Die European League of Football (ELF) war eine europäische Liga für American Football. Sie spielte von 2021 bis 2025 mit bis zu 17 Mannschaften aus insgesamt elf europäischen Nationen. Meister der Saison 2025 waren die Stuttgart Surge. Die Namen einiger Teams wurden von der früheren NFL Europe übernommen.

Die im November 2020 gegründete Liga spielte größtenteils nach den Regeln der US-amerikanischen National Football League (NFL). Sie basierte auf dem Franchisesystem, die teilnehmenden Teams waren als Kapitalgesellschaften organisiert, die Lizenznehmer der Liga waren. Die ELF-Ligagesellschaft hatte ihren Sitz in Hamburg. CEO war Zeljko Karajica. Commissioner war bis September 2025 Patrick Esume.

TV-Partner in Deutschland war die ProSiebenSat.1-Gruppe. Wöchentlich wurden zwei Spiele bei ProSieben Maxx übertragen, dazu kam ein Spiel bei ran.de beziehungsweise über die Streamingplattform Joyn. Die Playoffs wurden bei ProSieben gezeigt. In Österreich wurden die Spiele von Puls24 übertragen. Über den ELF Game Pass waren alle Spiele live und zeitversetzt verfügbar.

Nachdem der Großteil der Teams nach der Saison 2025 die Liga verlassen hatte, wurde am 23. März 2026 das Insolvenzverfahren über die ELF GmbH eröffnet. Sechs bisherige Mannschaften bilden in der Saison 2026 die European Football Alliance (EFA), vier schlossen sich der neu gegründeten American Football League Europe (AFLE) an.

Geschichte +ELF Championship Games Datum Spielort Zuschauer Sieger Finalist Ergebnis MVP 26. Sept. 2021Merkur Spiel-Arena, 22.000Frankfurt GalaxyHamburg Sea Devils32:30 (QB, Frankfurt Galaxy) 25. Sept. 2022 Wörthersee Stadion, 14.566Vienna VikingsHamburg Sea Devils27:15 (WR, Vienna Vikings) 24. Sept. 2023 Schauinsland-Reisen-Arena, 31.500Rhein FireStuttgart Surge53:34 (QB, Rhein Fire) 22. Sept. 2024 Veltins-Arena, 41.364Rhein FireVienna Vikings51:20 (QB, Rhein Fire) 7. Sept. 2025 MHP Arena, 36.784Stuttgart SurgeVienna Vikings24:17 (WR, Stuttgart Surge)

Gründung und erste Saison (2020–2021) Die Gründung der ELF wurde am 4. November 2020 durch Patrick Esume, bekannt unter anderem als TV-Kommentator für ran Football, und den Sportmanager Zeljko Karajica bekanntgegeben. Bereits zuvor hatte Esume den deutschen Verband AFVD mehrfach kritisiert, das Fanpotential in Deutschland nicht zu nutzen. Seit 2018 hatte eine Gruppe um Esume versucht, eine professionalisierte Struktur für American Football in Deutschland und Europa zu etablieren.

Trotz der andauernden COVID-19-Pandemie wurde innerhalb von acht Monaten eine Liga mit acht Mannschaften auf die Beine gestellt. Am 19. Juni 2021 fand in Wroclaw der erste Kickoff der ELF statt. Die gastgebenden Panthers besiegten die Cologne Centurions mit 55:39. Mit nur einer Niederlage in den zehn Spielen der regulären Saison setzten sich die Frankfurt Galaxy in der Division South durch und besiegten im Halbfinale den Divisionsrivalen Cologne Centurions. Die Division North gewannen die Hamburg Sea Devils, die sich im Halbfinale gegen den Divisionsgegner Panthers Wrocław durchsetzten. Am 26. September 2021 fand das erste Finale der ELF vor 22.000 Zuschauern in der Merkur Spiel-Arena in Düsseldorf statt. In einem engen Spiel setzte sich Frankfurt Galaxy mit 32:30 gegen Hamburg Sea Devils durch. Eine Woche später fand ein All-Star-Game zwischen den ELF-All-Stars und einer US-Auswahl statt.

Expansion (2022–2023) In der Saison 2022 gehörten die zwei österreichischen Expansionsteams, Vienna Vikings und Raiders Tirol, auf Anhieb zu den stärksten Teams der Liga. Die Vikings gewannen mit zehn Siegen und zwei Niederlagen die Central Conference, die Raiders Tirol qualifizierten sich mit 8–4 als bester Conference-Zweiter für die Play-offs. Überraschend stark waren die Barcelona Dragons, die mit 8–4 die Southern Conference gewannen. Die Vorjahresfinalisten Hamburg Sea Devils waren das beste Team der Regular Season und gewannen die Northern Conference. Nach einem 39:12 im Halbfinale gegen die Dragons entschieden die Vienna Vikings auch das Championship Game 2022 gegen die Sea Devils mit 27:15 für sich.

