mini|Kamzy Gunaratnam, 2019 Kamzy Gunaratnam (* 27. März 1988 in Jaffna, Sri Lanka als Khamshajiny Gunaratnam) ist eine norwegische Politikerin der sozialdemokratischen Arbeiderpartiet (Ap). Seit September 2026 ist sie Verkehrsministerin und seit 2021 Abgeordnete im Storting. Von Oktober 2015 bis September 2021 war sie die stellvertretende Bürgermeisterin Oslos.
Leben
Herkunft und Jugend Gunaratnam kam, nachdem sie in Sri Lanka als Tochter von Tamilen geboren wurde, im Alter von drei Jahren nach Norwegen. Dort siedelte sich die Familie zunächst in der nordnorwegischen Stadt Hammerfest an. Später zogen sie in den Osloer Stadtteil Grorud, wo Gunaratnam eine tamilische Schule besuchte. In ihrer Jugend engagierte sie sich in einer tamilischen Jugendorganisation und später in der Ap-ParteijugendArbeidernes Ungdomsfylking (AUF). Wegen ihres Engagements erhielt sie ein Einreiseverbot in Sri Lanka.
Ausbildung und Beruf An der Universität Oslo studierte Gunaratnam Sozialgeographie. Von 2012 bis 2013 war sie Kolumnistin für die beiden Zeitungen Dagbladet und Dagsavisen.
Im Jahr 2021 veröffentlichte sie das Buch Min kamp er din kamp, das unter anderem einen offenen Brief an den Terroristen Anders Behring Breivik enthielt.
Parteikarriere Gunaratnam engagierte sich in der AUF. Während der Anschläge in Norwegen 2011 befand sie sich auf der Insel Utøya beim dortigen Camp der AUF. Sie gehörte zu den Personen, die sich vor den Schüssen des Attentäters Anders Behring Breivik retten konnten, indem sie von der Insel schwammen.
Im Jahr 2014 wurde sie stellvertretende Vorsitzende der Arbeiderpartiet in Oslo. Im März 2023 kündigte sie an, nicht erneut für diesen Posten zu kandidieren.
Öffentliche Ämter
Kommunalpolitik in Oslo Im Alter von 19 Jahren zog sie 2007 erstmals in den Stadtrat von Oslo ein. Am 21. Oktober 2015 wurde sie zur stellvertretenden Bürgermeisterin Oslos gewählt. Im November 2018 übernahm sie den Vorsitz des Ausschusses für den 17. Mai, den norwegischen Verfassungstag, für das Jahr 2019. Nach der Kommunalwahl im September 2019 wählte sie der Osloer Stadtrat erneut in die Position der stellvertretenden Bürgermeisterin. Ihre Partei war zuvor mit der amtierenden Bürgermeisterin Marianne Borgen von der sozialistischen Sosialistisk Venstreparti (SV) als Kandidatin für den Bürgermeisterposten angetreten.
Stortingsabgeordnete (seit 2021) Bei der Stortingswahl 2021 zog Gunaratnam erstmals in das Storting ein. Sie vertritt dort den Wahlkreis Oslo und wurde Mitglied im Justizausschuss. Sie war auf dem zweiten Platz der Parteiliste im Wahlkreis Oslo nominiert worden. Im Oktober 2023 wechselte sie in den Gesundheits- und Pflegeausschuss. Im Vorfeld der Wahl 2025 gewann Gunaratnam eine parteiinterne Kampfabstimmung um den zweiten Platz auf der Osloer Wahlliste gegen Hadia Tajik.
Im Anschluss an die Parlamentswahl 2025 ging sie in den Transport- und Kommunikationsausschuss über, wo sie den ersten stellvertretenden Vorsitz übernahm. Zudem wurde Gunaratnam Mitglied im Fraktionsvorstand der Arbeiderpartiet.
Verkehrsministerin (seit 2026) Am 11. September 2026 wurde Gunaratnam zur Verkehrsministerin ernannt. Sie wurde die Nachfolgerin von Jon-Ivar Nygård.
Weblinks
Kamzy Gunaratnam bei Storting (norwegisch, englisch) Kamzy Gunaratnam auf der Website der Kommune Oslo (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Verkehrsminister (Norwegen) Kategorie:Storting-Abgeordneter (Oslo) Kategorie:Stadtrat (Oslo) Kategorie:Arbeiderpartiet-Mitglied Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Tamile Kategorie:Norweger Kategorie:Geboren 1988 Kategorie:Frau