Asmus Thomas Theodor Ulrich Werner (* 27. November 1937 in Stettin; † 11. Januar 2024Traueranzeige im Hamburger Abendblatt vom 10. Februar 2024, abgerufen am 12. Februar 2024) war ein deutscher Architekt, Stadtplaner und Hochschullehrer.
Zu seinen bekanntesten Bauten gehören die Martin-Luther-King-Kirche in Hamburg, das Rathaus am Binnenhafen in Husum und das Zeltdach der Radrennbahn Stellingen im Sportpark Eimsbüttel. Asmus Werner entwarf auch das Entwicklungskonzept für die Speicherstadt im Hamburger Hafen und die Flugzeug-Lackierhalle des Flughafens Hamburg.
Leben Der Sohn eines Gold- und Silberschmiedemeisters und einer Schneiderin und Grafikerin wuchs mit zwei jüngeren Brüdern zunächst in Güstrow in Mecklenburg auf. 1945 floh die Familie nach Mecklenburg, kehrte nach dem Krieg aber nach Güstrow zurück. Nach dem Abitur studierte Werner von 1956 bis 1964 Architektur an der Technischen Universität Berlin, währenddessen erfolgten studentische Mitarbeiten bei Projekten von Architekten und Hochschullehrern (Willy Kreuer), in Großbritannien und in Berlin sowie ein einjähriger Studienaufenthalt in Delft. Nach der 1964 bestandenen Diplom-Hauptprüfung übernahm er selbständige Tätigkeiten als Architekt in Hamburg und Berlin. 1968 erfolgte die Gründung des Architekturbüros PWW mit Dieter Patschan und Bernhard Winking. Ab 1985 betrieb er ein eigenes Atelier in Hamburg. Von 1988 bis 2011 beteiligte er sich an Architektenbüros in Partnerschaften mit Sven Silcher und Norbert Redante in Hamburg (ASW). Von 1990 bis 2000 war er Mitglied der „Gruppe 5 + 1“ (Städtebauliches Beratungsgremium in Güstrow). Von 1993 bis 2005 wirkte er als Professor für Entwurf und Baukonstruktion an der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HfbK). Daneben hielt er Vorlesungsreihen in Newcastle upon Tyne, in Sydney sowie an der Universität von Tasmanien.
Asmus Werner war verheiratet mit der Architektin Evgenia Werner, geborene Tzavara (* 1943). Aus der Ehe gingen der Sohn Gregor Werner (* 1974, Architekt) und die Tochter Elena Tzavara (* 1977, Opernregisseurin und Kulturmanagerin) hervor.
Wirken Werner nannte nordische Architekten und insbesondere den Finnen Alvar Aalto als Vorbilder. Bekannt wurde Werner durch freischwingende Dachkonstruktionen wie das Zeltdach der Radrennbahn Stellingen im Sportpark Eimsbüttel in Hamburg, mit 6.700 Quadratmetern Fläche eines der größten Einzelmembrandächer Europas. Auch das 3.400 Quadratmeter große Glasdach über dem Zentralen Omnibusbahnhof Hamburg geht auf seinen Entwurf zurück. Zahlreiche expressive Backsteinbauten wie die Christuskirche in Wedel-Schulau oder das Rathaus in Wedel entstanden unter seiner Federführung. Außerdem machte sich Werner durch Wohnungsbauprojekte in Berlin und Werder an der Havel sowie mit Stadtgestaltungen (Hamburg, Güstrow, Wulfen) einen Namen.
Mitgliedschaften, Auszeichnungen Mitglied im Vorstand der Alvar-Aalto-Gesellschaft Deutschland-Schweiz-Österreich Mitglied der Freien Akademie der Künste zu HamburgUllrich Schwarz (Hrsg.): Mitgliederverzeichnis der Sektion Baukunst der Freien Akademie der Künste in Hamburg (1950–2020). Hamburg 2021, ISBN 978-3-939449-40-9, S. 24–25. (=Band 45, Schriften der Freien Akademie der Künste in Hamburg, online) 1982: BDA-Preis für das Institut für Allgemeine Botanik (PWW) in Hamburg-Klein-Flottbek 1989: BDA-Preis Schleswig-Holstein für das Rathaus Husum am Binnenhafen 2006: Outstanding Structure Award der International Association for Bridge and Structural Engineering (IABSE) für den ZOB Hamburg ab 1972 weitere Auszeichnungen u. a. durch den Bund Deutscher Architekten, den Architekten- und Ingenieurverein Hamburg sowie Landesregierungen für Planungen und Bauten in Hamburg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen
Bauten und Entwürfe (Auswahl, allein und in Partnerschaften) 1968–1985 Wettbewerbsentwurf, Masterplan und Bauten im Zentrum der Neuen Stadt Wulfen Wettbewerbsentwürfe für die Rathäuser in Wedel und Husum Städtebauliche Planung des Berufsschulzentrums Hamburg-Wilhelmsburg, einschließlich des Baus der Gewerbeschule 17 für Metallbau und Kfz-Technik Neubau bzw. Erweiterung von Evangelischen Gemeindezentren in den Hamburger Stadtteilen Farmsen, Steilshoop, Bramfeld, Fuhlsbüttel und der Christuskirche Schulau in Wedel Wohnanlage der Stiftung Anscharhöhe in Hamburg (PWW) Dienstgebäude der Landeszentralbank in Hamburg-Harburg Gesundheitsamt des Landkreises Unna in Unna Neugestaltung des Jungfernstiegs in Glückstadt mit Wohnungsbau
1985–1988 Konzept zur Neugestaltung der östlichen Innenstadt von Hamburg Städtebaulicher und architektonischer Rahmenplan für die Mönckebergstraße in Hamburg Umbau der Mönckebergstraße mit Neugestaltung verschiedener Geschäftshäuser
1988–2011 Logistik-Halle und Abfüll-Anlage der Bavaria-St. Pauli-Brauerei in Hamburg Radrennbahn Stellingen in Hamburg (in Kooperation mit Schlaich Bergermann Partner Ingenieure) Zentraler Omnibusbahnhof (ZOB) in Hamburg (in Kooperation mit Schlaich Bergermann Partner Ingenieure) Städtebauliches und architektonisches Entwicklungskonzept für die Speicherstadt im Hamburger Hafen (in Vorbereitung auf das Bewerbungsverfahren als UNESCO-Weltkulturerbe; 2015 erfolgreich abgeschlossen) Heizkraftwerk Moorburg in Hamburg-Moorburg (in Kooperation mit Arcus-Cottbus) Rudolf-Roß-Gesamtschule in Hamburg Hotel Zollenspieker Fährhaus in Hamburg-Bergedorf
Weblinks
Jahrbuch Architektur in Hamburg 1989–2008, Junius-Verlag: https://issuu.com/junius-verlag/docs/141111104419-9521b2a8c85f492398cd98bfbbf916d5 Radrennbahn Stellingen: https://www.sbp.de/projekt/wolfgang-meyer-sportanlage-hamburg-stellingen/
Einzelnachweise
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