mini|Verbreitungsgebiete des Eurasischen Wolfs und anderer wildlebender Unterarten des Canis lupus mini|Alle Populationen, mit Ausnahme der italienischen, bestehen aus Eurasischen Wölfen. Der Canis lupus italicus wurde als eigene Unterart definiert. Die Durchmischung der europäischen Populationen ist erwünscht, da sie die genetische Vielfalt erhöht.Seit 2019 leben in Frankreich 80 Rudel, rund 530 Wölfe.La population de loups augmente moins rapidement que les années précédentes Seit 2017 gibt es Wölfe in der Region Île-de-France.Jean-Luc Valérie: Il y a trois loups en Ile-de-France: deux dans la forêt de Rambouillet et un dans la forêt de Fontainebleau, BFM 2017 2020 wurden im Département Seine-MaritimeOuest France: Seine-Maritime. La présence d’un loup confirmée dans le département und in der Bretagne Wölfe nachgewiesen,Observatoire du loup France: Présence du loup en Bretagne aber auch im Département VendéePrésence du loup dans l’ouest : La Vendée est placée en zone de dispersion à compter de ce jour an der AtlantikküsteLe Parisien: Deux associations l’affirment: cette fois, le loup est là ! und Beyrie-en-Béarn im äußersten Südwesten.La présence du loup est officiellement confirmée en Béarn

Der günstige Erhaltungszustand einer Wolfspopulation entspricht einer Population mit einer effektiven Populationsgröße, also einer ausreichenden Individuenzahl, bei Vorhandensein eines Lebensraumes mit geeigneten Lebensbedingungen, der für ihr langfristiges Überleben ausreichende Ressourcen bietet, so dass die Art im Lebensraum der betreffenden Population auch langfristig nicht (mehr) vom Aussterben bedroht ist.

„Der Erhaltungszustand wird als günstig betrachtet, wenn aufgrund der Daten über die Populationsdynamik der Art anzunehmen ist, dass diese Art ein lebensfähiges Element des natürlichen Lebensraumes, dem sie angehört, bildet und langfristig weiterhin bilden wird, und das natürliche Verbreitungsgebiet dieser Art weder abnimmt noch in absehbarer Zeit vermutlich abnehmen wird und ein genügend großer Lebensraum vorhanden ist und wahrscheinlich weiterhin vorhanden sein wird, um langfristig ein Überleben der Populationen dieser Art zu sichern.“ (Artikel 1 i der FFH-Richtlinie)Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen Im Juli 2025 übermittelte Deutschland den günstigen Erhaltungszustand des Wolfs in der Region nordwestdeutsches Tiefland, Einzugsgebiet der Ems sowie das Niederrheinische Tiefland an die EU-Kommission. Dieser Schritt wurde vom Bundeslandwirtschaftsministerium begrüßt und dem WWF kritisiert.

„Der Erhaltungszustand eines natürlichen Lebensraums wird als günstig erachtet, wenn sein natürliches Verbreitungsgebiet sowie die Flächen, die er in diesem Gebiet einnimmt, beständig sind oder sich ausdehnen und die für seinen langfristigen Fortbestand notwendige Struktur und spezifischen Funktionen bestehen und in absehbarer Zukunft wahrscheinlich weiterbestehen werden.“ (Artikel 1 e der FFH-Richtlinie).Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen

Laut Vorgabe der IUCN sind bei isolierten Populationen mindestens 1000 adulte Tiere erforderlich. Wenn eine Wolfspopulation mit anderen Wolfspopulationen genetisch und demographisch wirksam vernetzt ist, können mehr als 250 geschlechtsreife Wölfe ausreichen.Large Carnivore Initiative for Europe: Guidelines for Population Level Management Plans for Large Carnivores Seite 19: "For classifications based on criteria D the appropriate downgrading would imply that if a population has sufficient connectivity to allow enough immigrants to have a demographic impact there would in principle only need to be more than 250 mature individuals in the population for it to be of “least concern”."

