Lehenthal (oberfränkisch: Liea-dol oder Liena-dolE. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 200. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „līadål“ oder „līnadål“.) ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Kulmbach im Landkreis Kulmbach (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Lehenthal hat eine Fläche von 11,418 km². Sie ist in 1237 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 9230,71 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Baumgarten, Gemlenz, Grafendobrach, Neufang und Ramscheid.

Geografie Das Pfarrdorf befindet sich auf einem Höhenrücken des Obermainischen Hügellandes, das durch eine Talsenke des Lehenthaler Bachs leicht eingeschnitten ist. Dieser fließt mit dem Ortolfsgraben zum Madelsbach zusammen, der ein linker Zufluss der Dobrach ist. Im Südwesten befindet sich der Ziegelhüttener Forst, ansonsten ist der Ort weitestgehend von Acker- und Grünland umgeben. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Grafendobrach zur Kreisstraße KU 9 (1,8 km nordwestlich) bzw. zur Bundesstraße 85 bei Höferänger (2,9 km südwestlich), eine weitere führt nach Baumgarten (0,9 km südöstlich). Ein Anliegerweg führt nach Gemlenz (1,1 km südwestlich).

Geschichte Der Ort wurde 1398 als „Lyhental“ erstmals urkundlich erwähnt. Die Form „Lehental“ wurde 1411 erstmals bezeugt. Das Grundwort ist lîe (ahd. für Lehm, Schlamm). Dem Ortsnamen liegt also die Flurbezeichnung schlammiges Tal zugrunde.E. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 95.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Lehenthal 16 bewohnte Anwesen. Das Hochgericht übte das bayreuthische Stadtvogteiamt Kulmbach aus. Dieses hatte zugleich die Dorf- und Gemeindeherrschaft. Grundherren waren das Kastenamt Kulmbach (1 Schmiede, 2 Gütlein, 1 Wohnhaus), der Markgräfliche Lehenhof Bayreuth (1 Halbhof, 1 Viertelhof, 1 unbebauter Viertelhof), das Stiftskastenamt Himmelkron (1 Mahlmühle, 1 Hof, 4 Halbhöfe, 2 Tropfhäuser), das Klosteramt Kulmbach (1 Schafhof), die Pfarrei Lehenthal (1 Söldengut). Außerdem gab es eine Kirche, ein Pfarrhaus und ein Schulhaus.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 613f.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Kulmbach. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1811 der Steuerdistrikt Lehenthal gebildet, zu dem Baumgarten, Gemlenz, Grafendobrach, Neufang und Ramscheid gehörten. 1812 wurde die Ruralgemeinde Lehenthal gebildet, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kulmbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kulmbach (1919 in Finanzamt Kulmbach umbenannt). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden einige Anwesen bis 1848 Patrimonialgerichten, die an die Stelle der ehemaligen Rittergüter traten. Ab 1862 gehörte Lehenthal zum Bezirksamt Kulmbach (1939 in Landkreis Kulmbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kulmbach (1879 in das Amtsgericht Kulmbach umgewandelt).R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 760. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 11,526 km².

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Lehenthal am 1. Januar 1976 nach Kulmbach eingegliedert.

Baudenkmäler In der Bayerischen Denkmalliste sind 4 Baudenkmäler aufgeführt: Evangelisch-lutherische Pfarrkirche Zwei Kreuze und ein Steinkreuzfragment

Einwohnerentwicklung Gemeinde Lehenthal Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 332 501 523 557 584 606 610 637 625 639 609 609 575 586 587 575 557 529 479 782 704 656 515 495HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 76 91 91 99 91 94 92 98 Quelle

Ort Lehenthal Jahr 1809 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 131 102 177 190 192 199 185 229 202 181 260Häuser 23 33 33 32 32 37 72Quelle R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 725.

Religion Lehenthal ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und Sitz einer Pfarrei.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Kulmbach) Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kulmbach) Kategorie:Ersterwähnung 1398 Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1975 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Kulmbach