Marinospirillum alkaliphilum ist eine Art der Bakterien-Klasse Gammaproteobacteria. Sie kommt in Gebieten mit hohen pH-Werten vor, ist also alkaliphil. Der Erstfund stammt aus dem Sodasee Haoji Soda Lake in der Mongolei. In Sodaseen herrschen hohe pH-Werte und Salzkonzentrationen.

Erscheinungsbild Die Zellen von Marinospirillum alkaliphilum sind, worauf der Gattungsname schon hindeutet, spiralförmig (helikal). Dies trifft auch auf die anderen Arten dieser Gattung zu. Nach 6 Tagen Kultivierung bilden sich kokkenförmige (annähernd kugelförmige) Zellen. Die Art ist beweglich (motil), sie besitzt an beiden Zellenden Flagellen (bipolar begeißelt). Der Gram-Test fällt negativ aus.

Stoffwechsel und Wachstum Marinospirillum alkaliphilum benötigt für das Wachstum Natrium. Die Art ist chemoorganotroph. Polyhydroxybuttersäure wird als Energiespeicher genutzt. Der Oxidase-Test verläuft positiv. Die Art zeigt ein optimales Wachstum bei einem pH-Wert von 9,5. Sie toleriert pH-Werte von 7,0–11,0, ist also alkaliphil. Es werden Salzgehalte (Natriumchlorid, NaCl) zwischen 0,2 % und 5,0 % toleriert, bestes Wachstum erfolgt bei 2 % NaCl. Der Oxidase-Test und der Katalase-Test verläuft positiv. Kohlenhydrate werden nicht genutzt. Farbpigmente, Indol und Schwefelwasserstoff werden nicht gebildet.

Es folgt eine Tabelle von Merkmalen von Marinospirillum alkaliphilum und den verwandten Arten Marinospirillum minutulum und Marinospirillum megaterium:

M. alkaliphilum M. minutulum M. megaterium Morphologie helikal helikal helikal Zelllänge 2.7–4.0 μm 2–2.8 μm 5–15 μm Zelldurchmesser 0.2–0.3 μm 0.3–0.4 μm 0.8–1.2 μm Katalase + + - oder s Nitratreduktion zu Nitrit + + - Tolerierte Temperatur 8.0–49 °C 11–37 °C 4–25 °C Optimale Temperatur 37 °C 30 °C 20–25 °C Optimaler pH-Wert 9.5 9.0 8.0 Urease + - -

Legende: +; Test verläuft positiv, -; Test verläuft negativ s; schwach positiv

Systematik Die Bakteriumart Marinospirillum alkaliphilum wurde im Jahr 2001 von Weizhou Zhang und Mitarbeitern zuerst beschrieben. Sie wird der Gattung Marinospirillum der Familie Oceanospirillaceae zugeordnet. Diese Familie zählt wiederum zur Abteilung der Pseudomonadota (Proteobakterien).

Einzelnachweise Eugene Rosenberg, Edward F. DeLong, Stephen Lory, Erko Stackebrandt, Fabiano Thompson: The Prokaryotes. Gammaproteobacteria. 4. Auflage, Springer, 2014, ISBN 3642389236 (). Weizhou Zhang, Yanfen Xue, Yanhe Ma, William D. Grant, Antonio Ventosa und Peijin Zhou: Marinospirillum alkaliphilum sp. nov., a new alkaliphilic helical bacterium from Haoji soda lake in Inner Mongolia Autonomous Region of China In: Extremophiles (2002) Band 6, S. 33–37; ().

Literatur Weizhou Zhang, Yanfen Xue, Yanhe Ma, William D. Grant, Antonio Ventosa und Peijin Zhou: Marinospirillum alkaliphilum sp. nov., a new alkaliphilic helical bacterium from Haoji soda lake in Inner Mongolia Autonomous Region of China In: Extremophiles (2002) Band 6, S. 33–37; ().

Weblinks Marinospirillum alkaliphilum. Auf UniProt. Marinospirillum alkaliphilum DSM 21637. National Center for Biotechnology Information (NCBI). Marinospirillum in List of Prokaryotic names with Standing in Nomenclature (LPSN).

Kategorie:Oceanospirillales Kategorie:Oceanospirillales (Ordnung)