Dannenberg/Mark ist ein Ortsteil der Gemeinde Falkenberg des Amtes Falkenberg-Höhe im Landkreis Märkisch-Oderland (Brandenburg).

Geographie Der Ort liegt vier Kilometer südlich von Falkenberg/Mark und fünf Kilometer westsüdwestlich von Bad Freienwalde (Oder). Dannenberg/Mark grenzt im Norden an den Ortsteil Falkenberg/Mark mit seinem Gemeindeteil Cöthen, im Osten an die Stadtgemarkung von Bad Freienwalde (Oder), im Südosten an den Ortsteil Haselberg der Stadt Wriezen, im Süden an die Gemeinde Wölsickendorf-Wollenberg und im Südwesten und im Westen an den Ortsteil Kruge/Gersdorf der Gemeinde Falkenberg. Dannenberg/Mark ist über die L 36 von Haselberg nach Hohenfinow gut zu erreichen. Im Süden der Gemarkung verläuft die B 158 von Werneuchen nach Bad Freienwalde (Oder).

Der Ortsteil besteht aus dem namengebenden Kernort Dannenberg/Mark (der gleichzeitig auch Gemeindeteil ist), und den Gemeindeteilen Bodenseichen, Krummenpfahl, Platzfelde und Torgelow. Am Südende des Gamensees liegt die aus ca. 100 Freizeit- und Wochenendhäusern bestehende Siedlung Gamensee. Da sie keine Wohnsiedlung im eigentlichen Sinne ist, hat sie auch nicht den Status eines Wohnplatzes. Während der Gamensee auf der Gemarkung von Falkenberg/Mark liegt, gehört der weiter südlich des Gamensees liegende kleine Teufelssee ganz zur Gemarkung von Dannenberg/Mark. Nur etwa 6 km Luftlinie entfernt liegt auf der Stadtgemarkung von Bad Freienwalde (Oder) ein weiterer kleiner See, der ebenfalls den Namen Teufelssee trägt. Auf der Dorfaue liegt der kleine Dorfpfuhl. Auf der Gemarkung von Dannenberg/Mark gibt es keine größeren Fließgewässer. Unmittelbar nördlich des Dorfkerns beginnt der Falkenberger Graben, der aber meist sehr wenig Wasser führt oder sogar trocken ist. Während der westliche Teil der Gemarkung fast ausschließlich landwirtschaftlich genutzt wird, ist der östliche Teil überwiegend mit Wald bestanden. Der Ort liegt auf 110 bis .

Geschichte Die hier abgehandelte Geschichte betrifft nur den Kernort oder Gemeindeteil Dannenberg/Mark. Für die Geschichte der anderen Gemeindeteile (Bodenseichen, Krummenpfahl, Platzfelde und Torgelow) siehe die entsprechenden Artikel. mini|Ortsteil Dannenberg/Mark, Gemeindeteil Krummenpfahl und Wohnplatz Fischerhaus Gamensee (abgegangen), Gemeinde Falkenberg, Ausschnitt aus dem Urmesstischblatt 3249 Heckelberg von 1844

Frühe Geschichte Der Ort wurde im Landbuch Kaiser Karls IV. erstmals als Dannenberge oder auch als Tannenberge erwähnt. Nach Schlimpert ist der Name als Ansiedlung auf oder an einem mit Tannen bewachsenen Berge zu interpretieren. Der Ort ist sicher in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts im Zuge der deutschen Ostsiedlung entstanden. Rudolf Schmidt sieht dagegen eher einen Zusammenhang mit der Adelsfamilie Dannenberg, die dem Ort möglicherweise den Namen gegeben hat, oder stellt auch eine Namensübertragung von Dannenberg (Elbe) in den Raum. Vertreter der Adelsfamilie Dannenberg sind noch im 14. Jahrhundert in der Mark Brandenburg ansässig gewesen, so ein Hans in Treuenbrietzen, eine Familie und ein Heinricus in der Altmark, und ein Petze Dannenberg in Dannenberg/Mark selber (s. u.). Dannenberg/Mark ist seiner Dorfstruktur nach ein durch Gutsbildung deformiertes Angerdorf.

Besitzgeschichte – 14. Jahrhundert Nicht nur die erste Nennung des Ortes ist im Landbuch von 1375 zu finden, sondern auch eine erste nähere Beschreibung der Besitz- und Abgabenverhältnisse.