Europa Für Mitgliedstaaten der Europäischen Union wird der günstige Erhaltungszustand einer Wolfspopulation im maßgeblichen Dokument der Europäischen Kommission Guidelines for Population Level Management Plans for Large Carnivores (Leitlinien für Managementpläne für große Fleischfresser auf Populationsniveau) von der Large Carnivore Initiative for Europe (Initiative für Großraubtiere in Europa LCIE) definiert. Für Staaten außerhalb der EU, die Unterzeichnerstaaten der Berner Konvention sind, gilt Entsprechendes. Der Präsident der LCIE Luigi Boitani, Hauptautor des EU-Dokuments, versteht darunter in Entsprechung zu den Vorgaben der IUCN eine Mindestanzahl an Individuen in einem Areal, das den Tieren ausreichende Ressourcen bietet, so dass für die Population als solche kein Aussterberisiko besteht.

Nach Artikel 1 i der Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) ist der günstige Erhaltungszustand gegeben, wenn aufgrund der Daten über die Populationsdynamik der Tierart anzunehmen ist, dass sie ein lebensfähiges Element des natürlichen Lebensraumes bildet und langfristig bilden wird, dass das natürliche Verbreitungsgebiet nicht abnimmt und ein ausreichend großer Lebensraum vorhanden ist, um langfristig ein Überleben der Population zu sichern.Henryk Okarma, Sven Herzog: Handbuch Wolf. Kosmos Verlag, Stuttgart 2019, Seite 201

Wolfspopulationen nehmen sehr ausgedehnte Lebensräume ein. Wie auch bei anderen Tierarten kann die effektive Populationsgröße aus unterschiedlichen Zahlen von Individuen bestehen, je nach dem Grad ihrer genetischen Vernetzung mit den benachbarten Populationen. Sowohl die Individuenzahl als auch der Genfluss zwischen den Wolfspopulationen in Eurasien ist für den Erhaltungszustand bedeutsam.

In der Biogeographie unterteilt man Europa in mehrere Regionen. Mitteleuropa hat Anteil an der kontinentalen, an der atlantischen und an der alpinen Region. Diese Räume sollen bei der Berichterstattung vom Monitoring für die Arten im Anhang II, IV und V der FFH-RL einzeln betrachtet werden. Das gibt Aufschluss über die von der jeweiligen Art bevorzugten bzw. bereits besiedelten Lebensräume. Das bedeutet nicht, dass jede Art sich in jede dieser Regionen ausbreiten und dort vermehren muss. Die räumliche Ebene für die Einschätzung des günstigen Erhaltungszustands sind nach der FFH-RL diese biogeographischen Regionen. Für jede der Regionen werden Monitoringberichte erstellt.

„Da der Gegenstand jeder Schutzplanung die gesamte biologische Einheit, also die Population sein sollte, empfehlen die Leitlinien eine Einschätzung auf Populationsebene. Dies ist im Einklang mit der Feststellung der Richtlinie, dass Populationen als solche und unabhängig von politischen Grenzen betrachtet werden sollten. Bei grenzüberschreitenden Populationen sollten die Mitgliedstaaten eine gemeinsame Einschätzung vornehmen, jedoch getrennt berichten“ (BfN Skript 413).Ilka Reinhardt, Petra Kaczensky, Felix Knauer, Georg Rauer, Gesa Kluth, Sybille Wölflmar, Ditmar Huckschlag, Ulrich Wotschikowsky: Monitoring von Wolf, Luchs und Bär in Deutschland Seite 12

