Seidenhof (oberfränkisch: SaidnhufE. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 201. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „saidnhūf“.) ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Kulmbach im Landkreis Kulmbach (Oberfranken, Bayern). Seidenhof liegt in der Gemarkung Burghaig.
Geografie Das Dorf bildet mit Burghaig im Nordosten eine geschlossene Siedlung. Diese liegt am rechten Ufer des Weißen Mains. Die Bundesstraße 289 führt nach Hornschuchshausen (1,2 km westlich) bzw. nach Kulmbach (2,2 km östlich). Ein Wirtschaftsweg führt nach Schwarzholz (0,5 km nördlich).
Geschichte Seitenhof ist eine Ausbausiedlung von Melkendorf. 1372 wurde diese als „Seytendorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1429 wurde der Ort präzisiert „Seitenhof“ genannt, weil er zu dieser Zeit nur aus einem Hof bestand. Der Ortsname ist eine Lagebeschreibung: Seitenhof liegt im Bezug zum Mutterort auf der anderen Seite des Weißen Mains.E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 154.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Seidenhof aus 13 Anwesen (1 Wirtshaus, 6 Güter, 4 Tropfgütlein, 1 Wohnhaus, 1 Tropfhaus). Das Hochgericht übte das bayreuthische Stadtvogteiamt Kulmbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über sämtliche Anwesen hatte das Rittergut Seidenhof.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 640.
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Kulmbach. Mit dem Gemeindeedikt wurde Seidenhof dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Burghaig und der 1812 gebildeten gleichnamigen Ruralgemeinde zugewiesen.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 750f. Am 1. Juli 1972 wurde Seidenhof nach Kulmbach eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Jahr 1809 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 68 74 95 96 84 118 158 223 587 704 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 13 16 20 22 23 41 Quelle R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 726.
Religion Seidenhof ist evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Aegidius (Melkendorf) gepfarrt, seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist die Pfarrei St. Johannes (Burghaig) zuständig.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Geographie (Kulmbach) Kategorie:Ersterwähnung 1372