Dannenberg/Mark hatte 1375 72 Hufen, von denen der Pfarrer vier Freihufen hatte. Für alle abgabenpflichtigen Hufen musste pro Hufe 10 Schillinge Pacht, aber kein Zins bezahlt werden. Die Sondersteuer Bede, die ebenfalls von jeder abgabenpflichtigen Hufe erbracht werden musste, betrug 5 Schillinge, ½ Scheffel Roggen, ½ Scheffel Gerste und einen Scheffel Hafer. Petze Dannenberg besaß einen Hof mit 10 abgabenfreien Hufen. Die anderen 58 Hufen wurden von Bauern bewirtschaftet, deren Zahl aber nicht genannt wird. Üblicherweise bewirtschaftete jeder Bauer mehrere Hufen, so dass auf keinen Fall von 58 Bauern ausgegangen werden kann. Dafür ist die Zahl der im Dorf ansässigen Kossäten mit 16 angegeben. Jeder der Kossäten musste jährlich einen Schilling und ein Huhn bezahlen. Der Krug, zu dem auch 2 Hufen gehörten, bezahlte 2 Talente (ein Talent = 20 Schillinge). Die (Wasser-)Mühle musste 6 Wispel geben (keine genauere Angabe, wohl Korn gemeint).

Die Abgaben der Bauern und Kossäten gingen aber an drei verschiedene Nutznießer, die von Werben, Hans von Haselberg und Petze Dannenberg. 4 Wispel von der Wassermühle gingen an die von Werben und 2 Wispel an die Kirche in Freienwalde. Die von Werben erhielten Pacht und Bede von 40 Hufen. Hans von Haselberg hatte die Pächte von 14 Hufen, die er vor 8 Jahren von Betken Pul (Beteke von Pfuel) erworben hatte. Die Bede dieser Hufen stand aber den von Werben zu. Vom See (dem 5 Morgen großen Dorfpfuhl) mussten 10 Schillinge entrichtet werden. Unklar bzw. nicht ausgeführt ist, wem die restlichen Abgaben (Geld, Hühner, restliche Pächte und Bede) zustanden (dem Markgrafen?). Die eigentlichen Besitzer des Dorfes waren die von Werben, denn sie besaßen das oberste Gericht und auch die Wagendienste. 1413 wurden Heinrich, Henning, Joachim und Franz von Werben in Dannenberg mit allen Rechten und zu gesamter Hand mit 28 Hufen belehnt. Danach verschwindet die Familie von Werben aus der Geschichte von Dannenberg/Mark. Auch an wen dieser Anteil kam, ist mangels Urkunden nicht bekannt.

15. Jahrhundert Ab dem 15. Jahrhundert war das Dorf zunächst dreigeteilt. Bis 1433 war der Hof des Petze Dannenberg von 1375 mit seinen 10 freien Hufen in den (Lehen-)Besitz des Henning von Malchow gekommen. 1433 starb dieser Henning von Malchow ohne Leibeserben, und der Hof fiel als erledigtes Lehen an den Landesherrn zurück. 1433 verlieh Kurfürst Friedrich II. diesen freien Hof mit 10 Hufen an Heinrich von Pfuel, zusammen mit einer freien Schäferei, den 3. Teil am See (Dorfpfuhl), 9 Schock Geld, den 3. Teil am Straßen-, Ober- und Niedergericht sowie dem Kirchlehn, mit allen Zubehörungen und Gerechtigkeiten. Wem die anderen zwei Drittel von Dannenberg zu dieser Zeit gehörten, ist mangels Urkunden nicht bekannt.

1441 erhielten die von Pfuel einen Gesamtlehenbrief über das Dorf Dannenberg/Mark mit Ober- und Niedergericht, mit Kirchlehn und weltlichem Lehn, mit Zinsen, Renten, Zehnten, Rauchhühnern, Äckern, Wiesen, Weiden, Grenzen, Holzungen, Büschen, Wassern, Fischereien, Brüchen, Gefällen, Diensten und sonstigen Zubehörungen, Gewohnheiten, Gnaden, Freiheiten und Gerechtigkeiten mit Ausnahme von 14½ Hufen, die im Besitz der Familie von Sparr waren. Das heißt, dass der oben genannte Besitz des Hans von Haselberg in der Zwischenzeit in den Besitz der Familie von Sparr gekommen war.

Nach dem Schossregister von 1450 war jedoch ganz Dannenberg/Mark im Besitz der von Sparr. Dannenberg/Mark hatte nach dieser Quelle nur noch 64 Hufen, davon vier Pfarrhufen. Von den restlichen 60 Hufen waren nur 24 Hufen besetzt. Rudolf Schmidt erklärt dies damit, dass Dannenberg/Mark in den Hussitenkriegen hart mitgenommen worden war. Jede abgabenpflichtige Hufe gab jährlich ½ Scheffel Korn. Der Krug gab jährlich 26 Groschen. Das Schossbuch von 1480 bemerkt, dass nur noch elf Hufen nicht bebaut waren. Warum in den beiden Schossbüchern der Pfuelsche Besitz nicht erwähnt wird, ist nicht zu erschließen. War er zu dieser Zeit im Pfandbesitz der von Sparr?

16. Jahrhundert 1536 gehörte Dannenberg jedenfalls (wieder) den von Pfuel mit allen Gnaden und Gerechtigkeiten, ausgenommen waren 15 Hufen, die den von Sparr gehörten. Caspar von Sparr setzte diese Hufen 1577 u. a. ein als Leibgedinge für seine Frau Margarethe. Der brandenburgische Kurfürst Johann Georg gab seinen Konsens dazu.

