Der Kolimbiné (Colombiné) ist ein rechter Nebenfluss des Senegal in Mali und Mauretanien. Als Intermittierendes Gewässer führt sein Wadi, ebenso wie alle Zuflüsse, nur in der Regenzeit Wasser.
Geographie Der Kolimbiné lässt sich grob in drei Abschnitte deutlich unterschiedlichen Charakters unterteilen. Der Oberlauf liegt in dem wüstenhaften Trockengebiet der mauretanischen Sahara mit spärlichen oberirdischen Fließspuren in namenlosen Trockentälern. Der Mittellauf beginnt mit dem ersten bedeutenden Zufluss, dem Ouadou und einer verwirrenden Anzahl verschiedener Namensgebungen für das nur jahreszeitlich fließende Gewässer. Der Unterlauf schließlich beginnt mit dem Übertritt nach Mali und dem Zufluss des Térékolé. Ab hier gibt es eine annähernd ganzjährige Wasserführung im Fluss und seine unbestrittene Benennung als Kolimbiné.
Oberlauf Der Ursprung des Kolimbiné als Oued mit der längsten Fließstrecke bis zur Mündung ist auf Meereshöhe in einem Trockental im Osten der Berge von Aoudaghost zu finden, 42 Kilometer nordöstlich von Tamchekett im Norden der Verwaltungsregion Hodh El Gharbi. Der Talzug verlässt die Berge in Richtung Nordosten, wendet sich dann nach Südsüdosten dem Zentrum des Landschaftsbeckens El Hodh zu, das er östlich von Aïoun El Atrouss erreicht und in dem sich ein weit verzweigtes Talsystem aus allen Himmelsrichtungen trifft, um von hier aus in allgemeiner Südwest-Richtung der Mündung in den Senegal fünf Kilometer oberhalb von Kayes zuzustreben.
Das Einzugsgebiet des Oberlaufs, das unterhalb des Tagant-Plateaus auch 33.800 km² der Sandwüste Aoukar umfasst, und das sich im Tamchekett-Plateau bis auf Meereshöhe erhebt, summiert sich bis zur Einmündung des Ouadou () auf 57.600 km², das ist deutlich mehr als die Hälfte des gesamten Einzugsgebietes bis zur Mündung in den Senegal. Allerdings handelt es sich um ein absolut regenarmes Gebiet, dessen Niederschläge in der Regenzeit durchschnittlich 180 mm pro Jahr erreichen, im Norden weniger als im Süden. Die Nationalstraße N3 ist zur Querung des Haupttals mangels oberirdischer Fließspuren nicht auf ein Brückenbauwerk angewiesen (). Erst für die Straße von Aïoun El Atrouss nach Kobenni ist ein zehn Meter breiter Wasserdurchlass vorhanden (). Für eine länger dauernde Wasserführung reichen die Niederschläge der Regenzeit allerdings auch hier nicht aus.Watershed Data Report: Kolimbiné oberhalb des Ouadou
Mittellauf Der erste namhafte Zufluss aus Süden ist der 229 Kilometer lange Ouadou, der den Talweg des Kolimbiné aus der Gegend des malischen Nioro du Sahel erreicht (), und dessen zunächst üppig begrünte Flussoasen auf dem Weg nach Norden immer spärlicher werden.Ouadou bei Geonames - Watershed Data Report Ouadou Von diesem Zufluss an beginnt der rund 215 Kilometer lange Mittellauf des Kolimbiné, der bis zum Verlassen Mauretaniens an der malischen Grenze reicht. Für diesen Mittellauf gibt es eine reiche Auswahl an Namensvarianten. In der Monographie hydrologique wird der Name Ouadou einfach beibehalten. Google Maps wählt den Namen Oumoulbohoro fast für den ganzen Mittellauf, und zwar für die Strecke oberhalb des gleichnamigen mauretanischen Dorfes an der malischen Grenze.Oumoulbohoro bei Geonames Geonames wählt Oumoulbohoro nur für die 30 Kilometer bis zum Abzweig des Djéli Mahé BlancDjéli Mahé Blanc bei Geonames - OpenStreetMap: Djéli Mahé Blanc und führt das Haupttal unter dem Namen Djéli Mahé Noir weiter.Djéli Mahé Noir bei Geonames - OpenStreetMap: Djéli Mahé Noir Bei OpenStreetMap erscheint unterhalb des Zusammenflusses von Djéli Mahé Noir und Djéli Mahé Blanc erstmals der Name Kolimbiné ().OpenStreetMap: Kolimbiné
Der Kolimbiné ist ab dem Zusammenfluss von Djéli Mahé Noir und Djéli Mahé Blanc für 68 Kilometer Grenze zwischen Mali und Mauretanien, bevor diese 92 Kilometer vor Kayes nach Nordwesten abknickt. Auch der von Osten kommende Djéli Mahé Blanc grenzt beide Staaten voneinander ab. Und der im annähernd rechten Winkel von Norden auf die Staatsgrenze treffende Djéli Mahé Noir bildet hier die Grenze zwischen den mauretanischen Verwaltungsregionen Assaba und Hodh El Gharbi.
