Der Flughafen Palermo-Punta Raisi „Falcone e Borsellino“ (ital. Aeroporto Internazionale di Palermo Punta Raisi “Falcone e Borsellino”, ) ist der internationale Flughafen der italienischen Großstadt Palermo.
Geschichte Der internationale Flughafen bei Punta Raisi wurde 1960 eröffnet, weil der alte, im Stadtgebiet gelegene Flughafen Palermo-Boccadifalco dem Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen war. Die Berücksichtigung von Interessen der Mafia führte dazu, dass der Flughafen an einer ausgesprochen ungünstigen Stelle gebaut wurde, weswegen anfliegende Maschinen in der Regel relativ nahe an umliegenden Bergen vorbeifliegen müssen. Die regelmäßigen starken Scirocco-Winde zwangen recht bald zum Bau einer Querwindbahn. 1995 wurde ein neues Terminal mit einigen Fluggastbrücken eingeweiht und 2001 um eine Bahnverbindung mit der Innenstadt ergänzt.
Lage und Verkehrsanbindung Der Flughafen Palermo-Punta Raisi liegt an der Nordküste Siziliens, 35 km westlich von Palermo, bei dem Kap Punta Raisi auf dem Gemeindegebiet von Cinisi. Auto: Der Flughafen ist über die Autobahn A29 leicht zu erreichen. Bus: Prestia e Comandé fährt zum Hauptbahnhof in Palermo (Transfer 50 min) Bahn: Unter dem Terminal befindet sich ein zweigleisiger, elektrifizierter Kopfbahnhof. Zwischen dem Flughafen und dem Hauptbahnhof Palermo verkehren halbstündlich Züge des Servizio ferroviario metropolitano di Palermo (Linie A; die in der Karte angezeigte Unterbrechung war gültig bis Oktober 2018).
Name Benannt ist der Flughafen nach der Landzunge Punta Raisi, auf der er liegt, und nach den Richtern Giovanni Falcone und Paolo Borsellino, die 1992 von der Mafia ermordet wurden. An sie erinnerte bis 2011 eine Bronzeplakette von Tommaso Geraci am Eingang des Flughafens mit der Inschrift: „Giovanni Falcone – Paolo Borsellino – Die Anderen – Der Stolz des neuen Sizilien“. Bei Umbaumaßnahmen wurde sie entfernt und in das Commissariato in Cefalù verbracht.
Verkehrszahlen
+ Flughafen Palermo-Punta Raisi – Verkehrszahlen 2000–2025 Jahr Fluggastaufkommen Luftfracht (Tonnen)(mit Luftpost) Flugbewegungen 2025 9.220.905 1.534 64.841 2024 8.921.601 1.445 65.091 2023 8.103.024 1.703 59.769 2022 7.117.822 2.321 55.885 2021 4.576.246 3.077 41.307 2020 2.701.519 2.534 28.421 2019 7.018.087 1.166 54.243 2018 6.628.558 374 51.418 2017 5.775.274 324 46.627 2016 5.325.539 407 44.122 2015 4.910.791 1.186 42.407 2014 4.569.550 1.507 41.321 2013 4.349.672 1.533 40.244 2012 4.608.141 2.367 42.791 2011 4.992.798 1.977 48.865 2010 4.367.342 2.852 47.076 2009 4.376.143 3.308 49.878 2008 4.446.142 4.320 49.185 2007 4.511.165 4.384 51.217 2006 4.280.614 5.186 47.335 2005 3.587.706 4.681 40.714 2004 3.783.531 4.984 42.768 2003 3.610.442 5.372 42.866 2002 3.504.011 6.549 44.049 2001 3.213.389 6.012 41.777 2000 3.231.188 6.219 43.389
Zwischenfälle mini|Wrack der Alitalia DC-8, 1972 Am 5. Mai 1972 verunglückte eine Douglas DC-8-43 der Alitalia (Luftfahrzeugkennzeichen I-DIWB; Taufname „Antonio Pigafetta“) während ihres nächtlichen Landeanflugs auf Palermo, als die Piloten nicht die üblichen Anflugverfahren ausgeführt hatten und die Maschine in einen Berg flogen (CFIT, Controlled flight into terrain). Alle 115 Menschen an Bord starben (siehe auch Alitalia-Flug 112).Unfallbericht DC-8-40 I-DIWB, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 26. September 2019.
Am 23. Dezember 1978 wurde eine Douglas DC-9-32 der Alitalia (I-DIKQ; Taufname „Isola di Stromboli“) aus Rom kommend ebenfalls während des Landeanflugs auf Palermo ins Meer geflogen, nachdem die Piloten zu tief angeflogen waren. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden 108 Insassen getötet, 21 konnten mit zu Hilfe eilenden Fischerbooten gerettet werden (siehe auch Alitalia-Flug 4128).Unfallbericht DC-9-32 I-DIKQ, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 26. September 2019.
Am 24. September 2010 verunglückte ein aus Rom-Fiumicino kommender Airbus A319-132 der italienischen Billigfluggesellschaft Wind Jet (EI-EDM) bei der Landung auf dem Flughafen Palermo-Punta Raisi. Während des Anflugs gegen 20 Uhr herrschte starker Regenfall und wurden auch Windscherungen gemeldet. Die Maschine setzte 367 Meter vor der Landebahn 07 auf und rutschte noch 850 Meter weiter. Das Hauptfahrwerk des Airbus knickte dabei ab. Von den insgesamt 129 Menschen an Bord erlitten bei der anschließenden Evakuierung des Flugzeuges 34 Passagiere und 1 Flugbegleiter leichte Verletzungen. Am 28. November 2014 veröffentlichte die italienische Luftunfallbehörde ANSV schließlich ihren abschließenden UntersuchungsberichtANSV: , abgerufen am 29. Mai 2023 (italienischsprachig) und benannte Pilotenfehler als Hauptunfallursache: Der Bericht stellt zahlreiche Verstöße gegen Handlungsrichtlinien fest; so verzichtete der Flugkapitän auf die vorgeschriebene Landevorbesprechung, beschimpfte mehrfach den unerfahrenen Copiloten, der das Flugzeug anfangs steuerte, und unterstützte ihn während des Landeanflugs nur unzureichend, bis er selbst die Steuerung übernahm. Zudem kritisiert der Bericht, dass das Flughafenpersonal nur verzögert Alarm auslöste und die ersten Rettungsfahrzeuge erst 22 Minuten nach dem Unfall am Flugzeug eintrafen. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Passagiere bereits zu Fuß in das nahe Flughafengebäude gerettet.Aviation Herald: Accident: Windjet A319 at Palermo on Sep 24th 2010, touched down short of runway, abgerufen am 8. Dezember 2014 (englischsprachig)Unfallbericht A319 EI-EDM, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 31. Januar 2020.
Bilder
Weblinks
Offizielle Seite
Einzelnachweise
Palermopunta Palermopunta Kategorie:Verkehr (Palermo) Palermopuntaraisi Kategorie:Cinisi Kategorie:Erbaut 1960