dieser Wanderschaft erkennt Martin die Zigeuner-Anführerin, welche verhört wird und daraufhin erklärt, woher Martin wirklich kommt. Martin reist in das Dorf, aus dem er kommt und lernt dort seinen Bruder kennen. Seine Eltern sind bereits einige Jahre zuvor verstorben. Am Ende der Geschichte kehrt Martin zurück, heiratet die älteste Tochter der Häusers und macht aus der Schmiede eine Werkstatt, in der Gesellen arbeiten.
Von einem entschlossenen Arzte (S. 29–34) Die Erzählung beginnt mit dem Hinweis darauf, dass ein Arzt mutig und seinen eigenen Entscheidungen bewusst sein sollte. Damit wird auf Johann Friedrich Weiße angespielt, welcher Wundarzt vom König August ist. König August beklagt sich schon seit längerem über Schmerzen an seinem Zeh. Um dem König von seinen Schmerzen zu befreien, möchte Doktor Weiße einen Eingriff durchführen. Die anderen Leibärzte des Königs August stimmen gegen solch eine Operation. Diese Entscheidung ändert nicht die Meinung von Weiße, was dazu führt, dass er dem König mit Hilfe des teuren Kammerdieners heimlich ein Schlafpulver verabreicht. Als der König in einen tiefen Schlaf versetzt wird, schneidet Weiße ihm den Zeh ab. Sobald der König aufwacht ist dieser außer sich und will sofort wissen wer für diese Tat verantwortlich ist. Selbstsicher erzählt ihm Weiße von seinem Vorgang. Daraufhin schickt der König sofort einen Boten los, der den berühmten Arzt Betit um Rat fragen soll in dieser Angelegenheit. In der Zwischenzeit fragt der König seinen Wundarzt, ob es nicht eine andere Möglichkeit als einen Eingriff gegeben hätte. Dieser ist sich seiner Tat bewusst und verneint daraufhin die Frage des Königs. Zwölf Tage nach dem Eingriff, wird dem berühmten Doktor Betit und den anderen Leibärzten der operierte Fuß ohne Verband gezeigt. Zur großen Verwunderung sind alle erstaunt von dem guten Zustand des Fußes und vor allem der König ist seinem Wundarzt Weiße sehr dankbar.
Alte Feindschaft und junge Freundschaft (S. 34–61)