Das Gefecht bei Hoogstraten fand am 11. Januar 1814 im heutigen Belgien statt. Beteiligt waren eine französische Truppe unter dem Befehl von François Roguet und ein preußisches Armeekorps unter dem Befehl von Friedrich Wilhelm Bülow von Dennewitz. Das Gefecht endete mit einem Sieg von Bülows und dem Rückzug der Franzosen.

Vorgeschichte Nach der Niederlage in der Völkerschlacht bei Leipzig musste sich Napoleon Bonaparte bis über den Rhein zurückziehen, ehemalige Verbündete fielen von ihm ab. Der Vormarsch Bülows hatte die Franzosen veranlasst die Festung Breda zu räumen.Napoleon, Darstellung des Feldzuges der Verbündeten gegen Napoleon im Jahr 1814, Band 1, S. 295. Noch am gleichen Tag an dem die Franzosen Breda räumten, erreichten russische Kosaken die Festung und nahmen sie in Besitz.

Napoleon befahl seinem General François Roguet, die Festung wieder zu besetzen. Dazu erhielt er die 3. Division der Jungen Garde mit 6000 Mann sowie eine Kavalleriedivision der Jungen Garde unter Charles Lefebvre-Desnouettes dazu ein Linien-Regiment unter Jean-Jacques Ambert mit etwa 900 Mann, die Breda am 9. Dezember verlassen hatten.Johann Sporschil: Die Freiheitskriege der Deutschen in den Jahren 1813, 1814, 1815:, 3 Band, S. 160. Die Wiedereroberung der Festung misslang. Der russische General Benckdorff verteidigte mit 500 Mann am 21. und auch 22. Dezember die Festung geschickt. Als am dritten Tag dann die Brigade Krafft die Festung erreichte, zogen sich die Franzosen auf Hoogstraten – ca. 5 Std. von Antwerpen entfernt – zurück.Heinrich Ludwig Beitzke, Geschichte der deutschen Freiheitskriege in den Jahren 1813 und 1814, Band 2, S. 191.

Gefecht bei Hoogstraten Der Plan von Bülow sah vor, die Truppen in der Umgebung von Hoogstraten von Antwerpen abzuschneiden und wenigstens dahin zurückzudrängen. Dafür wurden drei Kolonnen gebildet. Die erste Kolonne unter Generalleutnant von Borstel sollte die Franzosen aus Hoogstraten vertreiben. Die zweite Kolonne unter Generalmajor Heinrich Ludwig von Thümen startete in Zundert und sollte die Dörfer Woestwesel (Wuustwezel) und Lohnhut (Loenhout, Ortsteil von Wuustwezel) nehmen. Die dritte Kolonne unter von Oppen sollte die Franzosen umgehen und von Antwerpen abschneiden. General Graham zog zur Ablenkung mit den Engländern von Rosendael (Roosendaal) nach Merrhem (Merksem ?) und damit Richtung Antwerpen.

Die erste Kolonne griff gegen 8:00 Uhr morgens an. Der Angriff wurde von der 5. Brigade und dem Korps des Oberst Sydow (1 Bataillon, 10 Eskadron, 16 Kanonen) unterstützt. Das Gelände machte aber das Vorankommen schwierig und die Kavallerie und Artillerie konnten wenig ausrichten. Besonders das auf dem Kirchhof von Minderhout (heute Vorort von Hoogstraten in Richtung Breda) postierte 12. leichte Infanterieregiment wehrte sich tapfer, musste aber weichen und gegen 12:00 Uhr war der Ort erobert. Die Franzosen zogen sich nach Ostmalle zurück, wo sie auf dem Weg von Antwerpen nach Turnhout wieder Stellung bezogen. Der Generalleutnant folgte, aber da er nichts von den anderen Kolonnen hörte, wartete er vor Ostmalle ab. Die erste Kolonne hatte ca. 400 Mann an Toten und Verwundeten sowie 1 Offizier tot und 15 verwundet.