Am ersten Wochenende der Saison 2023 stellte Rhein Fire im Deutschland-Derby gegen Frankfurt Galaxy mit 12665 Zuschauern einen neuen Zuschauerrekord für die reguläre Saison auf. Der Rekord wurde am zweiten Spieltag von den Hamburg Sea Devils gebrochen, die erstmals ein Spiel im Volksparkstadion (Kapazität 57.000) austrugen. Zum Spiel gegen Rhein Fire kamen 32.500 Zuschauer. Die Regular Season wurde von Rhein Fire in der Western Conference und den Vienna Vikings in der Eastern Conference dominiert. Stuttgart Surge konnte sich unter dem neuen Head Coach Neuman die Central Conference sichern. Für die auf sechs Teilnehmer erweiterten Playoffs konnten sich außerdem Frankfurt Galaxy, Panthers Wroclaw und erstmals Berlin Thunder qualifizieren. In der erstmals ausgetragenen Wild Card Round konnten Frankfurt gegen Berlin und Stuttgart gegen Wroclaw jeweils den Heimvorteil nutzen. Ebenso setzte sich Rhein Fire im Halbfinale im eigenen Stadion gegen Frankfurt Galaxy durch. Gegner im Finale war Stuttgart Surge, die mit dem 40:33 den Vienna Vikings die erste Heimniederlage in der ELF beibringen konnten. Das Finale konnte Rhein Fire mit 53:34 für sich entscheiden. Damit schlossen die Düsseldorfer eine perfekte Saison ab. Im Vorfeld des Championship Games fand ein Flag-Football-Spiel mit Prominenten zu Gunsten von Viva con Agua statt.

Konsolidierung (2024–2025) Anfang 2024 gründeten mehrere Teams die „ELF Franchise Association“. Ziel der Organisation war die Integrität der ELF zu schützen. Die Vereinigung setzt sich für Transparenz, Fairness und wirtschaftliche Nachhaltigkeit ein. Am 21. September 2024 entstand aus dieser Vereinigung die „Football Franchise Association“ (FFA). Mitglieder dieser Vereinigung waren Barcelona Dragons, Fehérvár Enthroners, Frankfurt Galaxy, Madrid Bravos, Milano Seamen, Paris Musketeers, Prague Lions, Raiders Tirol, Rhein Fire, Vienna Vikings und Wroclaw Panthers.

In der Saison 2024 spielten einzelne Teams in größeren Stadien. So trugen die Cologne Centurions vier Heimspiele im Tivoli in Aachen mit einer Zuschauerkapazität von 32.000 aus, die Panthers Wroclaw in der Tarczyński Arena mit einer Kapazität von 45.105 und die Munich Ravens spielten im Max-Morlock-Stadion Nürnberg mit einer Kapazität von 44.308. Die Hamburg Sea Devils spielten nicht mehr im angestammten Stadion Hoheluft, sondern in verschiedenen größeren Fußballstadien in Norddeutschland, unter anderem wie bereits im Vorjahr im Hamburger Volksparkstadion. Neben dem Bestreben der Liga, langfristig in größeren Arenen vertreten zu sein, war ein Grund auch die Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland, durch die mehrere ELF-Stadien belegt waren. Sportlich überraschte in der Saison 2024 das Expansionsteam aus Madrid. Mit 22:10 schlug man im zweiten Spiel den amtierenden Meister Rhein Fire und zog schließlich auch in die Play-offs ein. Nach der Niederlage stabilisierte sich Fire aber wieder und gewann ohne weitere Niederlage erneut die Western Conference. Auch die anderen Conferences wurden von den Vorjahressiegern gewonnen: Die Vienna Vikings im Osten ohne Niederlage, Stuttgart Surge in der Central Conference mit nur einer Niederlage gegen die Raiders Tirol. Die Tiroler verspielten allerdings am letzten Spieltag gegen die Munich Ravens wie im Vorjahr den Play-Off-Einzug. Die Ravens zogen ebenso wie die Paris Musketeers in ihrem zweiten Jahr in die Play-offs ein. In der Wild-Card-Runde standen sich Paris und München gegenüber. In einem Spiel mit zehn Führungswechseln konnten sich schlussendlich die Musketeers durchsetzen. Im anderen Wild-Card-Spiel revanchierte sich Rhein Fire für die Niederlage in der regulären Saison gegen die Bravos. Im Halbfinale traf Fire in der Wiederholung des Vorjahresfinales auf Stuttgart Surge. Surge sah lange wie der Sieger aus, doch Rhein Fire konnte kurz vor Schluss ausgleichen und sich schließlich in der Verlängerung durchsetzen. Finalgegner wurden die Vienna Vikings, die sich mit 47:31 gegen Paris durchsetzen. Im Finale standen sich damit die Meister der beiden vorherigen Spielzeiten gegenüber. Rhein Fire konnte dabei vor 41.364 Zuschauern in der Arena auf Schalke den Titel vereidigen.

