mini|Nadenberg von oben mit Blick nach West mini|Kapelle St. Martin mini|Gemeindeteil Nadenberg von Süden

Nadenberg (westallgäuerisch: Nodəbərg, m’ Nodəbərg doba) ist ein Gemeindeteil der Stadt Lindenberg im Allgäu im bayerisch-schwäbischen Landkreis Lindau (Bodensee).

Geographie Das Dorf grenzt baulich unmittelbar an das Stadtgebiet von Lindenberg und wird daher seit 1987 dem Stadtgebiet zugeordnet. Der Ort liegt an der 819 m hohen gleichnamigen Erhebung und zählt zur Region Westallgäu.

Ortsname Der Ortsname setzt sich aus dem Familiennamen Nad sowie dem Grundwort -berg zusammen und bedeutet (Siedlung am) Berg des Nad.Historische Ortsnamen von Bayern – Nadenberg. Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Abgerufen am 22. März 2022.

Geschichte Die Erstnennung Nadenbergs erfolgt im Jahr 1758, als die Vereinödung der Ortschaft mit 13 Teilnehmern stattfand.Heinrich Löffler: Stadt- und Landkreis Lindau. In: Historisches Ortsnamenbuch von Bayern. Teil Schwaben. Band 6, München, 1973. Zu dieser Zeit zählte Nadenberg neun landwirtschaftliche Anwesen.L. Kleine: Heimatkundliches aus der Stadt Lindenberg. In: Westallgäuer Heimatblätter. September/Oktober 1956. Nadenberg gehörte einst zum Gericht Kellhöfe in der Herrschaft Bregenz. Im Jahr 1910 wurde die Kapelle und im Jahr 1911 ein Aussichtsturm namens Siebenländerblick eröffnet.

Feriendorf 1960 eröffnete auf dem Nadenberg der damalige Regierende Bürgermeister Berlins Willy Brandt das Familienferiendorf Berliner Dorf mit 74 Häusern. Die Deutsche Fernsehlotterie errichtete das Feriendorf für die Stiftung Hilfswerk Berlin. Wesentlichen Anteil an der Auswahl des Standorts Nadenberg hatte der Gründer des Hilfswerks Berlin Rudolf Prestel, der Nadenberg aus seiner Jugend kannte. Für ihn wurde nach seinem Tod ein Gedenkstein im Dorf angebracht.Georg Grübel: Rudolf Prestel und der Nadenberger Aussichtsturm. gmv-lindenberg.de. 1962 besuchte Bundespräsident Heinrich Lübke zum Tag der Deutschen Einheit das Dorf. 1963 wurden weitere 34 Ferienhäuser eröffnet. Mit der deutschen Wiedervereinigung wurde die Stiftung Hilfswerk Berlin aufgelöst und später das Feriendorf in Bayernpark Lindenberg umbenannt.Georg Grübel: Nadenberg - Das Berliner Familien-Feriendorf. Geschichts- und Museumsverein Lindenberg e.V., 7. März 2016. 2019 begann der teilweise Abriss für ein Neubaugebiet.

Heinrich Brauns 1926 zog durch Otto Geßler der Reichsarbeitsminister Heinrich Brauns nach Nadenberg. Er sanierte in den folgenden Jahren die Martinskapelle, in der er gelegentlich Gottesdienste abhielt. Brauns’ Initiative eine Heilstätte in Nadenberg zu errichten wurde schlussendlich in Ried verwirklicht.Hubert Mockenhaupt. 60 Jahre Genesungsheim Ried in Lindenberg - Reichsarbeitsminister Dr. Heinrich Brauns war der Initiator. In: Westallgäuer Heimatblätter. Westallgäuer Heimatverein. Dezember 1990. Er empfing in Nadenberg namhafte Persönlichkeiten, so zum Beispiel den späteren Papst Pius XII.Hermann Mors: Ein großer Sozialpolitiker aus priesterlicher Verantwortung. In: Westallgäuer Heimatblätter. Oktober/November 1989.

Persönlichkeiten Heinrich Brauns (1868–1939), Reichsarbeitsminister und Theologe, lebte ab 1926 in Nadenberg

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Lindenberg im Allgäu) Kategorie:Ort im Landkreis Lindau (Bodensee)