Gottlob Schüßel (* 24. März 1892 in Segringen; † 12. April 1967 in Kempten (Allgäu)) war Künstler und Kunsterzieher in Kempten (Allgäu).
Leben und Wirken Gottlob Schüßel ist 1892 in Franken geboren und studierte an den Kunstakademien Nürnberg und München. 1919 wurde er als Pädagoge an der Kemptener Oberrealschule angestellt und war als bildender Künstler tätig. 1923 veranstaltete er eine große Präsentation seiner Werke im Kornhaus und wechselte noch im selben Jahr an das Humanistische Gymnasium in Kempten.Anna Köhl, Ralf Lienert: Kreative Köpfe - Straßen und ihre Namensgeber in Kempten, Dannheimer, Kempten (Allgäu) 2007, 95 Seiten, ISBN 978-3-88881-056-5, S. 66f: Eintrag Gottlob Schüßel
Schüßel trat zum 1. Mai 1933 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.566.994).Bundesarchiv R 9361-VIII KARTEI/22170492 Von 1933 bis 1937 war er Zellenleiter. Zudem war er Mitglied und 1939/40 Ortsamtswalter der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt. Er galt nach einer politischen Beurteilung seines Vorgesetzten im Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps, dem er bis 1936 angehörte, als „überzeugter, glühender Nationalsozialist“. 1943 lieferte Schüßel drei graphische Arbeiten zur Großen Deutschen Kunstausstellung ein, die jedoch nicht angenommen wurden.Bericht der Kommission für Erinnerungskultur für die Sitzung des Stadtrates Kempten (Allgäu) am 23. April 2026, S. 19 u. 20. 1939 ließ er sich vom Architekten Andor Ákos sein Wohnhaus im Leichtleweg 9 in Kempten errichten.Dieter Weber: Andor Ákos. 1893–1940. Ein in Ungarn geborener Architekt und Künstler aus Kempten. Opfer des faschistischen Rassenwahns, in: Lebensbilder aus dem Bayerischen Schwaben Band 17, herausgegeben von Wolfgang Haberl, Anton H. Konrad Verlag, Weißenhorn 2009, ISBN 978-3-87437-546-7, S. 237–293
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde Schüßel von der US-Militärregierung aus dem Schuldienst entlassen. In seinem Spruchkammerverfahren wurde er als „Mitläufer“ eingestuft. 1948 konnte er deshalb wieder in den Schuldienst aufgenommen werden und kehrte zurück an die Oberrealschule Kempten, wo er bis 1957 unterrichtete. Er verstarb 1967.
Seine Werke werden in Kempten weiterhin geschätzt und ausgestellt.Christine Tröger in Kreisbote Kempten zur Ausstellung 2013 in Kempten: fkm-Jahresausstellung in der Hypo-Vereinsbank eröffnet, 16. Juli 2013
Ehrungen Die Stadt Kempten (Allgäu) ehrte Gottlob Schüßel 1986 durch die Benennung einer Straße nach dem Kunsterzieher.
Literatur Anna Köhl, Ralf Lienert: Kreative Köpfe – Straßen und ihre Namensgeber in Kempten, Dannheimer, Kempten (Allgäu) 2007, 95 Seiten, ISBN 978-3-88881-056-5, S. 66f: Eintrag Gottlob Schüßel (inhaltlich teilweise überholt) Christine Tröger in Kreisbote Kempten zur Ausstellung 2013 in Kempten: fkm-Jahresausstellung in der Hypo-Vereinsbank eröffnet, 16. Juli 2013
Einzelnachweise
Kategorie:Bildender Künstler (Kempten (Allgäu)) Kategorie:Zellenleiter (NSDAP) Kategorie:NSV-Funktionär Kategorie:NSKK-Mitglied Kategorie:Gymnasiallehrer (Deutschland) Kategorie:Beamter (Bayern) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1892 Kategorie:Gestorben 1967 Kategorie:Mann