1561 war der größere Teil von Dannenberg/Mark im Besitz des Claus von Pfuel auf Steinbeck. 1572 nahmen Arndt und Jacob von Pfuel am Landtag in Berlin teil. Anscheinend hatte jeder eine Hälfte des Pfuelschen Besitzes. Später kam Arndt von Pfuel in schwere finanzielle Bedrängnis und verpfändete zunächst Teile seines Besitzes von Dannenberg; 1582 verkaufte er einen Teil von Dannenberg an Claus von Barfus. 1583 verkaufte er das Gut Steinbeck an seinen Sohn. Der Kurfürst gab dazu sein Einverständnis. Weitere Teile verkaufte er 1585 an die Brüder Reinhard, Valtin und Claus von Barfus auf Prädikow. Und schließlich erwarben 1589 die Brüder Dietrich, Joachim und Stellen von Holzendorf um 850 Gulden einen weiteren Teil. 1592 kaufte Oberhauptmann Dietrich von Holzendorf die Teile Dannenbergs auf, die Arndt von Pfuel an die von Barfus auf Prädikow verkauft hatte. Holzendorf erhielt dafür zwei Ritterhöfe mit 9 Hufen, den vierten Teil am hohen und niederen Gericht in und außerhalb des Dorfes, am Kirchlehn, Holzungen und Fischerei und die Hälfte der Schäferei. Er durfte 300 bis 400 Schafe halten, zwei Hüfnerdienste, zwei Kossätendienste, den 4. Teil des Fleischzehnts vom Hirtenhaus und der Schmiede, und als gewichtigen Posten erhielt er eine jährliche Abgabe von 12 Talern und eine Tonne Bier vom Krug in Dannenberg. Arnd von Pfuel konnte sich lediglich noch ein Altenteil in Höhe von 2 Wispel Roggen, 2 Wispel Gerste, 1 Wispel Hafer, 4 Scheffel Erbsen, 12 Scheffel Hopfen, 4 Hammel, 2 Schnittschafe und das Wohnrecht in seinem bisherigen Wohnhaus sichern. Nach einem Lehnbrief von 1598 bestand die Holzendorfsche Erwerbung aus dem vierten Teil der Holzung, Mastung (im Wald), Fischerei im Dorfteich, der Hälfte des Habichtspfuhls und der Jagd. Trotz dieser massiven Verkäufe des Arndt von Pfuel handelte es sich bei seinem Anteil nur um einen kleineren Besitzteil an Dannenberg, oder er hatte noch einen Teil an Hans Dittloff von Pfuel (s. u.) verkauft.

17. Jahrhundert Etwas klarer werden die Besitzverhältnisse dann im Jahr 1600 dargestellt. Da war einmal der Sparrsche Anteil mit nun 14 Hufen und mit den Gerichten über ihre Höfe. Sie hatten auch noch den 4. Teil am Dorfpfuhl. Den vormals Pfuelschen Anteil hatten zur Hälfte die Erben des Jacob Pfuel, die andere Hälfte teilten sich Hans von Pfuel und die Söhne des Dietrich von Holzendorf. 1609 tauschte Albrecht von Pfuel, anscheinend der Erbe des Teils von Jacob von Pfuel, seinen Anteil an Dannenberg gegen die Hälfte von Marzahn (Niederbarnim, heute Berlin) des Dietrich von Holzendorf. Der Anteil des von Holzendorf waren nun drei Teile des Gutes Dannenberg mit drei Ritterhöfen und 20 Landhufen, drei Teilen vom Ober- und Niedergericht, des Kirchlehns und der Fischerei auf dem Dorfpfuhl und dem Habichtspfuhl. Weiter gehörte dazu der halbe Gamensee, die Schäferei, vier Bauern- und Kossätendienste, Zehnte und Abgaben vom Krug. Übrig blieb nun vom einst großen Pfuel’schen Anteil nur noch der Anteil des Hans Dittlof Pfuel. 1620 hatte dieser anscheinend zwei Bauernhöfe mit sieben Hufen aufgekauft, die ihm nun freigewilligt wurden, d. h. von Abgaben befreit wurden.

Nach einem Protokoll über Kriegsschäden, das 1634 aufgesetzt wurde, gehörten dem Dietrich von Holzendorf 23 Ritterhufen, dem Obersten Sparr 6 Ritterhufen und Heino von Pfuel 7 Ritterhufen. Diese letzteren 13 Hufen lagen wüst. Von insgesamt 30 Bauernhufen zinsten 21 Hufen dem Holzendorf und 9 Hufen dem von Pfuel. Holzendorf hatte 12 Hufen an sich genommen und fünf davon besät. Die anderen Hufen lagen alle unbebaut. Immerhin waren von neun Kossätenstellen acht besetzt.