miniatur|Evelyn Holt 1928 auf einer Fotografie von Alexander Binder Evelyn Holt (* 3. Oktober 1906 in Charlottenburg als Edith Toni Elsbeth WenckensLandesarchiv Berlin, Geburtsregister Standesamt Charlottenburg I, Nr. 722/1906 (kostenpflichtig abrufbar auf Ancestry.com); † 31. Januar 2001 in Los Angeles, USAUS Social Security Administration, Social Security Death Index (kostenpflichtig abrufbar auf Ancestry.com)) war eine deutsche Schauspielerin.

Leben Die Tochter des Journalisten Waldemar Sklarz und der Kontoristin Sophie Wenckens trug ab der Heirat ihrer Eltern 1907 den Familiennamen ihres Vaters. So begann sie ihre Filmkarriere unter dem Namen Edith Sklarz. Erst nachdem sie in dem Film Briefe, die ihn nicht erreichten aufgefallen war und für eine Hauptrolle in Spitzen engagiert wurde, nahm sie den Künstlernamen Evelyn Holt an. Die attraktive junge Frau avancierte schnell zu Hauptrollen neben Gustav Fröhlich und Hans Albers. Nach Gesangsunterricht wurde sie 1931 als Soubrette an das Große Schauspielhaus in Berlin verpflichtet.

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten beendete jedoch ihre Filmkarriere nach sieben erfolgreichen Jahren, da sie als „Halbjüdin“ ein Berufsverbot beim Film erhielt. Sie hielt sich noch mit Engagements als Soubrette an der Komischen Oper in Berlin über Wasser. Als sie 1937 den jüdischen Verleger Felix Guggenheim (1904–1976)Michaela Ullmann: Felix Guggenheim, bei Immigrant Entrepreneurship heiratete, war ihr auch das nicht mehr möglich. Im Jahr 1938 emigrierte das Paar zunächst in die Schweiz, um 1940 nach England überzusiedeln, später in die USA. Dort wurde Felix Guggenheim Exilverleger von Autoren wie Thomas Mann, Franz Werfel, Lion Feuchtwanger und Alfred Döblin.

Evelyn Holt blieb bis an ihr Lebensende in den USA und drehte nie wieder einen Film.

Filmografie (Auswahl) 1925: Briefe, die ihn nicht erreichten; Regie: Friedrich Zelnik 1926: Spitzen 1926: Die Waise von Lowood 1927: Liebelei 1927: Die elf Teufel 1928: Frauenarzt Dr. Schäfer 1928: Der fesche Husar; Regie: Géza von Bolváry 1928: Ein Mädel und drei Clowns 1928: Freiwilds. a. Freiwild; Regie: Holger Madsen 1928: Der Mann mit dem Laubfrosch 1929: Ehe in Not 1929: Mädchen am Kreuz 1929: Nachtlokal 1930: Das Wolgamädchen; Regie: Robert Wohlmuth 1930: Namensheirat; Regie: Heinz Paul 1931: Eine Stunde Glück; Regie: William Dieterle 1931: Das Ekel; Regie: Eugen Schüfftan und Franz Wenzler 1932: Drei von der Stempelstelle 1932: Kampf

Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 4: H – L. Botho Höfer – Richard Lester. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 38 f. Kay Weniger: Zwischen Bühne und Baracke. Lexikon der verfolgten Theater-, Film- und Musikkünstler 1933 bis 1945. Mit einem Geleitwort von Paul Spiegel. Metropol, Berlin 2008, ISBN 978-3-938690-10-9, S. 180. Kay Weniger: 'Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …'. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. S. 248 f., ACABUS-Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1906 Kategorie:Gestorben 2001 Kategorie:Frau Kategorie:Stummfilmschauspieler Kategorie:Pseudonym Kategorie:Deutscher Emigrant in den Vereinigten Staaten