In der Saison 2025 war das Team Nordic Storm aus Kopenhagen neu in der Liga. Barcelona schied aus der Liga aus, während Mailand in der Saison 2025 pausiert. Das ELF Championship Game 2025 fand in der MHPArena in Stuttgart statt. Nordic Storm holte unter anderem Quarterback Jadrian Clark und Runningback Glen Toonga – der sich jedoch früh in der Saison verletzte – und Coach John Shoop vom Meister Rhein Fire. In den neu zusammen gesetzten Divisionen holte sich Storm den Sieg der Division North vor Rhein Fire. Im Osten gewann erneut die Vienna Vikings. Überraschend stark zeigten sich dort die Prague Lions, die in den beiden Jahren zuvor nur einen Sieg erringen konnten. Die Division South gewannen die Munich Ravens mit dem jungen QB Russel Tabor. Nach Siegen in der Wildcard-Runde gegen die Madrid Bravos und im Halbfinale gegen die Munich Ravens zog Stuttgart Surge ins Finale ein, das daher als „Finale dahoim“ bezeichnet wurde. Gegner waren die Vienna Vikings, die zum dritten Mal im Finale standen. Vor 36.784 Zuschauern setzen sich die Stuttgarter durch.

Gründung der EFA und Insolvenz der ELF Während der Saison 2025 gründete sich die Football Franchise Association (FFA) neu als European Football Alliance (EFA) als Vertretung von anfangs acht ELF-Franchises: Fire, Galaxy, Bravos, Musketeers, Raiders, Vikings, Lions und Panthers. Die EFA kritisierte Intransparenz in der Liga und drohte die Gründung einer eigenen Liga an. In der Folge erklärte Commissioner Patrick Esume seinen Rücktritt zum Saisonende, auf Grund von Uneinigkeit mit der Ligenführung über den zukünftigen Kurs der Liga. Schließlich erklärte auch CEO Zeljko Karajica seinen Rückzug zum Saisonende. Sein Nachfolger solle Ingo Schiller werden. Zwei Tage nach dem Championship Game 2025 gaben die inzwischen elf Teams der EFA – im August 2025 waren Storm, Surge und Thunder beigetreten – bekannt, ab 2026 nicht mehr unter dem Dach der ELF spielen zu wollen.

Es folgten mehrere Wochen der Unsicherheit. Insbesondere konnten sich die Teams der EFA nicht auf ein Ligamodell einigen. Ein Teil der Teams favorisierte eine teamgeführte Liga im Stil der NFL. Diese Teams gaben am 26. November 2025 bekannt, sich mit der ELF geeinigt zu haben. Vier Teams gründeten mit Hilfe nordamerikanischer Investoren Anfang Dezember 2025 die American Football League Europe (AFLE). Der amtierende ELF-Meister Stuttgart Surge stellte dagegen aufgrund der unsicheren Lage einen Insolvenzantrag.

Im Januar 2026 kündigte die EFA die Vereinbarung mit der ELF wieder auf, da die ELF GmbH ihre finanzielle Stabilität nicht sicherstellen konnte. Stattdessen kehrte die EFA zum ursprüngliche Plan einer eigenständigen Liga zurück. Auch die Helvetic Mercenaries, die sich lange zur ELF bekannt hatten, gaben am 27. Januar 2026 bekannt, dass sie keine Möglichkeit der Teilnahme an einer ELF 2026 mehr sehen. Am 2. Februar 2026 gab die ELF GmbH bekannt, ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet zu haben. Am 23. März 2026 wurde ein reguläres Insolvenzverfahren über die European League of Football GmbH eingeleitet.

Mannschaften

Entwicklung Saison TeamsLänder2021832022125202317920241792025169