Die zweite Kolonne war um 7:00 Uhr in Zundert abmarschiert und hatte die verschanzten Franzosen angegriffen. Diese verließen aber bald ihre Stellungen und zogen sich nach Brechten (Brecht) zurück, von den Preußen verfolgt. Bei der Windmühle von Lohnhut trafen sich die 6 angreifenden Bataillone. Bei den Gefechten waren 2 Offiziere und 20 Mann gefallen. Ein Hauptmann und 80 Mann der französischen Armee gerieten in Gefangenschaft.

Die dritte Kolonne hatte wenig Glück und wurde durch schwieriges Gelände aufgehalten. Daher konnte sich der General Roguet über Ost- und Westmalle Richtung Antwerpen zurückziehen. Dennoch gelang es, mehr als 500 Franzosen gefangen zu nehmen.

Das französische Korps kam nach seinem Rückzug bis Wynegham (Wijnegem), wo es am 13. Januar gestellt wurde.

Beteiligte Einheiten Brigade Borstell Chef: Generalleutnant Karl Leopold Ludwig von Borstell Kommandant: Oberstleutnant von Schon

Infanterie 1. Pommerisches Infanterieregiment 2. Reserve Infanterieregiment 2. Kurmärkisches Landwehr Infanterieregiment Freiwillige Jäger Von Reiche Elb-Landwehr-Regiment Kavallerie 1. Pommersches Husarenregiment Artillerie 6-Pfündige Schwere Batterie zu Fuß Nr. 10

Brigade Thümen Chef:Generalmajor Heinrich Ludwig von Thümen Kommandant: Oberst von Stutterheim

Infanterie 4. Ostpreußisches Infanterieregiment 5. Reserve Infanterieregiment 2. Pommerisches Landwehr Infanterieregiment Kavallerie Ostpreußisches Jägerbataillon 1. Pommerisches Nationales Landwehr Kavallerieregiment Artillerie 6-Pfündige Schwere Batterie zu Fuß Nr. 6

Brigade Oppen Chef:Generalleutnant Adolf Friedrich von Oppen

1. Brigade Dragonerregiment Königin Brandenburgisches Dragonerregiment 2. Westpreußisches Dragonerregiment

2. Brigade 2. Westpreußische Ulanenregiment 2. Schlesischen Husarenregiment Pommerisches National Kavallerieregiment

3. Brigade 2. Kurmärkisches Landwehr Kavallerieregiment 4. Kurmärkisches Landwehr Kavallerieregiment

Stellung der Franzosen François Roguet mit 7000 Mann Junge Garde bei Hoogstraten Jean-Jacques Ambert mit 5000 Mann in TurnhutBei von der Ense fehlerhaft Aymar. Charles Lefebvre-Desnouettes mit 5000 Mann zwischen Turnhut und Brecht

Folgen Die Franzosen zogen sich nach diesem und dem Gefecht bei Wyneghem (13. Januar) nach Antwerpen zurück und überließen damit Brabant den Alliierten. Das III. Armeekorps unter Bülow war zwar zu schwach, eine Belagerung von Antwerpen durchzusetzen. Es gelang eine Blockade der Stadt und vor allem des Hafens.Carl von Plotho: Der krieg in Deutschland und Frankreich in den Jahren 1813 und 1814, Teil 3, S. 200. Am 8. Februar konnte Bülow in Brüssel einmarschieren.

Literatur A. Crusius: Der Winterfeldzug in Holland, Brabant und Flandern, S. 120f Theodor Brand: Der Befreiungskrieg von 1813, 1814 und 1815, S. 75f Bernhard von Baumann: “Der” Sicherheitsdienst im Marsche, S. 153f Modest Ivanovich Bogdanowitsch: Geschichte des Krieges 1814 in Frankreich, S. 219f Hanns Eggert Willibald von der Lühe: Militair-Conversations-Lexikon, Band 3, S. 781f Lodewijk Torfs: Nieuwe geschiedenis van Antwerpen of Schets van de beginsels en gebeurtenissen dezer stad, alsmede van de opkomste harer instellingen en gestichten, Band 1, S. 126 Carl August Ludwig Philipp Varnhagen von Ense: Leben des Generals Grafen Bülow von Dennewitz, S. 334f

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Einzelnachweise

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