Entwicklung Vor Inkrafttreten der Berner Konvention von 1979 im Jahr 1982Europarat: Details zu Vertrag Nr. 104 waren die Wölfe in manchen ihrer ehemals ausgedehnten Verbreitungsgebiete zu isolierten Reliktpopulationen dezimiert worden, um die Schäden durch Prädation an Haustieren zu beenden. Die Populationen in Europa haben sich in den vier Jahrzehnten des strengen Schutzes erholt und befinden sich weitgehend im günstigen Erhaltungszustand. Das angeborene Instinktverhalten des Wolfs mit seinem enormen Potenzial Fernwanderungen durchzuführen begünstigt sowohl seine schnelle Ausbreitung als auch die Vernetzung der verschiedenen Populationen.Anne Jarausch, Verena Harms, Gesa Kluth, Ilka Reinhardt, Carsten Nowak: How the west was won: genetic reconstruction of rapid wolf recolonization into Germany’s anthropogenic landscapes. In: Heredity, 12. April 2021. Mit Satellitentelemetrie wurde gemessen, dass manche Wölfe innerhalb weniger Monate über 1000 Kilometer zurücklegen. Sie können neue Gebiete relativ schnell besiedeln.Biologie und Ökologie des Wolfes – Ausbreitungspotenzial Seite 19 Populationsgenetische Analysen von Maris Hindrikson et al. ergaben bei der räumlichen Autokorrelation auf der Grundlage von drei Merkmalen der genetischen Vielfalt eine Reichweite von 650 bis 850 km. Die genetische Vielfalt einer Wolfspopulation kann von bis zu 850 km entfernten Populationen beeinflusst werden, was nicht nur anhand von DNA-Analysen, sondern auch durch Telemetriestudien nachgewiesen wurde. „In echten Wildnisgebieten des Wolfareals beträgt die Territoriumsgröße eines Wolfsrudels bis zu 1000 km² und der Genaustausch funktioniert.“ (Zitat Michael Stubbe, 2019)Michael Stubbe: Der Wolf in Europa – Utopie und Wirklichkeit. In: Beiträge zur Jagd- und Wildforschung. Band 44, Seite 13 Da sich die Wolfspopulationen innerhalb Eurasiens seit der Erholung der Bestände in Mitteleuropa durch ihr Wanderverhalten in einem regelmäßigen Austausch befinden, kann von einer europäischen Metapopulation gesprochen werden.Sven Herzog: Die Populationen des Wolfes (Canis lupus) in Europa: Herleitung eines operationalen Konzeptes für das Management Das bedeutet, dass auch bei Auslöschung einer Teils der Population immer wieder Tiere aus anderen Subpopulationen einwandern, die verschwundenen ersetzen und sich wieder erfolgreich fortpflanzen.

Maßgaben bei den Bestandszahlen mini|links|Definition des günstigen Erhaltungszustands bei Wölfen (LCIE) Nach einer Vorgabe der IUCN für nicht näher definierte Tierarten sind bei einer isolierten Population mindestens 1000 geschlechtsreife Individuen erforderlich, um deren Fortbestand zu sichern also auch eine mögliche Inzuchtdepression zu vermeiden. Eine Vernetzung mit benachbarten Populationen hat jedoch den Effekt, dass zur Vermeidung von Inzuchtdepression weit weniger Individuen erforderlich sind. Nach den Leitlinien für Managementpläne für Großraubtiere auf Populationsebene von der Initiative für Großraubtiere in Europa (LCIE), einer Abteilung der IUCN, kann bei einer Wolfspopulation ein Bestand von mehr als 250 erwachsenen Tieren ausreichen, um in die Kategorie „nicht gefährdet“ (Least concern) eingestuft zu werden, wenn die betreffende Wolfspopulation mit anderen so vernetzt ist, dass die Zuwanderer genetische und demographische Wirkung haben.Large Carnivore Initiative for Europe: Guidelines for Population Level Management Plans for Large Carnivores Seite 19. Seite 20European Commission Environment: Large carnivores in the EU – the Commission's activity on large carnivoresGuillaume Chapron, Stéphane Legendre et al.: Conservation and control strategies for the wolf (Canis lupus)in western Europe based on demographic models

Ilka Reinhardt und Gesa Kluth schreiben im BfN Skript 201 für eine eigenständige Population ohne Einwanderungsquellen:„Setzt man den Erhalt von 95 % der genetischen Variation … als Zielwert an, entsprechen demnach mindestens 100 reproduzierende Wolfsrudel einem günstigen Erhaltungszustand.“Ilka Reinhardt, Gesa Kluth: Leben mit Wölfen Leitfaden für den Umgang mit einer konfliktträchtigen Tierart in Deutschland −2.4. Lebensfähige Population Seite 15–16 mini|Exponentielles Wachstum Auch ohne den bestehenden Austausch mit der Baltischen und anderen benachbarten Populationen, würde sich die Deutsch-Westpolnische Population mit ihrem derzeitigen Bestand in Polen westlich der Weichsel von mindestens 95 Rudeln schon zusammen mit nur fünf Rudeln in Deutschland im günstigen Erhaltungszustand befinden.IFAW: Neue Zahlen: Mehr Wolfsrudel in Westpolen Die DBBW hat für das Monitoringjahr 2020/2021 jedoch bei den Wölfen in Deutschland schon 158 Wolfsrudel erfasst, so dass der günstige Erhaltungszustand mit den dazu gehörenden 95 Rudeln in Polen selbst dann schon um ein Vielfaches überschritten wäre, wenn es sich um eine isolierte Populationshandeln würde.DBBW – Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf: Entwicklung der Territorien seit 2000 Diagramm Es ist aber keine isolierte Population.