Unterlauf Gleich nach dem Übertritt des Kolimbiné in die malische Region Kayes empfängt er von Osten aus dem nördlichen Teil des Massif de Bafoulabé mit dem 316 Kilometer langen Térékolé einen zweiten stattlichen Zufluss.Térékolé bei Geonames - Térékolé bei OpenStreetMap - Watershed Data Report Térékolé Von hier ab bis Kabaté mäandriert der Unterlauf des Kolimbiné durch eine ein bis zwei Kilometer breite und üppig gründende Schwemmlandebene, die noch durch einen dritten Zufluss, den 187 Kilometer langen Krigou oder Kirgou bereichert wird.Krigou bei Geonames - Kirgou bei OpenStreetMap - Watershed Data Report Kirgou Nach dem Befund der Satellitenperspektive kann hier von einer zumindest annähernd ganzjährigen Wasserführung ausgegangen werden. Für die letzten 30 Flusskilometer unterhalb der 50 Meter langen Straßenbrücke der malischen Nationalstraße RN1 verengt sich das Tal wieder (). Das Flussbett hat ab hier eine Breite von rund zehn bis zwölf Meter. Der Kolimbiné mündet fünf Kilometer oberhalb von Kayes auf Meereshöhe in den Senegal. Von der Einmündung des Térékolé bis zum Senegal legt der Kolimbiné 189 Kilometer Fließstrecke zurück für eine Entfernung, die Luftlinie 93 Kilometer beträgt.
Längstmögliche Fließstrecke bzw. Talweg des Kolimbiné vom Talschluss im Tamchekett-Plateau bis zur Mündung in den Senegal beträgt 1050 Kilometer und das gesamte Einzugsgebiet beläuft sich auf 98.000 km². Ohne den wasserarmen Oberlauf würden als Talweg 459 Kilometer und ein Einzugsgebiet von 40.400 km² verbleiben. Sucht man nach dem mündungsfernsten Quellgebiet bzw. Talschluss des Kolimbiné in der Beckenlandschaft von El Hodh und folgt dabei den aus der Satellitenperspektive erkennbaren Schwemmspuren, auch in der Dünenlandschaft des Beckens, und dem Verlauf der Höhenlinien auf OpenTopoMap, so findet sich dieser Punkt am Nordostrand des Einzugsgebiets, 25 Kilometer vor der Abbruchkante am nordöstlichen Rand von El Hodh in der Verwaltungsregion Hodh Ech Chargui auf Meereshöhe (), 510 Kilometer Luftlinie nordöstlich der Mündung in den Senegal; die Fließstrecke bis zur Mündung bliebe mit etwa 1020 Kilometer nur unwesentlich unter der längstmöglichen ab dem Tamchekett-Plateau.Entfernungen messen mit Google Maps, Höhenangaben nach OpenTopoMap
Hydrometrie Das Einzugsgebiet des Kolimbiné ist aufgrund des halbwüstenartigen Charakters seines nördlichen Teils schwer zu bestimmen. Sie variiert zwischen 20.000 und 30.000 km², wenn die pseudo-endorheischen Gebiete einbezogen werden, aus denen kaum jemals Abflüsse den Unterlauf erreichen. Die gemittelte Durchflussmenge des Kolimbiné der Jahre 1968 bis 1993 wurde an der hydrologischen Station Kabaté pont gemessen (in m³/s). Sie erfasst den größten Teil des Einzugsgebietes.Évolution climatique récente et dynamique fluviale dans les hauts bassins des fleuves Sénégal et Gambie, S. 30. (online [PDF; 33,4 MB; abgerufen am 21. November 2020])
Weblinks
Global Watersheds
Einzelnachweise
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