mini|hochkant|Kirchturm der protestantischen Kirche Mutterstadt Die Evangelische Kirche ist ein denkmalgeschütztes Bauwerk in Mutterstadt im Rhein-Pfalz-Kreis.

Geschichte Für Mutterstadt ist schon um das Jahr 900 eine Kirche belegt und ab 1237 eine mittelalterliche Kirche nachweisbar.

Der spätgotische Wehrturm entstand ab 1517. An den Turm wurde in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts eine katholische Pfarrkirche Unserer Lieben Frau angebaut, die 1566 nach der Einführung des Calvinismus in der Kurpfalz zum reformierten Bekenntnis wechselte und bis 1698 ausschließlich der reformierten Gemeinde diente. Sie wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und 1655 als Notkirche wiedererbaut.

Im Zuge der Durchführung der 1705 von Kurfürst Johann Wilhelm erlassenen Religionsdeklaration fiel sie im Jahr 1707 durch Losentscheid an die Reformierten.

Das heutige Kirchenschiff wurde in den Jahren 1754 bis 1755 nach Plänen des kurfürstlichen Hofbaumeisters Franz Wilhelm Rabaliatti errichtet.

Im Jahr 1831 kam es zu einer gründlichen Erneuerung der Kirche unter Veränderung des Dachstuhls über dem Schiff. 1882 wurde ein neues Geläut beschafft und das Torhaus an der Umfriedung abgerissen. Nach Abgabe der Glocken im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken erhielt die Kirche 1952 ein neues Fünfergeläut von Friedrich Wilhelm Schilling aus drei großen Gussstahlglocken und zwei kleinen Bronzeglocken.

Architektur Der wehrhafte, massiv aufgemauerte Westturm mit Eckquaderung und spitzem Zeltdach ist das älteste Bauwerk der Stadt. Der dreiachsige spätbarocke Saalbau wird durch Rundbogenfenster gegliedert und von einem Satteldach abgeschlossen. Der Fünfachtelschluss im Osten ist gegenüber dem Saalbau eingezogen. Das Gebäude wird im Turm durch ein Westportal und an den Langseiten durch Seitenportale erschlossen.

Ausstattung Die holzgeschnitzte Kanzel mit Rokoko-Ornamenten schuf Johann Daniel Seitz im Jahr 1755. Sie besteht aus Kanzelaufgang, Kanzelkorb und Schalldeckel in rot-grau-goldener Fassung. Ein rundes Deckengemälde zeigt das letzte Abendmahl, ebenfalls von Johann Daniel Seitz.

Die Kirche der reformierten Gemeinde erhielt im Jahr 1786 die von den Gebrüdern Stumm erbaute Orgel und wurde 1792 durch Einziehung einer zweiten Empore erweitert.

Orgel mini|hochkant|Orgel Die Orgel wurde 1786 von den Gebrüdern Stumm mit mechanischen Trakturen gebaut. Gustav Schlimbach nahm 1868 Umbauarbeiten im Sinne der Romantik vor. Diese wurden durch eine Rekonstruktion von Oberlinger Orgelbau im Jahr 1971 wieder rückgängig gemacht. Eine Restaurierung erfolgte 2006 durch Förster & Nicolaus Orgelbau. Das Instrument verfügt heute über 26 Register auf zwei Manualen und Pedal. Seine Windladen sind als Schleifladen ausgeführt. Die Disposition lautet:

I Echowerk C–d3 1. Hohlpfeif 8′ 2. Flaut Travers D 8′ 3. Flaut 4′ 4. Octav 2′ 5. Salicional 2′/4′ 6. Quint ′ 7. Mixtur III 1 8. Krummhorn B/D 8′ 1972 9. Vox Humana B/D 8′ 1972 Tremulant II Hauptwerk C–d3 10. Principal 8′ 11. Hohlpfeife 8′ 12. Viol di Gamba 8′ 13. Octav 4′ 14. Flaut 4′ 15. Salicional 4′ 16. Quint 3′ 17. Superoctav 2′ 18. Terz ′ 19. Cornettflaut D 1′ 20. Cornett IV D 4′ 21. Mixtur IV 1′ 22. Trompete B/D 8′ 1972 Pedal C–d0 23. Subbaß 16′ 24. Principalbaß 8′ 25. Baßflöte 4′ 1972 26. Posaune 16′ 1972

Koppeln: II/I, I/P, II/P

Weblinks

Website der Evangelischen Kirche Mutterstadt Eintrag auf KuLaDig

Einzelnachweise

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